DIE WEINGÄRTNERGESELLSCHAFT


    
Über die große Bedeutung der Weingärtnergenossenschaft Fellbach wird an anderen Stellen dieses Buches berichtet. Wer indessen in den Akten dieser Gesellschaft blättert, und es lohnt sich, dies zu tun, der erfährt aus den verschiedenen Niederschriften, Geschäftsberichten und aus den im Laufe der Zeit nach den Erfahrungen und Bedürfnissen sich wandelnden Statuten, mit wie viel Hingabe und Selbstlosigkeit sich viele Männer der Arbeit für die Gesellschaft und damit für den Berufsstand widmeten. Es hat aber etwas Rührendes, eine Niederschrift des Gründers der Gesellschaft, 'W. A. Auberlen, "Schulmeister allhier", aus dem Jahre 1866 zu lesen. Dieser Bericht, aus dem wir hier einige Proben abdrucken, atmet den Geist einer noch sehr geruhsamen Zeit. Die alten Tugenden des Weingärtners treten zutage, man spürt, wie nah sich der Mensch dem Menschen fühlt, wie er mit seiner Arbeit dem Boden, auf dem er wirkt, dem Weinberg, in dem er seine Arbeit tut, verbunden ist. Mit Sorgfalt und Treue wird von den Erfahrungen berichtet, werden Winke gegeben, Ratschläge erteilt. Schon die Sprache, in der dieser verdiente "Schulmeister" schreibt, atmet einen Geist der Ordnung und der Bereitschaft, für den Nächsten zu wirken, ihm zu helfen, ihn zu fördern. Es ist ein echter Gemeinschaftsgeist, der aus diesem Dokument spricht :
    "Die Weingärtnergesellschaft in Fellbach, Oberamts Cannstatt.
    Seit einer Reihe von Jahren wurden an den Winterabenden hiesigen Jünglingen, die sich freiwillig wöchentlich einigemal in der Schule versammelten, landwirthschaftliche Belehrungen ertheilt. Im Winter 1857/58 fanden sich unaufgefordert auch Männer aus dem Weingärtnerstande, verheirathete Bürger, dabei ein. Es wurde nun viel über Wein gesprochen und die Ansichten und Erfahrungen wurden in freier Unterhaltung gegenseitig ausgetauscht.
    Der Vorgang Neckarsulms in Errichtung einer Weingärtnergenossenschaft, so wie die Bestrebungen der Weinverbesserungsgesellschaft in Stuttgart und deren Kundgebungen in öffentlichen Blättern führten nun weiter auf den Gedanken, daß ein rationelles Verfahren schon bei der Traubenlese, und dann hauptsächlich auch bei der Weinbereitung in der Kelter sich besonders empfehlen würde, ja nothwendig sei, wenn man hierorts nicht hinter andern strebsamen Privaten oder Vereinen zurückbleiben wolle.
    Mehrere jener Männer vereinigten sich nun zu einem Gang nach Stuttgart, um über das neue Verfahren hinsichtlich der Weinbereitung bei einem dortigen geachteten Privaten (dem seitdem verstorbenen Weingärtner und Gemeindernth Christian Stöckle) nähere Erkundigung einzuziehen, wodurch sie zu der Überzeugung gelang ten, daß solches nachgeahmt zu werden verdiene, und wozu man sich auch sogleich entschloß. Nun entstand die Frage: ob beim Keltergeschäft eine separate, von jedem Freunde der Sache für sich durchzuführende, oder eine genossenschaftliche Behandlung sämmtlicher Weinbergerträge derselben vorzuziehen sei.
    Nach gepflogener Berathung entschloß man sich zu letzterem Verfahren; es wurden Statuten entworfen, die einzelnen Artikel hinreichend besprochen, von den Theilnahmslustigen unterschrieben, und die Weingärtnergesellschaft war gegründet.
    
...Die Vorzüge eines rationellen Verfahrens im Herbst, wie solches von diesseitiger Gesellschaft von Anfang bis jetzt eingehalten wurde, gegenüber dem hergebrachten Verfahren, welches die andern hiesigen Weinproducenten bis daher in überwiegender Mehrzahl beibehalten haben, treten klar zu Tage. Hervorzuheben sind etwa folgende :
   a) Da von den Nichtmitgliedern der hiesigen W. G.-Gesellschaft jeder sein Herbstgesdtäft auf eigene Rechnung und Gefahr betreibt, so sieht ihm niemand auf die Hände bei seiner Weinbereitung, er kann also in Hinsicht der Beseitigung mangelhafter Trauben unangefochten so oder anders verfahren-
   Bei den Gesellsdtaftsmitgliedem muß in dieser Beziehung nothwendig eine gewiße Controle stattfinden, damit nicht der Pünktliche durch den Unpünktlichen beeinträchtigt werde. Nach den bei hiesiger Gesellschaft bestehenden Statuten können Traubenlieferungen abgewiesen werden, in welchen mangelhafte Exemplare enthalten sind.
   b) Das Zerquetschen der Trauben behufs möglichst ergiebigen Auspressens der Maische geschieht bekanntlich noch heutzutage größtentheils durch Zertreten in einer kleinen Kufe mit durchlöchertem Boden (Tretzüberlein), wobei -abgesehen von dem hiermit verbundenen Anhängsel minderer Reinlichkeit -durch die mit eisernen Nägeln beschlagenen Stiefelsohlen der tretenden Knaben oder Männer die bittersauren Kerne und Kämme der Trauben verletzt werden, und, weil sie mit in die ihr unterstellte große Kufe fallen, gewöhnlich dem Wein einen etwas runden Geschmack mittheilen, zumal wenn bei gelinder Herbstwitterung bald die Gährung eintritt. Für seinen Einzelbedarf sich eine zweckäßige Traubenraspel anzuschaffen, will aber manchem Weingärtner zu kostspielig erscheinen, und mit einem Zweiten oder Dritten anzustehen, wovon jeder sein
Herbstgeschäft für sich betreibt, kann leicht für den Einen oder Andern hinderlich werden. Daher der Fort bestand des Traubentretens.
    Viel leichter fällt einer Gesellschaft die Beischaffung der erforderlichen Raspeln, da, wie die Erfahrung zeigt, für 10-12 Mitglieder eine Raspel genügt. Es wird auch keines derselben durch das andere aufgehalten, und die Leitung dieses Geschäfts in einer Hand liegt und eigene Arbeiter für die Ausführung parat sind. Raspeln, welche schnell arbeiten, ohne den Arbeiter zu sehr anzustrengen, und welche die Kerne und Kämme der Trauben nicht verletzen, aber doch sämmtliche Beeren zerquetschen, und auch die Kämme absondern, wie die hiesige Weingärtnergesellschaft solche besitzt, sind freilich eine Lebensbedingung für einen genossenschaftlichen Herbstbetrieb, nicht nur, weil letzterer dadurch ungemein gefördert wird, sondern weil vermittelst derselben der Wein einen merklich höheren Grad von Feinheit und Wohlgeschmack erreicht.
    c) Nach dem hergebrachten Verfahren wird die mit der Traubenmais die ganz oder theilweise gefüllte Kufe (Bütte, Zuber) offen gehalten, und etwa nur bei eintretendem Regen bedeckt. Bei heiterer Witterung ist demnach die Maische dem Sonnenschein ausgesetzt, dieser befördert die Gährung, die Maische hebt sich in der Kufe, tritt außer Verbindung mit dem Wein in ihren höheren Schichten, das hauptsädtlich in den Traubenhülsen befindliche Aroma, beim rothen Zeug noch der Farbstoff, wird nicht gehörig ausgelaugt und geht für den Wein verloren, es verflüchtigt sich ein Theil des durch die Gährung sich entwickelnden Alkohols, die Maische nimmt unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen eine gewisse Herbigkeit, unter Umständen sogar Säure an, endlich senkt sich die durch die Gährung in die Höhe getriebene Maischedecke zu Boden, die Qualität des Weins, und eben damit auch der Preis desselben vermindert sich um viele Prozente. Alle diese Übelstände werden von der hiesigen Weingärtnergesellschaft durch rationelles Verfahren bei der Weinbereitung beseitigt. Ist durch das fast ununterbrochen fortgehende Raspeln der Trauben die Kufe bis auf 8-10 Zoll gefüllt, so wird der Gährboden eingelegt, d. h. es werden Weinpfähle über die ganze Oberfläche der Traubenmaische in gleicher Richtung in einer Entfemung von 1 Zoll neben einander gelegt, die selbstverstänndlich nach den Kreisabschnitten eingekürzt werden, welche ihre beiden Enden in der innern Wand der Kufe bezeichnen. Über diesen Pfählen kommen in entgegengesetzter Richtung zwei starke Spannhölzer (2-3 Zoll dicke Rahmschenkel oder Stangen) zu liegen, so daß sie sich mit jenen Pfahlen rechtwinklig schneiden. Diese Spannhölzer werden in der innem Kufenwand, die sie mit ihren beiden Enden berühren müssen, durch kurze Leisten, welche quer an die Wand festgenagelt werden, niedergehalten, und durch sie die unter ihnen liegenden Pfähle. Tritt die Gährung ein, so kann sich die Maische nicht emporheben, wohl aber der Wein, der dann obenauf steht. Bei dem weitem Verlauf der Gährung befinden sich hienach die Traubenhülsen (Bälge) noch mitten im Wein und geben ihr Aroma, be ziehungsweise Farbstoff, möglichst vollständig an den Wein ab. Damit aber der Gehalt des Weins durch äußere Einflüsse nicht Noth leide, oder auf unerlaubte Art das Quantum vermindert werde, wird die Kufe durch einen genau angepaßten, wasserdichten Deckel durch Nägel fest verschlossen, Rand und etwaige kleinere Öffnungen mit Lehm ec. verstrichen, auf den Mittelpunkt des Deckels ein Spundloch gemacht, in dieses ein blechernes, zweimal rechtwinklig gebrochenes Gähnohr gesetzt, das sich in einen mit Wasser gefüllten Topf ausmündet, welches die durch die Gährung sich entwickelnde ???? Stid<luEt durchläßt, aber den Alkohol zurückhält. Selbst redend muß bei dieser Behandlungsart, gegenüber der vorhin bezeichneten, die Qualität des Weins wesentlich gewinnen, wie sollches auch von keiner Seite her widersprochen, und von den Käufern am deutlichsten bekundet wird, indem sie bei der im Herbste stattfindenden öffentlichen Versteigerung der hies. Gesellschaftsweine merklich höhere Preise für letztere bezahlen, als für die andem bürgerlichen Weine aus gleicher Weinberglage.
    ...Klassifikation der verschiedenen Weinbergserträge je nach der mehr oder minder günstigen Lage der Weinberge. Wenn es, wie dort gesagt, den einzelnen Weinproducenten schwer oder gar unmöglich wird, ihre Weine aus ungleichen Lagen abgesondert zu keltern und zu verkaufen, so ist solches bei genossenschaftlicher Behandlung der Erträge mehrerer Producenten nicht nur leicht, sondem unumgänglich nothwendig, da jedem das Seine werden soll.
    Bei diesseitiger Gesellschaft besteht hiefür folgende Einrichtung: Eine aus 4-5 Mitgliedem bestehende Commission begeht einige Tage vor dem Beginn der Weinlese die für gemeinschaftliche Kelterung ihrer Erträge angemeldeten Weinberge, und bringt sie in 3, resp. 4 Klassen, nehmlich:
                          I. a erste Berglage,
                          I. b zweite Berglage
                         II. Mittelfeld,
                        III. Niederfeld.
    Bei der Weinlese wird alsdann mit der dritten Klasse angefangen, und damit fortgefahren, zunächst von dieser Klasse, wie die betreffenden Mitglieder ihre Trauben liefern, eine Kufe nach der andern vollzuraspeln. Also wird, in den Klassen fortfahrend und bis zu I. a aufsteigend, der gesammte Ertrag der betreffenden Wein berge nach und nach eingesammelt und wie ad b) angegeben behandelt.
   

 

Zu andern Unannehmlichkeiten des Einzelverkaufs tritt für die Privaten je und je auch die hinzu, d aß der Käufer beim Abfassen des Weins den Betrag desselben nur znm Theil oder auch gar nicht bezahlt, u nd der Verkäufer auf irgend einen späteren Zahlungstermin vertröstet wird, auch hieneben noch sein Guthaben aus ziemlicher Entfernung selbst holen muß, und dann noch wohl zufrieden sein darf, wenn er solches unverkümmert und unverkürzt erhält. Bei den Versteigerungen der hiesigen Gesellschaftsweine ist b aare Bezahlung eine der ersten Bedingungen. Ferner wird Wittwen und Waisen, welche Weinberge besitzen, die Sorge für Verw erthung des Ertrags derselben ganz abgenommen, da, wenn sie ihre Trauben in die Kelter geliefert haben, des Weitere durch hiezu beauftragte Personen besorgt, und ihnen bei der nachfolgenden Abrechnung der Betrag Irer Liefernng frei eingehändigt wird.
  Theils durch eigene Versuche, theils durch das gleiche Verfahren einiger hiesigen Weinproducenten, die gleich Weinhandel betreiben, hat Verfasser sich vollkommen überzeugt, daß der geistreichste, wohlschmeckendste und feinste Wein nur durch vollständige Gährung der Traubenmaische im Faß (Treber und Weinmost von der Raspel weg beisammen gelassen) gewonnen wird.
  Diese Behandlungsart setzt aber Einrichtungen voraus, die bei der hiesigen Weingärtnergesellschaft nicht vorhanden sind, und deren jemaliges Zustandekommen sehr zweifelhaft ist.
  Dieselbe müßte nemlich im Besitze eines guten Kellers und so vieler Fässer sein, daß einige 100 Eimerlein gut und sicher darin aufbewahrt und gepflegt werden könnten. Beides fehlt aber, und obgleich der Gedanke der Erbauung eines hiefür geeigneten Kellers und der Erwerbung der benöthigten Fässer bereits angeregt wurde, so wurde er in Anbetracht der damit verbundenen bedeutenden Kosten, so wie wegen eines andern Umstandes wieder aufgegeben, der für sich schon als maßgebend zu betrachten war.
  Die Verkaufszeit des Weins hätte nemlich verändert und etwa um 1/2 Jahr aufgeschoben werden müssen, oder eben so lange, bis die Gährnng vorüber und der Wein vollkommen klar gewesen wäre. Nach bestehender S itte erwartet aber hier zu Lande der Weingärtner seinen Herbsterlös gleich nach dem Herbst, oder doch auf Martini zur Hand zu bekommen, um theils seine Haushaltungsbedürfnisse für den Winter sich anschaffen, theils ,derweitigen Zahlungsverbindlichkeiten auf Termin Martini nachkommen zu können. Doch auch abgesehen hievon, verlangt ein nicht unbedeutender Theil des consumierenden Publicums gleich nach der Weinlese neuen Wein, ob noch süß und unvergohren, oder halbvergohren, und es ist bekannt, daß Weinwirthe hiemit oft gute Geschäfte machen. Überdies ist bekanntlich die an die Weinlese nächst angrenzende Zeit die eigentliche Weinmarktszeit; ist sie vorüber, ohne daß es den einzelnen Weingärtnern geglückt hätte, ihren Wein zu verwerthen, tritt Mißmuth, manchmal auch laut ausgesprochene Unzufriedenheit ein. Selbstverständlich haben auch die den Ausschuß bildenden Mitglieder der Weingärtnergesellschaft in Betreff des Keltern- und Verkaufsbetriebs d iese Umstände zu berücksichtigen, und es wird hienach der Gesellschaft, wie den leitenden Personen, nicht zur Lst gelegt werden können, daß sie die, auf S. 15 angedeutete Behandlung des neuen Weins während der Gährungsperiode noch nicht zu der ihrigen gemacht. Indessen darf ihr, S. 7-8 bezeichnetes, Verfahren doch w ohl als ein nicht unbedeutender Fortschritt, und der Erfolg als ein sehr günstiger betrachtet werden.

Fellbach, im Juli 1866. Oberlehrer Auberlen 

S tatuten der Weingärtnergesellschaft in Fellbach, 0. A. Cannstatt

  Auf dreijährige Erfahrung gegründet, und mit Rücksicht auf die früheren Statuten nach vorgängiger nochm aliger Berathung mit den Ausschußmitgliedern der Gesellschaft niedergeschrieben im September 1861, von 'W. A. Auberlen, Schulmeister allhier, als Gründer und Vorstand obiger Gesellschaft.

1. Zweck der Gesellschaft ist:
  
a) Erzeugung eines, nach Maßgabe der Lage der Weinberge, möglichst guten Weins vermittelst zweckmäßiger Anlage und Bebauung der Weinberge, ferner durch genaue Ausscheidung der nicht gehörig ausgereiften T rauben von den reifen während der Lese, und Beseitigung der unreifen vom Gesellschaftswein; so wie durch möglichste Benutzung der Vortheile, welche auch sonst noch eine gemeinschaftliche Behandlung des Herbstgeschäfts darbietet.

  b) Erhaltung und Hebung des Credits der hiesigen Weinproduktion, nicht nur hinsichtlich der Weingärtnergesellschaft, sondern sämmtlicher weinbauenden Bürger hiesigen Orts, insofern nehmlich zu hoffen ist, daß die in der Gesellschaft befolgte Behandlungsart der Weinbereitung auch bei letzteren immer mehr Anerkennung und Nachahmung finden werde.
  c) Erhöhung des Ertrags der Weinberge durch Erzielung höherer Preise

   d) Ermöglichung, auch kleinere Weinbergserträge in ihrem vollem Werth und ohne besondere Mühe verwerthen zu können.
   
e) Beseitigung der Zeitversäumniß und mancher andem, mit der gewöhnlichen Verkaufsweise manchmal verbundenen Unannehmlichkeiten, vermittelst öffentlicher Versteigemng des neuen Weins unter der Kelter.
§ 17. Eintritt in die Gesellschaft.
   
Jedem Besitzer von Weinbergen auf hiesiger Markung ist der Eintritt in die hiesige Weingärtnergesellschaft unter der Bedingung gestattet, daß er sich zu genauer und gewissenhafter Beobachtung der Statuten unterschriftlich verpflichte, und für die Mitbenützung der bereits angeschafften Geräthschaften ein Eintrittsgeld, je von 1. Morgen mit 15 Kr bezahle.
§ 18. Austritt aus der Gesellschaft.
    
Der Austritt aus der hiesigen Weingärtnergesellschaft geschieht entweder :
                        a) freiwillig, oder
                        b) unfreiwillig.
    Der freiwillige Austritt aus der Gesellschaft muß jedem früheren Theilnehmer offen bleiben, doch verzichtet der Austretende auf alle Rückvergütung seines Beitrages zu den Inventarstücken der Gesellschaft, so wie seines etwa bezahlten Eintrittsgeldes, und eben so auf alle Ansprüche an die Gesellschaftskasse.
    Sollte ein freiwillig ausgetretenes Mitglied später wieder in die Gesellschaft eintreten wollen, so hat es wie ein neueintretendes, durch Bezahlung des § 17 bestimmten Eintrittsgeldes aufs neue sich einzukaufen. Hierdurch tritt es wieder in die sämmtlichen Rechte eines Gesellschaftsmitgliedes ein.
    Der unfreiwillige Austritt hat auf ein Gutachten des Ausschusses zu erfolgen :
    a) wenn einem Mitglied eine vorbedachte und also absichtliche Umgehung oder Übertretung eines oder mehrerer in den Statuten als Regel aufgestellten Punkte nachgewiesen werden kann;
    b) wenn Trauben von einer geringeren Weinbergklasse als solche angegeben werden, die in einer höheren Klasse der Weinberge gewachsen wären; außerdem hat sich der Lieferant einen dem Werthe der eingeschmug gelten Trauben nach Maßgabe des Verkaufspreises des Gesellschaftsweins gleichkommenden Abzug zum Besten der Gesellschaftskasse bei der Abrechnung gefallen zu lassen ;
    c) wenn ein Mitglied öffentlich, namentlich in der Kelter, sich mißliebig oder tadelnd gegen die Statuten ausspricht, oder sich gegen die, mit der Verwaltung betrauten Männer beleidigender oder ehrenkränkender Ausdrücke bedient, zumal wenn Eigennützigkeit oder bloße Rechthaberei zu dessen Unzufriedenheit Anlaß gegeben haben.
    d) in allen denjenigen Fällen, wo ein Mitglied etwas sagt oder thut, was der Ehre und dem Credit der Gesellschaft nachtheilig ist.
    Eine Rückvergütung seiner Beiträge zu Anschaffung der Inventarstücke oder für andere Gesellschaftszwecke hat ein unfreiwillig austretendes Mitglied ebenfalls nicht anzusprechen. ...