Entwicklung des Eisenbahnverkehrs in Fellbach


Die erste Strecke der Württ. Staatsbahn von Cannstatt nach Untertürkheim wurde am 3. Oktober 1845 eröffnet. 

Mit Gesetz vom 17. November 1858 Art. 4 (Reg.=Bl. 1858 Seite 249 ff.) wurde der Bau der eingleisigen Ostbahn zur Verbindung der Hauptstadt mit Gmünd, Aalen und Wasseralfingen angeordnet. Eröffnet wurde diese Bahn am 25. Juli 1861. Und damit erhielt auch Fellbach seinen Bahnhof. 

Schon im Jahre 1864 wurde die Strecke Cannstatt-Fellbach und im Jahre 1876 die Strecke Fellbach-Waiblingen zweigleisig  ausgebaut.

Von Anfang an zeigte der Verkehr auf dem Bahnhof Fellbach ein stetiges beträchtliches Wachstum, hinsichtlich der Personenfrequenz nahm Fellbach im Jahre 1882 mit 57254 Personen unter 373 Stationen die 80. Stelle ein. Der Güterverkehr wies in diesem Jahre 9 235 Tonnen auf. Im Jahre 1892 ist der Personenverkehr auf 151 198 Personen und der Güterverkehr auf 16 270 Tonnen angewachsen. Das Jahr 1902 brachte den Personenverkehr auf 262 505 Personen und den Güterverkehr auf 22 260 Tonnen. Im Jahre 1912 stand Fellbach im Personenverkehr unter 667 Stationen an 23. Stelle mit 499519 Personen. Der Güterverkehr hatte es auf 61 261 Tonnen gebracht.

Inzwischen kam der Weltkrieg, der auch für den Bahnhof Fellbach einen beträchtlichen Verkehrsrückgang brachte. Aber schon bis zum Jahre 1922 war ein Aufschwung zu verspüren. Mit 268 222 beförderten Personen und 77 543 abgefertigten Gütertonnen ging das Jahr 1922 zu Ende. 

Dem gesteigerten Verkehr entsprechend wurde der unzulänglich gewordene Bahnhof in den Jahren 1923/25 zu einem modernen Personenbahnhof mit Personenunterführung und einem großzügig angelegten Güterbahnhof umgebaut. 

Bis zum Jahr 1928 hat die Verkehrssteigerung angehalten. Dieses Jahr weist im Personenverkehr 337868 Personen und im Güterverkehr 123798 Tonnen auf. 

Seit der Eröffnung der Straßenbahn im Jahr 1929 ist die Personenfrequenzziffer beim Bahnhof Fellbach in rückwärtiger Bewegung. Im Jahr 1032 ist die Zahl der beförderten Personen auf 228417 zurückgegangen. Durch den allgemein schlechten Geschäftsgang, verbunden mit der  Kraftwagenkonkurrenz ist die Güterbewegung beim Bahnhof Fellbach auf 60000 To. im Jahr 1932 gesunken. 

Erwähnenswert ist noch, daß der erste Betriebsunfall bei der Württ. Staatsbahn leider eine Frau von Fellbach betroffen hat und zwar am 24. Februar 1847. 

Die Frau, die zum erstenmal die Eisenbahn benützte und fürchtete, sich beim Aussteigen zu verspäten, wollte, als der Zug in die Station Untertürkheim einfuhr, von der Treppe herabspringen und kam unter die Räder, durch welche sie so stark verletzt wurde, daß sie während der notwendig gewordenen Abnahme der Beine starb.