"Haider" Tracht aus dem Egerland

(ein Klick vergrössert das Bild)

Anschrift: Friedensstrasse 11, 70734 Fellbach

Öffnungszeiten: jeden 1. Sonntag im Monat, von 15:00 bis 17:00 Uhr oder nach Vereinbarung

 

Betreuerin: Ingrid Forster, Theodor-Heuß-Straße 19, 70736 Fellbach, Tel.0711/574594

Träger: Kreisverband des Bundes der Vertriebenen und Stadt Fellbach

(ein Klick vergrössert das Bild)


  (ein Klick vergrössert das Bild)


Fellbacher Stadtanzeiger, 23. Januar 2006

Große Geschichte auf kleinstem Raum

Ostdeutsche Heimatstube feiert 20-Jahr-Jubiläum - Unzählige Erinnerungen an die bewegte Vergangenheit in Wort und Bild


FELLBACH. "Herta Noske hat nicht nur alles zusammen getragen und ausgearbeitet, sie hat hier gelebt", sagt Ingrid Forster und deutet auf den voll gestopften Raum mit Erinnerungen an die Vergangenheit. In diesem Jahr feiert die Ostdeutsche Heimatstube ihr 20-Jahr-Jubiläum.

"Die Ostdeutsche Heimatstube ist eine einmalige Perle der Heimatliebe", hat Siegfried Raabe aus Rotenburg an der Wümme am 22. Oktober 1988 ins Gästebuch geschrieben. Etwas mehr als zwei Jahre davor, am 8. Oktober 1986, war die Ostdeutsche Heimatstube in Fellbach eröffnet worden. Die treibende Kraft war Herta Noske, die in Freiwaldau-Altvater im Ostsudetenland geboren wurde und in Oeffingen wohnte. Die Ausstellung war ihr Lebenswerk, und sie arbeitete unermüdlich daran.

Von früh bis spät

Herta Noske sei nahezu täglich in das Untergeschoss des Fellbacher Kindertagheims gekommen, sagt Ingrid Forster, die die Ostdeutsche Heimatstube seit Herta Noskes Tod im Jahr 1996 leitet. "Sie ist früh gekommen und spät gegangen. Sie hat sich Kaffee gekocht und den ganzen Tag geschafft." Herta Noske hat viele Schätze aus den Vertriebenengebieten zusammengetragen, und vieles ist ihr als  Leihgabe für die Heimatstube überlassen worden. In der Friedensstraße 11 in Fellbach sind Trachten aus dem  Ederland, Böhmerwäldler  Holzschuhe, alte Werkzeuge  für die Flachsherstellung und eine Kette aus ostpreußischem Bernstein zu sehen. "Wir hatten mehrere davon. Leider wurden uns bei einem Einbruch vor drei Jahren alle bis auf eine gestohlen und noch so manches andere mehr", bedauert Ingrid Forster.

Unglaubliche Energie

Mit dem Ausstellen von Erinnerungsstücken allein war Herta Noske nicht zufrieden. Mit unglaublicher Energie sammelte sie Daten, Fakten, Bilder und Karten über die "geliebte, unvergessene Heimat" und stellte sie zusammen. Die Ostdeutsche Heimatstube beherbergt ein umfassendes Wissen in Wort und Bild, mit dem sich so manches Heimatmuseum gerne schmücken würde. Herta Noske hat auf großen Tafeln interessante Themengebiete wie "Romanik in Böhmen", "Gotik in Böhmen" und "Barock in Böhmen" zusammengefasst.

Alte Trachten und Schriften erzählen in der Heimatstube von einst.
Foto: -Eva Herschmann

Sie hat die Geschichte der Vertreibung dokumentiert, Trachten von alten Bildern und Postkarten abgemalt und aufgehängt und für die Originaltrachten Schaufensterpuppen erbettelt, damit sie die Kleider schön präsentieren konnte. "Sie hat auch viel von ihrem Geld hier reingesteckt" , sagt Ingrid Forster.
Dass die Bücherstube, die 1992 eröffnet wurde, klein und in einem ehemaligen Waschraum untergebracht ist, was an den alten Fliesen an der Wand unschwer zu erkennen ist, hat Herta Noske nicht gestört. Sie freute sich über die kostenlose Zugabe der Stadt zur ebenfalls pachtfreien Heimatstube.
Das Sammeln von Literatur, wissenschaftlicher und belletristischer, zum Thema "ehemalige ostdeutsche Heimatgebiete" betrieb sie mit demselben Feuereifer wie den Aufbau des Museums. "Wir haben früher viele Bücher vom Innenministerium Baden- Württemberg bekommen, aber inzwischen werden es immer weniger", sagt Ingrid Forster. Geringer wird auch die Zahl der Besucher in der Heimatstube. Früher kamen an manchen Öffnungstagen 20 und mehr neugierige Gäste in das kleine Museum.

Freude über jeden

Heute bleiben die Helfer manchmal sogar ganz unter sich. Dennoch erhalten Ingrid Forster und ihre Mitstreiter von der Heimatgruppe Fellbach des Böhmerwaldbunds, der Sudetendeutschen Landsmannschaft und vom Bund der Vertriebenen die Öffnungszeiten aufrecht und freuen sich über jeden, der einen Blick in die Vergangenheit werfen will. Und das 20-Jahr-Jubiläum der Ostdeutschen Heimatstube werden sie auch feiern. "Wir wissen allerdings noch nicht genau wie und wann", sagt Ingrid Forster.

-Eva Herschmann

Die Ostdeutsche Heimatstube in der Friedensstraße 11 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung mit Ingrid Forster, Telefonnummer 0711 / 57 45 94. Es werden auch Führungen angeboten.


back to homepage