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Egid Fleck

Von alten Sippennamen und Sippen

Unsere Vorfahren haben viele Jahrhunderte lang nur einen Namen geführt. Erst etwa gegen Ende des 11. Jahrhunderts n. Chr. fing man an, dem allgemein geltenden Namen (Vornamen) als unterscheidende Bezeichnung einen zweiten Namen, den Zunamen, anzufügen. So entstanden dann verhältnismäßig rasch die Geschlechts-, Familien- oder Sippennamen, nachdem vorher schon der Hochadel sich erblicher Geschlechtsnamen bedient hatte.

Von der Mitte des 13. Jahrhunderts ab (nämlich von 1275 bis 1351) werden in Urkunden die Herren (Ritter) von Fellbach ("de Velebach") genannt. Aus anderen alten Urkunden um 1330 erfahren wir eine Anzahl Geschlechtsnamen von damals in Fellbach Ansässigen. Es werden genannt die Bürger Benz der Degger, Eberlin Goezwin (Geßwein), Beringer der Oefner, Konrad Utzmann, Wiprecht Sibot, Arnold und Kunz Wiprecht (Weiprecht), ferner die Richter (soviel wie die heutigen Gemeinderäte) Heinrich Bayenstein (wohl von Beinstein kommend), der Amann (Amtmann) von Fellbach war, Kunz der Bonberr, Ruf der Gaegeller, Konrad der Mayer, Hermann der Oefner, Heinrich Rutwart, Hermann der Sutor (Schuhmacher) und Heinrich der Wingartner (Weingärtner). - Einige Jahrzehnte später - noch im 14. Jahrhundert - finden sich für das Dorf Fellbach die Namen: Bentz der Eglinger, Berthold (Bentz) der Frustinger, welcher Schultheiß und Vogt in Fellbach war, Haintz Laimlin, Konrad Noppe, Konrad Stüwse, Ruf und Kunz der Vogel sowie Kunz Wunstein, Richter zu Fellbach.

Aus dem 15. Jahrhundert sind uns aus Fellbach folgende Namen überliefert: Bentz Aldinger, Adam Beck, Ulrich Dietmar, Jakob Eglinger, Hans Geuser, Benz Geyser, der auch Richter in Fellbach war, Martin Greck, der als Armmann (nicht freier Bauer) des Grafen Ulrich V. von Wirtemberg genannt ist, Michel Gugelin (Kugel, Kugler?), Endris Rebstock und Auberlin Ruchmayer.

Aus den ersten sechs Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, auch aus der eigentlichen Reformationszeit im Schwabenland (um 1530 bis 1535), finden sich jedoch kaum irgendwo Angaben über die in Fellbach ansässigen Sippen. Im alten Herzogtum Wirtemberg hatte Christoph von Wirtemberg (1515-1568) im Jahr 1558, - wohl in Nachahmung gleichartiger, schon auf das Jahr 1525 zurückgehender Vorgänge in der Schweiz, in Straßburg, in Frankfurt oder im benachbarten Ansbachischen - die Pfarrämter zur Anlegung von Taufbüchern angewiesen. Hierzu kamen dann noch die Ehebücher und Totenregister. So sind nun in Fellbach, dessen Einwohner seit Einführung der Reformation wohl 400 Jahre lang fast ausschließlich der evangelischen Religion angehörten, beim Pfarramt vom Mai 1558 ab das Taufbuch, vom Jahr 1565 ab (also nach dem Interim) das Ehebuch und von 1582 ab das Totenbuch geführt worden. Diese alten Kirchenregister - allerdings öfters in fast unleserlichem Gänsekiel-Gekritzel - sind uns nicht nur in sippenkundlicher Beziehung, sondern auch in geschichtlicher Hinsicht von großem Wert. Mancher Pfarrer hat in diesen Büchern - über die bestehenden Vorschriften für die Festhaltung von Namen und Daten hinaus - sich meist im Anschluß an die Nennung des Namens eines Verstorbenen zum Eintrag von mehr oder weniger wichtigen Dingen aus dem Dorfgeschehen bemüßigt gefühlt.

Hier seien nun die in den ersten Jahrgängen dieser Register verzeichneten Sippennamen von Fellbachern aufgezählt: Aldinger, Auberlin, Bausch, Beerlin (Bährle), Bircklin, Bolz, Briem (von Scharnhausen zugezogen), Diemann, Fischer, Felger, Frech, Glauner, Glock, Hahn, Harscher, Hauser, Hewbach, Hornung, Hurlebausch, Katzenstein, Kintzinger, Knauß, Kaupach, Mergenthaler (Mergerter), Metzmann, Meschlinn, Pfister (der "Preuß"), Rebstock, Sailer, Scheffer, Schnaitmann, Schwilcke, Seibold, Thommen, Ungerlin, Weinbrenner, Weiprecht und Ziegler. Unter diesen 38 Sippennamen befinden sich freilich bloß noch 3 (Aldinger, Rebstock und Weiprecht), die schon für die vorausgegangenen Jahrhunderte genannt werden konnten. Aber ein gutes Drittel dieser 35 Sippen oder ihrer Nebenlinien blüht heute nach beinahe 400 Jahren noch in den Mannsstämmen in Fellbach; zu ihm gehören die Aldinger, Bährle, Briem, Bürkle, Fischer, Frech, Harschar, Knauß, Mergenthaler, Sailer, Schnaitmann, Schwilcke und Seibold. Am zahlreichsten unter diesen dreizehn Sippen sind heute noch die Seibold vertreten, dann folgen die Aldinger, Schnaitmann, Sailer, Mergenthaler und Frech.

Wenn wir aus den vorstehenden Aufzählungen einmal die mindestens schon im 15. Jahrhundert in Fellbach ansässige Sippe der Aldinger herausgreifen, so ist festzustellen, daß für Fellbach vom Jahr 1492 ab der Name Aldinger sehr häufig in Urkunden und in Lagerbüchern der Cannstatter Uffkirche genannt wird. Es ist anzunehmen, daß die Ahnen dieses Geschlechts einst in dem Dorf Aldingen am Neckar, in der Nähe von Cannstatt, lebten, woher dann die Nachkommen ihren Geschlechtsnamen übernommen haben. - Die Lebensdaten des (mindestens ab 1192) in Fellbach ansäßigen, zur Abgabe des Zehnten an die Uffkirche verpflichteten Bentz Aldinger konnten leider nicht mehr erforscht werden. Sein jüngerer Sohn, ein Lorenz Aldinger, der sich hier im Jahre 1566 ein zweites Mal verheiratete, dürfte um 1510 geboren und vor 1569 gestorben sein. Von Bentz Aldinger aus gerechnet ist es zum Teil schon die sechzehnte und siebzehnte Generation, die heute in Fellbach den Namen Aldinger trägt. Am Ende des Jahres 1954 zählte man insgesamt 220 in Fellbach wohnende Namensträger dieser Sippe, die in der Reihe der Namensträger an zweiter Stelle stehen. Wenn der größte Teil dieser Fellbacher Aldinger auch dem Weingärtner- und Bauernstand treu geblieben ist, so kann man doch immer wieder von Sippenmitgliedern berichten, die in der Gemeindeverwaltung und in andern Berufen tätig waren. So war Johannes Aldinger (1611-1676), der Sohn des Bauern Hans Aldinger (1579-1634), 36 Jahre lang (von 1652 bis 1678) Schultheiß zu Fellbach. Dann finden wir unter den Bürgermeistern (damals soviel wie Gemeindepfleger) zunächst (etwa 1580 bis 1590) den Bauern und Untergänger Hans Aldinger (1539-1614), dann den Michael Aldinger (1621 bis etwa 1670), hernach den Hans Jerg Aldinger 1640-1693) und den Chirurgus (Barbier) David Aldinger (1646-1731), der in seinen jungen Jahren von 1670 bis 1677 in Indien gewesen war. Weiter ist noch als Bürgermeister und Senator verzeichnet der Johann Georg Aldinger (1702-1778; Jakobs Sohn), hernach ebenfalls als Bürgermeister dessen Sohn Michael Aldinger (1734 bis 1797). - Auch in der Reihe der Fellbacher Metzger, die sich wohl lange Zeit nur als Hausmetzger betätigten und erst etwa vom Anfang des 19. Jahrhunderts ab auf eigene Rechnung zwecks Kleinverkaufs von Fleisch und Wurst schlachteten, sind früh schon verschiedene Glieder dieser Sippe zu finden, so Hans Jerg Aldinger (1663 bis 1732; Hans-Jörgs Sohn), David Aldinger (1668-1740; Michaels Sohn) und Johann Georg Aldinger (1697 bis 1768; Davids Sohn).

Unter den in Fellbach tätigen Chirurgen (Barbieren) finden wir den schon bei den Bürgermeistern genannten David Aldinger (1646-1731), der während seines Aufenthalts in Indien (wohl in holländischen Diensten) offenbar die niedere Chirurgie erlernt hatte, später mit seiner Ehefrau Christine Barbara, geb. Burckh (aus Maulbronn), im Mai 1728 die goldene Hochzeit feiern konnte und ein Alter von 86 Jahren erreicht hat. Den Beruf eines Barbiers hat auch sein ledig gebliebener und nur 47 Jahre alt gewordener Sohn Johannes Aldinger (1684-1728) in Fellbach ausgeübt. - Ein Georg Jakob Friedr. Aldinger (1744-1807; Johann Georgs Sohn) hatte das Seilerhandwerk erlernt und in Fellbach betrieben, während Johannes Aldinger (1742-1808; Hans-Jörgs Sohn) hier das in engen Beziehungen zum Weingärtnerstand stehende Küferhandwerk ausübte. - Ein in Fellbach geborener Aldinger, nämlich Hans Ulrich Aldinger (1654-1721; Johannes' Sohn) hatte es schon im Jahr 1681 zum fürstl. württ. Amtmann in Stetten im Remstal gebracht, wurde 1690 geistlicher Verwalter in Schorndorf und war zuletzt Visitationsrat in Stuttgart. - In dem im Jahr 1689 beschlossenen Reichskrieg gegen Frankreich ist 31 Fellbachern, die zur "Landesauswahl" (Landsturm) aufgeboten waren und mit Truppen des Schwäbischen Kreisregiments einige Tage in Bretten lagen, das Unglück widerfahren, Ende Juli 1689 bei einer nächtlichen Überrumpelung durch die Franzosen gefangen zu werden. Sie wurden durch Frankreich bis nach Katalonien, in das spanische Gebirgsland, verschleppt. Unter diesen Kriegsgefangenen war auch der verheiratete (spätere Gerichtsverwandte) Hans Bernhard Aldinger (1663-1738; Hans Jörgs Sohn); er konnte aus dem Gefangenenlager in Katalonien entfliehen und unter abenteuerlichen Umständen, dazu oft harten Entbehrungen, schließlich am 23. Dezember 1690 wieder zu den Seinen nach Fellbach zurückkehren (siehe auch Seite 62).

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind Vertreter der Fellbacher Aldinger-Sippe alsdann ab und zu auch in "Schreiber-" oder kaufmännischen Berufen und ähnlichen anzutreffen. Wenn man das im Jahr 1939 vom Aldinger’schen Sippenverband durch Pfarrer Dr. Paul Aldinger (Kleinbottwar) herausgegebene "Buch der Sippe Aldinger" durchblättert, nimmt es einen nicht wunder, wenn so und so oft zu Fellbach einer der so zahlreichen Aldinger wieder eine geborene Aldinger geehelicht hat. - Auch in der (1934 erschienenen) Zusammenstellung der zwischen den Jahren 1735 und 1930 aus Fellbach Ausgewanderten (rund 1420 Personen) stehen für die Zeit zwischen 1804 und 1927 der Kopfzahl nach insgesamt 104 Aldinger an vorderster Stelle.

Weiter mag hier die Auberlin-Sippe genannt werden, aus der die zur bekannten Fellbacher "Schulmeisters- und Musikers-Dynastie" gehörigen und von 1756 bis 1874 hier tätigen drei Lehrer namens Auberlen entsprossen sind. Ob der als ältester Auberlin in den hiesigen Kirchenregistern verzeichnete Weingärtner (?) Balthas Auberlin I (auch Houberlin) "der Alt" (+ 1585 in Fellbach) auch schon in Fellbach geboren war, ist nicht ganz sicher. Sein Sohn Balthas Auberlin II "der Jung" (1552-1616) hatte sich hier im Januar 1581 mit der Agnes, geb. Baur (1558-1615), verheiratet. Dessen Enkel Balthasar Auberle III (1619-1684) übte längere Jahre das Ehrenamt eines Fellbacher Gerichtsverwandten (Gemeinderat) aus, während der Sohn des Vorgenannten Johann Jakob Auberle (1662-1738), dreißig Jahre lang (von 1705 bis 1735) seiner Heimatgemeinde Fellbach als nebenberuflicher Bürgermeister gedient hat. Ein jüngerer Bruder von Bürgermeister Joh. Jak. Auberle, der Hans Jörg Auberle (1675-1753), hat in Fellbach das Schmiedehandwerk betrieben. Er war der Vater des dann im nahen Endersbach amtierenden Schulmeisters Johann Georg Auberle (geb. 1701; 6. Generation), dessen Ehe fünf Söhne und zwei Töchter entsprossen sind. Die beiden ältesten dieser Söhne (7. Generation), Johann Jakob (geb. 1727) und Georg Daniel (1728-1784), schrieben nun ihren Namen als "Auberlen" und haben wohl beim Vater eine gründliche Lehre als Schulinzipienten durchgemacht, ehe sie als Provisoren tätig waren und hernach als Schulmeister in Böblingen bzw. in Fellbach angestellt worden sind. (Über die Lehrerdynastie Auberlen siehe Seite 179/180.)

Eine weitere schon mehr als 400 Jahre in Fellbach ansäßige Sippe ist die der Bürkle (Bircklin, auch Bürckhlin). Dieser Sippenname dürfte vermutlich aus altdeutschem Namensgut, wohl aus Burghart (burg = bergen, schützen) entstanden sein. In alten Urkunden und Urbaren werden schon anno 1350 als Zinsmannen ein Claus Burkelin in Renningen bei Leonberg) und ein Bürkelin zu Oeffingen genannt. Etwas später erscheint dieser Geschlechtsname in Eßlingen, auch in der Gegend von Nürtingen und in Weil im Schönbuch; im Jahr 1495 wurde ein Wolfgang Bürkelin aus Waiblingen an der Universität Tübingen immatrikuliert. So ist es durchaus möglich, daß schon zu Ende des 15. oder anfangs des 16. Jahrhunderts ein Bürkle in Fellbach ansässig geworden ist. Man sagt dort zwar schon lange: "Wenn einer Bürkle heißt, dann ist oder kommt er von Schmiden." Aber der erste dieses seit 1608 in Schmidens Kirchenregistern erscheinenden Ceschlechts kam dorthin aus - Fellbach.

Der älteste, als in Fellbach wohnend, noch sicher nachweisbare Angehörige dieser Sippe war der Jakob Bürckhlin I, der um 1510 geboren sein dürfte, wohl Bauer und Weingärtner war und vor dem Jahre 1577 verstorben ist; er hat in Fellbach am 14. August 1571 seine zweite Ehe mit der Agnes, geb. Mertz, geschlossen. Ein Sohn aus erster Ehe dieses Jakob Bürckhlin I, der Hans Bürklin (geb. um 1545, gest. vor 1591), hat sich zu Fellbach im September 1577 mit einer Agatha, geb. Kerer (aus Ofterdingen), verheiratet, und aus dieser Ehe ist u. a. im November 1582 der Endriß (Andreas) Bürklin (1582-1636) entsprossen. Dieser hat irgendwo (ob in Fellbach, ist ungewiß) das Wagnerhandwerk erlernt und ist als Fünfundzwanzigjähriger ein Stück nach Norden gewandert, am seine Wagnerwerkstatt im nahen Dorf Schmiden aufzutun. Dort hat er sich auch ein Weib genommen und in erster Ehe am 23. August 1608 die aus Schmiden stammende Anna, geb. Weber (1582 bis 1624), geheiratet. Endriß und Anna Bürklin wurden dann die Stammeltern der heute (1954) in Schmiden lebenden mehr als 380 Namensträger Bürkle, die sich auf etwa 130 Bürkle-Familien verteilen.

Aber auch in Fellbach blieben vom Ende des 16. Jahrhunderts ab die Bürkle weiterhin in Blüte. Allerdings sind unter den im 19. Jahrhundert aus Fellbach Ausgewanderten auch 21 Bürkle zu zählen gewesen. Heute stehen jedoch in Fellbach die Bürkle, zum Teil in der 13. und 14. Generation von Jakob Burchlin I ab gerechnet, mit 67 Namensträgern, die dazu ein verhältnismäßig hohes Durchschnittsalter aufweisen können, immerhin noch an elfter Stelle in der Reihe der Namenshäufigkeit.

Von der alten Sippe Frech zu Fellbach sei kurz vermerkt, daß der älteste, aus den Kirchenregistern noch nachweisbare Träger dieses Namens, der Endris Frech, der z. B. im Jahr 1565 ein Kind taufen ließ, im März 1590 im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Vor dem Jahr 1565 war jedoch schon ein Michel Frech zu Fellbach gestorben, dessen weitere Lebensdaten nicht mehr festzustellen sind. Der älteste Frech-Ahne mag seinen Familiennamen auf Grund guter Charaktereigenschaften angehängt erhalten haben, denn im Mittelhochdeutschen bedeutete - abweichend von dem heutigen Sprachgebrauch - "vrech" soviel wie mutig, kühn tapfer. Bei den vorgenannten Frechs Nachfahren war noch des öfteren der Vornamen Endris zu finden. In den Jahren zwischen 1819 und 1860 sind insgesamt zehn Namensträger Frech aus Fellbach nach Nordamerika ausgewandert, darunter (1853) der Weingärtner Johannes Frech mit Frau und vier Kindern. Im Jahr 1954 konnte man noch 38 in Fellbach ansässige Träger des Geschlechtsnamens Frech zählen, von denen allerdings einige erst im 20. Jahrhundert von auswärts zugezogen, also nicht zu den direkten Nachkommen der ursprünglichen Fellbacher Frech-Sippe zu rechnen sind.

Unter den in den Kirchenregistern schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verzeichneten Fellbacher Bewohnern greifen wir nun die Hauser heraus, von denen im Jahr 1954 immerhin noch 44 in Fellbach wohnende Namensträger festzustellen waren. Ihr Geschlechtsname weist während der zurückliegenden vierhundert Jahre allerdings dreierlei Schreibweisen auf: Hauser, Hausser und Haußer.

Wer der erste in Fellbach ansässige Hauser war und wie er oder sein Vorfahr zu diesem Familiennamen gekommen ist, wissen wir nicht. Vielleicht war der erste dieses Namens ein besonders sparsamer Haushalter, der gut zu "hausen" verstand. Doch könnte es auch sein, daß der erste Fellbacher Hauser aus einem Dorf oder Wohnplatz "Hausen" hierher gekommen ist. Wir haben allein im bisherigen Land Württemberg 16 Orte dieses Namens, darunter drei, die nicht allzuweit von Fellbach entfernt sind; in ganz Deutschland kommen mehrere hundert Orte dieses Namens vor. Ums Jahr 1550 gab es in Fellbach schon 2 oder 3 Hauser-Sippen, von denen ein Weingärtner Hanß Hauser ?-1614) in den 70er Jahren des genannten Jahrhunderts das Bürgermeisteramt (Gemeindepflege) innehatte. Ein Sebastian ("Basty") Hauser (1546-1626), vermutlich ein Bruder des Vorgenannten war dann mehr als dreißig Jahre lang Bürgermeister, dazu lange Zeit auch Heiligenpfleger. Zwar sind die meisten Angehörigen der Hauser-Sippen dem bodenständigen Weingärtnerberuf treu geblieben, doch stoßen wir Ende des 16. Jahrhunderts auf einen Jakob Hauser (1554-1634), der sich als Schuhmacher betätigte. Auch sein Nachfahre Hanß Hauser, der im November 1669 die Anna Barbara, geb. Schnaitmann, ehelichte, betrieb das Schuhmacherhandwerk. Im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte haben sich auch die Hauser, gleichwie die weiter vorne behandelten Aldinger, mehrfach mit so ziemlich allen alten Fellbachern Geschlechtern versippt und verschwägert. Bald nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) ist wieder ein Weingärtner Martin Hausser genannt, dem zwischen 1652 und 1659 in zwei Ehen je ein Sohn und eine Tochter geboren wurden. Sein ältester Sohn Hans Hausser (geb. 1654) hat dann den heute noch in Fellbach blühenden Stamm fortgepflanzt. Ihm schenkte seine Ehefrau Agnes zwischen 1680 und 1687 vier Söhne, worunter einer, wie es im Taufschein heißt, mit einer Hasenscharte auf die Welt kam. Der jüngste dieser vier, mit den Vornamen vom Vater und vom Großvater, Hans Martin Hausser (geb. 1687), hatte mit seiner Ehefrau Maria, geb. Schabel, acht Kinder und ist der eigentliche Stammvater des heute weitverzweigten Geschlechts geworden. Ein Weingärtner Johannes Hausser (1779-1839) hatte mit zwei Ehefrauen, darunter der Margarete Barbara, geb. Bürkle (1787-1855), insgesamt dreizehn Kinder (dabei acht Söhne); von diesen sind fünf, nämlich Johannes (geb. 1811), Gottlob Benjamin (geb. 1824), Johann Christian (geb. 1825), Beate Dorothea (geb. 1826) und Wilhelm Friedrich (geb. 1831), in den Jahren 1847 bis 1854 nach Nordamerika ausgewandert. - Schließlich sei hier noch vermerkt, daß ein Gottfried Hauser (geb. Mai 1829), der jüngste Sohn des Weingärtners Joh. Mich. Hauser (1786 -1876), Missionar geworden, im Jahr 1856 nach Indien ausgereist, dort aber schon Ende September 1858 verstorben ist.

 

Zu den ältesten in Fellbach genannten Sippen gehören auch die Mergenthaler (Mergentaler). Die ursprüngliche Schreibweise war "Mergerter". Märge (Merge) ist eine volksmäßige Form des Eigennamens Maria. Träger des Zunamens Mergerter (Mergenthaler) sind schon seit der Reformation auch in Fellbach nachweisbar, wesentlich früher schon für Orte um Stuttgart herum und im Remstal. In einem Urbar wird für das Jahr 1350 unter dem Grafen Eberhard dem Greiner von Wirtemberg (1315-1392) ein Chuntzelin (Konrad) Mergerter in Hegnach genannt. Hundertfünfzig Jahre später (1494) werden fünf Mergenthaler zu Hegnach und drei Mergerter zu Hohenacker erwähnt, und im Jahr 1525 ein Bürger dieses Namens zu Waiblingen. Ja, in den "Türkensteuer"-Listen von 1545 fand man von Mergertern (Mergenthalern) sieben aus Hegnach, zwei aus Neckarrems, zwei aus Neustadt, vier aus Korb, sechs aus Hohenacker und einen aus Leutenbach. Wir möchten annehmen, daß der erste des Zunamens Mergerter, ein zehntpflichtiger Lehensbauer vom Hofgut Groß-Hegnach, der von Statur kleine Konrad ("Chuntzelin") vor über 600 Jahren aus dem nur zwölf Kilometer in der Luftlinie von Hegnach entfernten, aber im Januar 1643 ganz abgebrannten "Frawen-Kloster in Marienthal zu Steinen" (bei Steinheim/Murr) gekommen war und dieser Herkunft wegen den Bei- und späteren Familiennamen Märgeter (Marienthaler) erhalten hatte.

Unter den ersten Einträgen in dem (1558 beginnenden) Fellbacher Taufbuch ist die Geburt eines Stammhalters Michel Mergenthaler II verzeichnet; daß seine Eltern Michel I und Anna Mergenthaler, die im März 1565 auch ein Töchterlein Margaretha taufen ließen, in Fellbach die Ehe schlossen, ist anzunehmen. Der Vater Michel Mergenthaler I dürfte schon Bauer und Weingärtner gewesen sein, wenngleich er einige Jahre lang als Bürgermeister (Gemeindepfleger) geamtet hat. - Einem weiteren Mergenthaler, dem Jörg Mergenthaler und seiner Hausfrau Anna wird im März 1565 ein Töchterlein Dorothea geboren. Ein dritter Mergenthaler, der Andreas Mergenthaler, heiratete am 31. Februar 1565 die Witwe Catharina, des "Michel Frech nachgelassene Wittib". Im Mai 1565 tritt ein weiterer Mergenthaler, der Conrad Mergenthaler II ("des Conrad Mergenthalers Sohn"), mit der Margaretha, verwitwete Thomma, in den Ehestand. Wenn man berücksichtigt, daß das Fellbacher Ehebuch erst 1565 und das Totenbuch 1582 beginnt, so ist doch aus vorgenannten Angaben zu folgern, daß mindestens schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts mehrere Familien der Mergenthaler in Fellbach ansässig und wohl aus der näheren Umgebung zugezogen waren. - Ein Hanns Mergenthaler (1619-1681) hat in Fellbach vom Jahr 1654 ab bis zu seinem Tode als "konstanzischer Pfleger" geamtet, der die hiesigen Besitzungen des Klosters Konstanz und dessen Einkünfte zu verwalten hatte.

Die im Jahr 1954 in Fellbach ansässigen fünfzehn Familien mit 53 Trägern des Namens Mergenthaler sind nur zum Teil noch Ur-Fellbacher; auch Nachkommen der anno 1545 für Hohenacker genannten Mergerter sind vor mehreren Generationen nach Fellbach gekommen und dort bodenständig geworden. Neben Bauern und Weingärtnern dieses Geschlechtsnamens finden sich jetzt auch Gärtner und andere Handwerker.

 

Die schon in den ältesten Kirchenregistern genannte Familie Pfister war offenbar nicht von altem Fellbacher Geschlecht. Im September 1565 hat ein Jakob Pfister II, "der Preiß", (1543-1613), hier eine Fellbacherin geheiratet. Sein Vater Jakob Pfister I war vermutlich irgendwoher aus Preußen zugezogen, wie aus dem Umstand zu folgern ist, daß all diese Pfister (später "Pfisterer" geschrieben) den Beinamen "Preiß" (auch Preyß) beibehalten haben bis zu dem ein Haus in der vorderen langen Gasse bewohnenden Hanns Pfisterer-Preyß, mit dem dann im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts diese Sippe in Fellbach ausgestorben ist. Jakob Pfister II war vierzig Jahre lang Ratsverwandter (Gemeinderat), auch einige Jahre lang Bürgermeister (Gemeindepfleger) in Fellbach.

Wir kommen weiter zu den Sippen der Sailer (Sayler), die seit Mitte des 16. Jahrhunderts immer wieder in den Kirchenregistern zu Fellbach verzeichnet sind. Zunächst erfahren wir von einem Mathis Sayler und seiner Ehefrau Anna, als diese im August 1558 ein Töchterlein Barbara taufen ließen. Im November 1565 taucht noch einmal ein Mathis Sailer auf, der damals mit seiner Braut Barbara vor den Traualtar getreten ist. Weitere fünfzehn Jahre später (1581) heiratet ein von Schmiden stammender Peter Sayler II in Fellbach die Jungfrau Anna, während im Oktober 1594 der aus Backnang stammende Joseph Sailer (Sohn des + Balthas Sailer) in Fellbach mit der Agnes, geb. Rathmann, die Ehe schließt. Schon aus diesen wenigen Feststellungen mag sich ergeben, daß die sippenmäßigen Zusammenhänge all der zum Teil schon früher zugezogenen Sailer etwas verzwickt sind und sicherlich nicht auf einen gemeinsamen Stammvater zurückgehen. - Von dem Mathäus Sailer (1602-1645), der mainzischer Pfleger in Fellbach war, wird berichtet, daß er am 6. November 1645 - während des Dreißigjährigen Krieges - in des Joachim Schnaitmanns Herberge von einem schorndorfischen Soldaten in "mörderischer Weise" erstochen worden ist. Ein Mathäus Sayler (1689-1735) war lange Jahre konstanzischer Unterpfleger. - Dann stoßen wir auf einen Sippenangehörigen, der das so gut zum Namen passende Seilerhandwerk ausübte; es war dies Johann Adam Sayler (1720-1750). - Ein Mathäus Sayler (1731-1798) versah am 1780/90 das Amt eines nebenberuflichen Bürgermeisters (Gemeindepfleger). - Besonders bekannt geworden ist Johannes Sayler (1783-1849), der vier Jahre lang (ab 1845) als Schultheiß die Geschicke des Weingärtnerdorfes Fellbach lenkte. Er war durch Heirat in den Besitz des Eckhauses an der Hirsch- und Cannstatter Straße (Cannstatter Straße 9) gekommen und betätigte sich lange Jahre als Weinhändler. Im Jahr 1832 wurde er Gemeinderat und war später nebenberuflicher Gemeindepfleger, bis er im Jahr 1845 zum Schultheißen gewählt wurde. Der heutige Inhaber des (1855 gegründeten) Fachgeschäfts für Betten, Wäsche und Aussteuer Hch. Sayler, Heinrich Sayler (geb. 1904), ist ein Urenkel des Schultheißen Johann Sayler.

Zur Zeit leben in Fellbach etwa 40 Familien Sailer und Sayler; sie rangieren mit zusammen rund 100 Trägern dieses Namens an siebter Stelle in der Namenshäufigkeit.

Nun wollen wir uns etwas mit der weitverzweigten Sippe der Schnaitmann befassen. Wir wissen nicht, wie der älteste in Fellbach ansässig gewesene Schnaitmann zu seinem Geschlechtsnamen gekommen ist. Vielleicht war er aus dem nicht weit abgelegenen Dorf Schnait gebürtig oder galt gar als ein "Mann mit Schnaid" (Schneid). Man könnte auch unterstellen, daß der Eigennamen Schnaitmann aus der Beschäftigung eines Weingärtners mit dem Schneiden der Reben entstanden ist, daß also der "Schneid-Mann" einer war, der etwas von der Behandlung der Reben verstand.

In den 60er und 70er Jahren des 16. Jahrhunderts lebte noch der wohl älteste, in Fellbach bekannte Träger dieses Namens, der Weingärtner Peter Schnaitmann. Dessen (um 1530 geborener) Sohn Jakob Schnaitmann war viermal verheiratet und hatte mindestens neun Kinder; er ist im Juni 1587 (etwa 58 Jahre alt) hier gestorben. - Ein Jerg Schnaitmann "jung" wird im Jahr 1559 erwähnt; sein Vater Jerg Schnaitmann "alt" muß also damals noch am Leben gewesen sein. Der Enkel des letzteren, Jerg Schnaitmann III (etwa 1564-1597), hat im August 1582 die Margareta, geb. Mergenthaler, geheiratet. Vielleicht ein Bruder von ihm war der Jakob Schnaitmann, genannt "Jergen Jäcklin" (etwa 1555-1591), der im Mai 1577 in Fellbach die Anna, geb. Adam, aus Untertürkheim geehelicht hat.

Weiter stoßen wir auf einen Zacharias - "alt" - Schnaitmann, der noch zwischen 1576 und 1589 in Fellbach lebte, und auf Hans Schnaitmann "den Alten" (1537-1617). Dessen Sohn, Jakob Schnaitmann (1571-1609), war "Würth" und trat im Mai 1596 mit der Catharina, geb. Linck, an den Traualtar. Nach seinem frühen Tod m Alter von nur 38 Jahren hat sein Stiefbruder, der "Küffer, Gastgeber und Würth" Joachim Schnaitmann (1587-1648), den wohl irgendwo in der Nähe des Rathauses gelegenen Ausschank übernommen und weitergeführt. Nebenher wird noch ein weiterer Gastwirt verzeichnet, nämlich der Johann Schnaitmann (1584 -1626).

Schließlich ist noch der Zacharias - "jung" - Schnaitmann (etwa 1542-1591) zu nennen, der im November 1565 die Apollonia, verwitwete Kleinle, geheiratet hat. - Aus der vorstehenden Aufzählung erhellt, daß es schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine verhältnismäßig große Zahl von Schnaitmann-Familien gab und daß wohl zahlreiche Schnaitmännlein und -mägdelein das Dorf Fellbach bevölkerten.

Später finden wir Angehörige der Schnaitmann Sippen auch in verschiedenen weiteren Handwerksberufen. So hatte sich der Johann Philipp Schnaitmann (1748-1808), Sohn des Weingärtners Johann Georg Schnaitmann, als Huf- und Waffenschmied hier selbstständig gemacht. - Ein Johann Friedrich Schnaitmann (1753-1839), Sohn des Simon Schnaitmann, war Nagelschmied; noch zwei Söhne des Johann Friedrich haben dieses Handwerk weitergepflegt, wie auch ein Enkel (bis 1890). - Ein anderer Johann Friedrich Schnaitmann (1754-1820), ein Sohn des Weingärtners Johann Georg Schnaitmann, betrieb in Fellbach das Schneiderhandwerk; ein weiterer Schnaitmann war Seifensieder. Hier ist auch der bei der Hahn'schen Gemeinschaft über Fellbach hinaus bekannte und geschätzte "Vater" Johannes Schnaitmann, genannt "Simonshannesle", zu nennen. Er hat am 15. November 1767 in Fellbach als Sohn des Weingartners Simon Schnaitmann (1720-1808) aus dessen zweiter Ehe mit der Agnes Katharma, geb. Heß (1738-1804), das Licht der Welt erblickt und am 12. Dezember 1847 im biblischen Alter von achtzig Jahren das Zeitliche gesegnet (siche Seite 179).

Zur Zeit stehen hinsichtlich der Namenshäufigkeit in Fellbach rund 45 Schnaitmann-Familien mit zusammen 110 Trägern dieses Namens an fünfter Stelle.

Zum Schluß mag hier noch der Sippen Seibold (Seybold) gedacht werden. Unter den heute in Fellbach registrierten rund 110 Familien dieses Namens, mit zusammen über 300 Namensträgern (also am zahleichsten) sind allerdings nicht alle zu den Nachfahren der seit dem sechzehnten Jahrhundert hier ansässigen Seybolds zu rechnen, und sie können nicht alle als gegenseitig versippt gelten. Träger dieses Familiennamens sind inzwischen vielfach auch von auswärts, aus dem Remstal und aus den Berglen, wo man ebenfalls auf diesen Familiennamen stößt, nach Fellbach hereingezogen.

Als einer der ersten ist in dem (1565 beginnenden) Fellbacher Kirchenregister der Copulationen ein Hans Seybold, des Stoffel Seibolds Sohn, genannt. Er dürfte ums Jahr 1542 geboren sein, war dreißig Jahre lang (von 1588-1618) als Schultheiß der Ortsvorsteher zu Fellbach und ist am 24. Januar 1634 im hohen Alter von etwa neunzig Jahren gestorben. - Ein Michel Seybold (etwa 1584 bis etwa 1649) war längere Zeit hier Bürgermeister (Gemeindepfleger). - Ein weiterer Träger dieses Namens amtete 16 Jahre lang als Schultheiß (von 1636 bis 1652), nämlich Conrad Seibold der Jüngere, der am 23. April 1596 in Fellbach geboren und zwischen 1652 und 1656 gestorben ist. - Noch einmal haben wir einen Seybold zu erwähnen, der 24 Jahre lang (von 1680 bis 1704) Schultheiß zu Fellbach war, den Philipp Seybold (1628-1707). - Als Obermeister des Bäckerhandwerks hat längere Zeit der Bäcker Philipp Seybold (1698-1776) fungiert. - Ein Johann Georg Seybold (1711-1783) war Metzger; der Johann Martin Seybold (1731-1790) hat das Schuhmacherhandwerk ausgeübt und war dazu hin längere Zeit auch Heiligenpfleger, und schließlich ist auch ein Conrad Seibold zu erwähnen, der von der Mitte des 18. Jahrhunderts ab sich in Fellbach als Gastwirt betätigte.

Aus der Zeit gegen Ende des 16. Jahrhunderts, besonders aber aus der nach dem Dreißigjahrigen Krieg, sind folgende nach Fellbach hereingekommene Sippen zu nennen: Die Bauerle, die Ebinger, die Ernst, die Frey, die Heß (seit 1627), die Ende des Jahres 1954 mit der Zahl ihrer Namensträger in der Rangliste der Namenshäufigkeit (hinter den Seibold und den Aldinger) an dritter Stelle stehen, die Laipple (1570 ist der Melchior Leuplin aus Aldingen nach Fellbach zugezogen), die Maile, die mit 108 Namensträgern derzeit an sechster Stelle rangieren, die Pfander (im Jahre 1630 heiratet der aus Mühlhausen im Hegau kommende Hans Pfander, des Martins Sohn, in Fellbach die Witwe des Hans Keller, Elisabetha, geb. Bauer), die Schächterle und die Zerweck (der Küfer Johannes Zerweck aus Uhlbach hat 1640 nach Fellbach geheiratet).

Andere, später in Fellbach zugezogene, aber immerhin auch schon meist mehr als 200 Jahre hier ansässige und noch verhältnismäßig zahlreich blühende Sippen sind: Die Beck (mit 87 Namensträgern), die Daubenschmid, die Elsäßer (mit 31 Namensträgern), die Hägele (mit 40 Namensträgern), die Häußermann, die Hofmeister (mit 114 Namensträgern an vierter Stelle in der Namenshäufigkeit), die Kugler, die Lorenz (mit 81 Namensträgern an 11. Stelle), die Mack (1750 von Winterbach kommend, mit 58 Namensträgern), die Off (1685 aus Winnenden kommend, mit 63 Namensträgern), die Pfund (von Rommelshausen kommend), die Rieger (mit 82 Namensträgern an 10. Stelle), die Rienth (mit 56 Namensträgern), die Stoll (mit 67 Namensträgern) und die Volzer (mit 39 Namensträgern).

Wenn man die Ahnentafel eines echten alten Fellbachers durchstöbert, findet man fast immer darin zwanzig und oft auch mehr der vorgenannten Sippennamen verstreut. Noch um die vergangene Jahrhundertwende konnte man mit einigem Recht behaupten, daß fast das halbe Dorf gegenseitig versippt sei. Inzwischen ist das Dorf Fellbach stetig und mächtig gewachsen, dazu auch Stadt geworden. So drängen immer neue Namen ein. Dann kam nach dem zweiten Weltkrieg noch eine "Völkerwanderung", die auch der Stadt Fellbach weitere Einwohner und damit neue, oftmals recht fremd klingende Geschlechts- und Sippennamen gebracht hat. Bei Durchsicht des Fellbacher Adreßbuchs vom Jahr 1949 war z.B. festzustellen, daß darin nun über 2560 verschiedene Geschlechtsnamen verzeichnet waren, unter denen die alten und angestammten Sippennamen nur noch einen kleinen Bruchteil ausmachen.