Die Stadtverwaltung Fellbach entbietet ihren Gästen ein herzliches Grüß Gott! Es gereicht ihr zur besonderen Ehre, den Herrn Ministerpräsident Prof. Mergenthaler, den Herrn Innen- und Justizminister Dr. Schmid als Vertreter der Staatsregierung, das Oberhaupt der Landeshauptstadt, Herrn Oberbürgermeister Dr. Strölin, ferner so zahlreiche in allen Verwaltungszweigen Württembergs, sowie im Gau Württemberg der NSDAP. führende Persönlichkeiten am heutigen Festtage begrüßen zu dürfen.

Wir Fellbacher dürfen stolz auf diesen Besuchsein und wollen uns recht herzlich darüber freuen. Ist dies doch ein Zeichen der Verbundenheit und der Wertschätzung und nicht zuletzt ein Beweis für die immer wachsende Bedeutung unserer Staatsgemeinde als Gemeinwesen das, vor den Toren Stuttgarts gelegen, die Ausstrahlungen der Großstadt aufzunehmen und sich mit diesem auseinanderzusetzen hat; eine Tatsache, die sich auf den verschiedensten Gebieten zeigt, und die auf dem Gebiete der Boden- und Siedlungspolitik ganz besonders in Erscheinung tritt.

So vollzieht sich am heutigen Tage in Anwesenheit hoher Gäste und unter Teilnahme der gesamten hiesigen Einwohnerschaft die Feier der Stadterhebung. Ganz Fellbach prangt im Fahnenschmuck. Ein lang gehegter Wunsch vieler Fellbacher ist damit erfüllt worden. Fellbach ist Stadt! Eine beachtliche Stufe in der Entwicklung unserer Gemeinde ist erreicht. Die Entwicklung geht weiter. Neue, große Aufgaben tauchen auf. Vorsichtig und bedächtig, doch tatkräftig und mutig gehen wir unseren Weg in die Zukunft. Unsere Zeit erträgt kein schwächliches Zögern, duldet keine Scheu vor der Verantwortung. Nur verantwortungsbewußtes klares und einfaches Denken, als Voraussetzung für ein zielbewußtes und entschlossenes Wollen und Handeln kann richtungsweisend für die Zukunft sein. Der nationalsozialistische Staat hat mit aller wünschenswerten Deutlichkeit und erstaunlichen Eindringlichkeit dem deutschen Volke vor Augen geführt, daß die deutsche  Zukunft nur in einem Staat garantiert ist, der im Gegensatz zu den liberalistisch demokratischen Methoden des abgetretenen Systems die Frage der Persönlichkeit, des Führers, der letzten Endes die Verantwortung zu tragen hat, an den Anfang allen Handelns stellt.

In den Beginn dieses vom Führerprinzip und damit höchster Verantwortungsfreudigkeit beherrschten neuen Staates und Reiches fällt die Erhebung des Marktfleckens Fellbach zur Stadtgemeinde. Diese Tatsache darf und Fellbacher mit stolzer Hoffnung und einem unbeirrbaren Glauben erfüllen, an eine kraftvolle und segensreiche Fortentwicklung unseres Gemeinwesens das heute schon durch das ganz besondere Verdienst des vor wenigen Jahren im besten Mannesalter verstorbenen Schultheißen und Ehrenbürgers unserer Gemeinde August Brändle unter den übrigen württembergischen Städten einen namhaften Platz einzunehmen vermag. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, daß unsere hohen Gäste sich durch ihren heutigen Besuch davon überzeugen werden. Mögen sie ferner den Eindruck mitnehmen, daß Fellbachs Einwohnerschaft für die ihr durch die Stadterhebung zu Teil gewordene Ehre und Anerkennung von ganzem Herzen dankbar ist und darin zugleich eine ernste Mahnung erblickt zum Zusammenhalt und zu weiterer unverdrossener Arbeit im Aufbau unserer geliebten deutschen Heimat

Heil Hitler !

Bürgermeister: Dr. Graser

 

Zur Stadterhebungsfeier
an Fellbach am 29. Oktober 1933

Sei gegrüßt du neuen Stadt
Im dem schmucken Festgewande.
Alles an dir Freude hat
Im dem schönen Abendlande.

Auch als Dorf warst du bekannt
Weit und breit durch deine Weine;
An des Kappelberges Wand
Reift die Traub' im Sonnenscheine.
Schöne Felder grünen hier,
Und daneben saft'ge Wiesen;
 Gärten in der Blumen Zier
Haben stets dein Lob gepreisen.
Auch das Handwerk ruhte nicht,
Industrie und Handel kamen
Und mit froher Zuversicht
Ihre Stätte sie hier nahmen.
Zu dem alten Fellbach trat
Neu=Fellbach mit schönen Straßen,
Städtisch wurd' es in der Tat
Selbst in seinen alten Gassen.
Doch vor allem blühe hier
Gottesfurcht und Lieb und Treue;
Sie sind unsre beste Zier;
Nur durch sie gedeiht das Neue.

Was der Alten Segen war,
Möge bei den Jungen bleiben.
Merk es Dir, du frohe Schar,
auch bei deinem Tun und Treiben.

Blickt auf euren Führer hin,
Der uns Deutschen ist beschieden;
Vaterländisch sei der Sinn,
dann gibt Gott uns Heil und Frieden.
Jüngste Stadt im Schwabenland,
blühe wachse und gedeihe!
Gott mit und! Reicht euch die Hand!
Dies sei Fellbachs schönste Weihe.

                           Alfred Sauberschwarz