Strom in Haushalt und Stall

Familie Pfander,  Vorderestrasse  16

Die damals 13 jährige Elsa Fritz, geborene Pfander, Vorderestrasse 16 und Marie Burkhard, ihre Schwester, erinnern sich an diese Zeit: 
„Mein Vater Hermann Pfander hat für uns als eine von etwa zehn Familien das Angebot der Neckarwerke angenommen, billig Strom zu beziehen. Als Belohnung durften diese Familien einen mehrtägigen Busausflug an den Bodensee machen.  Auf dem Bus stand groß ‚Kraft durch Freude !’. 
Licht hatten wir ja schon früher, aber jetzt kam noch ein Herd, ein Boiler und ein Futterdämpfer dazu. Eine Frau von den Neckarwerken kam zu uns ins Haus und hat uns den Herd und den Umgang damit erklärt. Es musste ein Mindestmenge an Strom verbraucht werden, sonst musste man am Monatsende zuzahlen! Da unser Verbrauch nicht hoch genug war, hend d’Nachbarskender omasonscht bada kenna. Und für einen Schwaben fast unvorstellbar: Um den Verbrauch zu erhöhen sagte unser Vater oft: ‚Mir leants Licht wieder brenna heit Nacht!’  

Wenn was kaputt war oder eine Glühbirne gebraucht wurde, gingen wir zum Singer. Da er keine Kinder hatte, hat später dann sein Bruder das Geschäft übernommen.

Der alte Herd...

... macht dem neuen Platz

Hermann Pfander im Stall   

Familie Heid,  Wilhelmstrasse 6

Elisabeth Heß ,geborene Heid, Karlstrasse 13 erinnert sich noch gut an die Aktion der Neckarwerke:

"Wir hatten vor 1936 schon länger Strom, damit wurden im Stall ein Futterschneider und ein Futterdämpfer betrieben. Als dann ein Herr Garge dieses Angebot machte, haben meine Eltern zugegriffen.

Vater Paul Heid am Futterschneider, Tochter Elisabeth an der Angerschemühle, Sohn Rudolf darf  auch helfen.

Ein Jahr lang wurden von den Neckarwerken Elektrogeräte umsonst zur Verfügung gestellt, der Strom selbst war auch umsonst. Man musste eine bestimmte Menge pro Monat verbrauchen und jeden Tag auch die Zähler für Tag- und Nachtstrom ablesen. Wir haben dann eine Wäscheschleuder bekommen, einen Herd, einen Backofen, eine Kaffeemaschine und einen Boiler. Ach ja, ond a Angersche Mühle.

Die Installation machte ‚Elektro Hinderer’, der seine Kunden hauptsächlich im Oberdorf hatte, während ‚Elektro Singer’ eher den Rest von Fellbach versorgte.

Nach Ablauf dieses Jahres konnten dann die Geräte von den zehn Familien billig gekauft werden und der Strom war dann natürlich nicht mehr umsonst...“

Bis zu 6 Brote konnte Mutter Sofie (geb Off) auf einmal backen.

Immer sofort warmes Wasser - Großmutter Karoline Off (geb Heid) freut sich über die Erleichterung.

Die Kaffemaschin’, so a silberne Kanne mit Glasdeckel hot mi als Kend fasziniert, do ben i lang davorghockt und han zuguckt wie des gschprudelt hot.