Strom in Haushalt und Stall

Auch im Privatbereich und in der Landwirtschaft wurde man schnell auf die Möglichkeiten der Stromnutzung aufmerksam. Geschickte Werbveranstaltungen der Stromerzeuger kurbelten den Verbrauch rasch an, immer bessere Geräte erleichterten den Alltag. Von den zehn Familien, die 1934 an einer Sonderaktion der Neckarwerke teilnahmen, erinnern sich noch einige der damaligen Kinder an ihre Jugendzeit. Die Familien Schäfer (Waiblingerstrasse14), Pfander (Vorderestrasse 16) und Heid (Wilhemstrasse 6) gehörten mit dazu.

 

Fritz Schäfer, Waiblingerstrasse 14 erinnert sich:

„Das Neckarwerk hat damals die Einführung von Strom gesponsert. Einige Familien waren interessiert, die durften nachher sogar als Belohnung einen Busausflug an den Bodensee mitmachen. S’ Elektrisch hot mr’s gnannt!  Der Strom war schon eine grosse Arbeitserleichterung, den elektrischen Futterdämpfer im Stall hat man schnell nicht mehr missen mögen.

Der neue Herd und Backofen. Mutter Schäfer bei der Konfirmationsvorbereitung.

In der Küche war es natürlich ohne offenes Feuer viel bequemer und einfacher sauber zu halten! Es gab damals schon billigeren Nachtstrom, da kam es öfter mal vor dass unsere Mutter nachts in der Küche beim Backen eingeschlafen ist!“

Der Futterdämpfer erleichtert Fritz Schäfer die Versorgung der Tiere.

Hedwig Hoffmann geb. Schäfer, Schorndorferstrasse. 15, Schwester von Fritz Schäfer:

„Ich war damals 13 Jahre alt. Mein Vater hatte später versucht, mit den Neckarwerken einen Pauschalpreis für die Stromkosten auszuhandeln, was aber nicht gelang. Dia waret domols scho klevere Kaufleid..“ Der Herd und der Backofen waren an Kraftstrom angeschlossen. An der Konfirmation meines Bruders Eugen Schäfer (der später leider gefallen ist) wurde den ganzen Tag gebacken.

Eine Werbeveranstaltung in Fellbach macht neugierig.

Es gab da auch eine Werbeveranstaltung der Neckarwerke in der damaligen Stadthalle, wo die verschiedenen neuen Haushaltsgeräte vorgeführt wurden. Auf dem Bild interessieren sich Klara Schall, Frau Rieger und Lydia Pfander dafür.“