1933er

Die Sonne spielt gern ihr neckisches Spiel, 
Sie läßt sich leichweg nicht fangen. 
Sie zeigt uns ein Hoffen... sie steckt uns ein Ziel, 
Und läßt uns dann hangen und bangen.
Sie fandt' uns ein Frühjahr mit Frost und Weh, 
Und narrte Weinberg und Fluren. 
Sie spielte Verstecken in Wolkennäh, 
Und wanderte eigene Spuren.
Wir banden die Reben mit sorgender Hand, 
Wir trugen das Leid durch die Tage. 
Da schob sie hinweg uns der Wolken Wand, 
Und lachte sie aus, unsere Plage.
Sie lachte und lachte und lacht noch heut
Ihr sonnigstes, fröhlichstes Lachen.
Sie sandte uns Frohsinn und Hoffen und Freud,
Aus Zweiflern Bekenner zu machen.
Nun perlt ins Glase der Sonnenwein,
Er lacht, wie die Sonne nur lachte.
Nun Mädel! Du Jugend! Schenk ein den Wein!
Auf das Leben! das neue! erwache!
Gefangen die Sonne! vom Winzer besiegt! 
So gibt sie sich froh uns zum Lehen. 
Was Sonne gebar, was Sonne gefügt, 
Will als Sonne uns täglich erstehen! ...

Rudolf Ableiter-Fellbach.