[Einige Nachnamen sind im Vergleich zum Original abgekürzt, 
wenn jemand aus geschichtlichem Interesse die 
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Kampf und Sieg der Fellbacher Nationalsozialisten

Von Oskar Glück.

Stolz flattern die siegreichen Hakenkreuzbanner von den Zinnen der öffentlichen Gebäude und der Privathäuser Fellbachs. Sie sind das äußere Zeichen für die grundlegende politische Umwandlung und Umstellung, die sich auch in unserer Gemeinde in den vergangenen neun Monaten vollzogen hat und deren Einfluß überall zu spüren ist. Die Neuorientierung der Fellbacher Bevölkerung ist aber nicht lediglich, wie dies an manchen andern Orten unseres Schwabenlandes der Fall sein mag, die Folge einer äußerlichen Gleichschaltung, einer notwendigen Anpassung an die Umwälzung in unserem deutschen Vaterland, sondern die nationalsozialistische Revolution wurde von weiten Kreisen der Fellbacher Volksgenossen herbeigesehnt, freudig begrüßt und dankbar und zuversichtlich aufgenommen. War doch schon viele Wochen und Monate vor dem 30. Januar 1933 Fellbach als Hochburg der verdammten Hakenkreuzler bekannt und als Hort der „faschistischen Staatsfeinde" verschrien. Wie war diese Entwicklung gerade in Fellbach möglich, wo doch Jahrzehnte lang führende z. T. ortsansässige Männer der „nationalen Rechten" eine starke Anhängerschaft besaßen, wo auf der andern Seite die ganze Industriearbeiterschaft in marxistischem Fahrwasser segelte und wo Mittelstand, Handwerker und Gewerbetreibende in den demokratischen Repräsentanten der goldenen Internationale ihre auserkorenen Führer und Retter sahen? Ich will versuchen, eine Darstellung des manchmal steilen und dornenvollen Weges zu geben, den die Fellbacher Nationalsozialisten zu gehen hatten und der schließlich zum Siege führte.

Bei der Wahl am 20. Mai 1928 entfielen auf die Liste der NSDAP in Fellbach 62 von insgesamt 4273 abgegebenen Stimmen; mit 1,4 Prozent der Gesamtstimmenzahl war diese „neue" Partei unter die kleinsten Splittergruppen zu rechnen. In den ersten Monaten des Jahres 1929 machte sich die Hitlerbewegung in Fellbach zum ersten Mal bemerkbar. Der Hitlerjunge Oskar R. und Pg. Wilhelm Murr, der heutige Reichsstatthalter, sprachen am 11. April 1929 im Gemeindehaus vor einer Anzahl nach einem Rettungsweg suchenden Volksgenossen. Ein vorangegangenes Geplänkel R.s mit der Friedensgesellschaft bewirkte, daß ein gewisses Interesse für die Veranstaltung vorhanden war. Ein Erfolg war zunächst nicht zu verzeichnen, auch einige weitere Versammlungen zeitigten kein positives Ergebnis. Drei Fellbacher Braunhemden fuhren in den ersten Augusttagen des Jahres 1929 zum Parteitag nach Nürnberg und kehrten mit neuen Hoffnungen und neuem Glauben an die Sache ihres Führers zurück. Der Kampf um den Youngplan und die folgenden Monate brachten weitere erfolglose Versuche, in Fellbach Fuß zu fassen. Ein langsam steigendes Interesse für die nationalsozialistischen Kampfziele war zwar festzustellen, aber die Zahl der Mitkämpfer überstieg das halbe Dutzend nicht. Erst die Reichstagswahl am 14. September 1930 brachte einen unerwarteten Erfolg. Zum Entsetzen aller Nutznießer und Parteigänger des Novembersystems gaben 823 Fellbacher der NSDAP ihre Stimme, fast 14 proz. der 5895 Abstimmenden.

Nun begann das Ringen um die Seele des Volkes interessanter zu werden, da die Feinde der neuen Idee Gefahr witterten und aus Selbsterhaltungstrieb sich zum Kampfe stellten. Die einen schimpften über die fanatischen Kämpfer, die andern verlachten die jugendlichen Illusionisten, aber eines war erreicht, man begann, sich mit der NSDAP, mit dem Sinn ihres Kampfes und mit dem Wollen ihres Führers zu beschäftigen. Um die Jahreswende entstand die Zelle Fellbach der NS=Ortsgruppe Stuttgart. Auch die ersten SA.=Männer taten ihren schweren Dienst, vor allem der spätere Führer der Fellbacher SA., Emil Adelhelm, einer der ersten Pioniere der hiesigen nationalsozialistischen Organisation. Die Parole der Fellbacher Marxisten: „Schlagt die Faschisten tot, Fellbach bleibt rot!" konnte nicht verhindern, daß die Zahl der Bannerträger der Idee Adolf Hitlers langsam wuchs und daß im Frühjahr 1931 aus der Zelle eine Sektion und aus den paar SA.=Männern ein SA.=Trupp wurde. Damals trat Gustav Dickert an die Spitze der Fellbacher Nationalsozialisten, der Mann, der in all den vielen Kämpfen die Organisation in unserer Gemeinde mit geschickter Hand leitete und schließlich zum Siege führte. Der erste und vielleicht größte Erfolg der Fellbacher Sektion war die Durchführung des von der Stuttgarter Ortsgruppenleitung angeordneten Zweimonatsplanes im Sommer 1931. Unter Einsatz jedes Parteigenossen wurde unermüdlich Sprechabende abgehalten, die Ideen Hitlers in Herzen und Hirne der Fellbacher hineingehämmert und -getrommelt, der Feind gestellt, wo er zu fassen war, und ihm die guten und brauchbaren Elemente mit allen Mitteln abgerungen. Und der Erfolg war so riesengroß, wie ihn niemand erwartet hatte. Als die zwei Monate um waren, stand die Sektion Fellbach mit 200 Prozent Mitglieder= und Mitkämpferzuwachs an der Spitze sämtlicher Sektionen der Ortsgruppe Stuttgart und war reif für die kommenden Wahlschlachten.

Der nächste Kampfabschnitt wurde am 25. September 1931 verheißungsvoll eingeleitet mit einer Massenkundgebung im Gemeindehaus mit Pg. Mergenthaler, dem heutigen Württ. Ministerpräsidenten und Kultminister als Redner; die beiden Säle waren derart überfüllt, daß die Versammlung von der Polizei gesperrt werden mußte. Am 24. Oktober 1931 ging ein alter Wunsch der Fellbacher Nationalsozialisten in Erfüllung; bei einem „Deutschen Abend" im Adlersaal wurde die Ortsgruppe Fellbach der NSDAP aus der Taufe gehoben und Gustav Dickert mit der Führung der jungen Ortsgruppe beauftragt. Auch bekam Fellbach in diesen Tagen einen eigenen SA.=Sturm. Daß der Fellbacher SA. bei der öffentlichen Gefallenengedenkfeier im November 1931, zu der die ganze Gemeinde eingeladen war, auf Wunsch der marxistischen Organisationen von der Gemeindeverwaltung der Zutritt verweigert und sie bei ihrem Erscheinen von der Ortspolizei vom Platz gejagt wurde, sei ebenfalls nicht vergessen. Ihre Feuertaufe bekam die junge Ortsgruppe bei der Gemeinderatswahl, die am 6. Dezember 1931 nach einem erbitterten Wahlkampf stattfand, und bei der die NSDAP zum ersten Mal an der Spitze sämtlicher Parteien marschierte; trotzdem sich die Schlagkraft der NS.=Ortsgruppe bei der vorwiegend nach personellen und nicht nach politischen Gesichtspunkten durchgeführten Wahl nicht voll auswirken konnte, entfielen doch von den 5274 abgegeben neu gültigen Stimmen 1227 (23%) auf die Vertreter der NSDAP. Seit diesem Tage verfechten die Pg. Wilhelm Z. und Friedrich S. die nationalsozialistische Idee auf dem Fellbacher Rathaus. Zunächst war es den Fellbacher Nationalsozialisten jedoch nicht möglich, die Gemeindeverwaltung entsprechend ihrer Stärke und Anhängerschaft in der Gemeinde zu beeinflussen, da die NS.=Vertretung einerseits in Auswirkung eines rückschrittlichen Gesetzes zahlenmäßig viel zu schwach war und andererseits den beiden „neugebackenen" Gemeinderäten der NSDAP stets eine in ihrem Haß und in ihrer Feindschaft eng verbundene Einheitsfront vom Bauernbund bis zu den Kommunisten gegenüberstand.

Das neue Kampfjahr 1932, das Jahr der großen politischen Wahlen, sah die Fellbacher Nationalsozialisten in unaufhaltsamem Vormarsch, während sich alle andern politischen Gruppen und Parteien von rechts bis links nach erbittertem Ringen von einer Verteidigungsstellung in die andere zurückziehen mußten. Die Gemeinde wurde aufgewühlt wie nie zuvor, und jeder einzelne Volksgenosse wurde auf irgendeine Weide gezwungen, dich mit der nationalsozialistischen Weltanschauung und ihrem hervorragendsten Repräsentanten Adolf Hitler zu befassen. An Hand der Wahlergebnisse kann am besten der Siegeszug der Fellbacher Nationalsozialisten aufgezeigt werden. In den beiden ersten Wahlschlachten ging es um die Befetzung des Reichspräsidentenstuhls. Am 13. März 1932 entfielen von 6471 abgegebenen gültigen Stimmen 2348 (36%), am 10. April 1932 von 6129 abgegebenen gültigen Stimmen 2457 (40 %) auf den nationalsozialistischen Führer. Nach dem Zwischenspiel der Bürgermeisterwahl, die infolge Verkettung widriger Umstände, insbesondere durch das völlige Versagen der sogenannten „Bundesgenossen" am 16. April der NS.=Ortsgruppe eine Niederlage brachte, war die Landtagswahl vom 24. April 1932 wieder ein voller Erfolg; von 5570 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf die nationalsozialistische Liste 1833 (33 %). Daß in dieser Zeit (13. April 1932) die SA. und SS. verboten wurde, sei ebenfalls erwähnt; der einige Wochen später erfolgte Sturz Brünings führte zur Aufhebung des Verbots. 

Der nun beginnende Endkampf um die Macht mußte vorwiegend gegen die Reaktion geführt werden; auch in Fellbach leistete diese im letzten Stadium des Kampfes heftigen Widerstand. Die Reichstagwahl am 31. Juli 1932, vorbereitet in einem gewaltigen Wahlkampf, leitete diesen Abschnitt ein. Mit 2387 Stimmen entschieden sich 38 % der 6213 abstimmenden Volksgenossen für die NSDAP. Nach einem zermürbenden Kleinkrieg zwang die Reaktion das erwachende Volk am 6. November 1932 nochmals an die Wahlurne, um die nationalsozialistische Freiheitsbewegung zu schwächen und ihren volksfeindlichen Wünschen gefügig zu machen. In Fellbach entfielen an diesem Tage von 6159 Stimmen 2009 (33%) auf die nationalsozialistische Liste. 

Mit dieser Wahl war die Macht der vielen Feinde der deutschen Freiheitsbewegung gebrochen, und es blieb nichts anderes übrig als die Uebergabe der Staatsführung an den Volksführer Adolf Hitler am 30. Januar 1933. Bei der von ihm auf 5. März 1933 angeordneten Reichstagswahl entfielen in Fellbach auf die NS.=Liste 3135 Stimmen = 45,3% bezw. bei Nichtberücksichtigung der nicht in Betracht kommenden kommunistischen Stimmen 52,6% der abgegebenen Stimmen. Fellbach hatte damit in freier und geheimer Wahl ein überwältigendes Bekenntnis zur Weltanschauung, zur politischen und kulturellen Zielsetzung und zur Staatsführung des Führers der Nation abgelegt. Ihrer Freude und ihrem Jubel über diesen gewaltigen Sieg gaben die Fellbacher Braunhemden dadurch Ausdruck, daß sie nach dem Wahlsieg um Mitternacht vor das Rathaus der eroberten Gemeinde zogen und am Flaggenmast das blutrote Hakenkreuzbanner, unter dem sie gekämpft und gesiegt hatten, hissten. 

Daß entsprechend der Entscheidung am 5. März schließlich die Neubildung des Gemeinderats erfolgte und daß dabei in die „wohlerworbenen Rechte" mancher alten mit der Gemeindeverwaltung viele Jahrzehnte lang eng verbundenen Familien eingegriffen wurde, hat zunächst mancher Volksgenosse nicht so ganz verstanden. Auch daß im Laufe der Zeit alle die alten Parteien, Gruppen und Verbände von der politischen Bildfläche verschwinden mußten, hat dem oder jenem nicht so ganz zugesagt. Aber diese Maßnahmen waren unbedingt notwendig, da die Rettung Deutschlands davon abhängt, daß es möglichst rasch gelingt, unter rücksichtsloser Beseitigung jedes aktiven und passiven Widerstands, unter radikaler Verhinderung jeglicher Opposition und Obstruktion gegen die politische Entwicklung der neuen Staatsidee und der nationalsozialistischen Weltanschauung im Reich, in den Ländern, in den Gemeinden und bei allen Volksgenossen restlos zum Durchbruch zu verhelfen. In Auswirkung der Gleichschaltung der Gemeindevertretungen verschaffen jetzt neun nationalsozialistische Gemeinderäte unter Leitung des Fraktionsführers Dickert dem Willen der Fellbacher Bürgerschaft bei der Gemeindeverwaltung Geltung; im ganzen bestand die Gemeindevertretung zunächst aus 16 und dann aus 13 Mitgliedern.

Diese Darstellung der Entwicklung der NSDAP in Fellbach wäre nicht vollständig, wenn nicht die zahlreichen Unter- und Nebenorganisationen der Ortsgruppe, der übrigens auch die nationalsozialistischen Organisationen in Schmiden und Oeffingen als Zellen angeschlossen sind, kurz erwähnt würben. Als erste Gruppe mit besonderen Aufgaben entstand die SA. Die Fellbacher SA.=Männer gehörten zunächst dem Stuttgarter Sturm I und vom Frühjahr 1931 ab bdm Sturm 41 (Cannstatt) als Schar und später als Trupp an. Seit l. November 1931 besteht der Fellbacher SA.=Sturm 15/119 unter Führung des jetzigen Obersturmführers Adelhelm. Seit Ende des Jahres 1931 hat Fellbach auch einen dem Motor=Sturm 4/119 (Bad Cannstatt) angeschlossenen Motor=SA=Trupp. Neben der SA. entstand ebenfalls schon im Jahre 1931 eine SS. Die Fellbacher SS.=Männer machten zunächst Dienst im Stuttgarter SS.=Sturm I, seit Herbst 1931 beim Cannstatter Sturm3/1/13; im April 1932 wurde Fellbach selbständiger Trupp in diesem Sturm. Seit August 1933 hat Fellbach, dem Untertürkheim und Mettingen angeschlossen ist, einen eigenen SS.-Sturm (3/II/13). Als eine der ersten Ortsgruppen in Württemberg bildete sich in Fellbach im November 1932 eine örtliche Organisation des Kampfbundes zur Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes unter Leitung des späteren Kreis=Kampfbundführers Ernst H. . Aus dieser Ortsgruppe wurde im August 1933 die örtliche NS.=HUGD (Nationalsozialistische Handwerks=, Handels= und Gewerbe Organisation) und der der deutschen Arbeitsfront angeschlossene G.H.G. (Gesamtverband von Handwerk, Handel und Gewerbe). Seit Januar 1933 steht in Fellbach eine Ortsgruppe der NSBD; unter Führung des jetzigen Kreisbetriebszellenleiters Franz B. wurde von dieser Seite um die Arbeiterschaft in den Betrieben gerungen. In den ersten Monaten des Jahres entstand hier unter Führung von Pg. S. eine NS.=Bauernschaft; die jetzige Ortsbauernschaft führt Gottlob H. . Unter Leitung des Pg. M., der auch Stützpunktleiter des örtlichen NS.=Lehrerbundes ist, entstand im November 1932 eine Ortsgruppe des NS.-Beamtenbundes. Als jüngste nationalsozialistische Organisation bildete sich vor wenigen Monaten unter Führung von Wilhelm R. eine Ortsgruppe der NS.=Kriegsopferversorgung. Aus der schon im Jahre 1931 entstandenen Frauengruppe unter Leitung von Johanna S. (D.) erwuchs im Januar 1933 die NS.=Frauenschaft Fellbach mit Frau J. L. als Führerin, der B.d.M. (Bund deutscher Mädel) unter Führung von Lotte B. und die Jungmädel unter Leitung von Margret L.. Diese beiden Mädchengruppen gehören ebenso wie das von dem Stammführer 8/119 Gotthilf M. geleitete Jungvolk organisatorisch der Hitlerjugend an, die schon in den Jahren 1928 und 1929 unter Oskar R. in Fellbach arbeitete. Die Fellbacher HJ. steht heute unter dem Unterbannführer II/119 Helmut L. und dem Gefolgschaftsführer Fritz S. 

Blicken wir heute auf diese Kampfjahre zurück, sehen wir, wie langsam in unermüdlichem, zähem und verbissenem Ringen der Boden reif gemacht wurde für die nationalsozialistische Volksgemeinschaft, für die heutige Zeit, in der es möglich ist, an Stelle von klassenkämpferischen Veranstaltungen der „Proletarier aller Länder" und exklusiven Zusammenkünften der „besseren" Leute wahre Volksfeste wie den Tag der Arbeit, den Ehrentag der Bauern u. a. unter einmütigem Zusammenstehen und Zusammenhalten aller Schichten und Stände der Fellbacher Volksgenossen zu feiern, für das neue Reich, indem aus einem wirren Haufen sich gegenseitig bekämpfender Gruppen von Einzelindividuen ein Volk wurde, das in gleichem Schritt und Tritt dem einen großen Ziel entgegenmarschiert, der Errichtung der nationalen und sozialen Freiheit, so ist es eine Ehrenpflicht, derer zu gedenken, die in rund 80 Versammlungen und Sprechabenden, politischen und kulturellen Kundgebungen, in rastloser, zermürbender Kleinarbeit Tag für Tag und manchmal Nacht für Nacht gekämpft und gestritten haben, die unter dem Hohn und dem Spott aller „vernünftigen" Bürger und angefeindet und verleumdet von den meisten ihrer Volksgenossen unter Einsatz von Gut und Blut schweigend ihre harte Pflicht taten, und die durch ihren nimmermüden Kampfeswillen und ihre alle Hindernisse überwindende Treue zu ihrem Führer schließlich auch Fellbach sturmreif gemacht haben. 

Der einfache SA. und SS.=Mann, der Amtswalter und der Hitlerjunge haben unter ihren Führern die Tatsachen geschaffen, auf deren Boden sich nach der Machtübernahme das ganze Volk stellen konnte und sollte. Aufrichtige Dankbarkeit und neidlose Anerkennung der Leistungen der alten Kämpfer muß und wird besonders für die vielen Volksgenossen eine Selbstverständlichkeit sein, die sich nach dem 5. März als neue Parteigenossen bei der NSDAP angemeldet haben; denn ein wahrer Nationalsozialist zeigt sich in erster Linie darin, dass er seinen Volksgenossen und Bruder nicht nach Stand, Hab und Gut, sondern nach seiner Leistung für die Allgemeinheit bewertet. Mögen die neuen Parteigenossen möglichst rasch die nationalsozialistische Weltanschauung zu ihrer eigenen machen, möge ihre aufrichtige Begeisterung und Anteilnahme am Kampf des Volksführers Adolf Hitler möglichst früh Darin zum Ausdruck kommen, daß sie Nationalsozialismus leben und dadurch den nicht der NSDAP angehörenden Brüdern und Schwestern durch ihr Leben, durch vorbildliches Tun und Lassen als Propagandisten der neuen Staats= und Volksidee mit gutem Beispiel vorangehen. Dann werden die Fellbacher Nationalsozialisten auch in der schicksalsschweren Zukunft unter ihren Führern, dem Kreisleiter Dickert und dem Ortsgruppenleiter C., zum Segen alle ihre Pflicht erfüllen und ihrer großen Aufgabe gerecht werden. Das walte Gott!



Fellbach, eine Hochburg der Nationalsozialisten

Von Obersekretär C., Leiter der Ortsgruppe Fellbach der NSDAP.

Wer die verschiedenen Wahlergebnisse der letzten Jahre in unserer Gemeinde einer fortlaufenden Betrachtung unterzog und die für die NSDAP abgegebenen Stimmenzahlen mit den Stimmenzahlen aller übrigen Parteien verglichen hat mußte feststellen, daß sich die NSDAP in unserer Gemeinde schon frühzeitig eine sehr starke Stellung verschaffte und bereits Ende des Jahres 1931 zur stärksten Partei geworden war, also zu einer Zeit, wo dies in Württemberg im Landesdurchschnitt noch nicht der Fall war. Vergleicht man fernerhin die von der NSDAP am hiesigen Orte erzielten Stimmenzahlen mit denjenigen, welche die NSDAP in unserer Oberamtsstadt Waiblingen und in sämtlichen übrigen Gemeinden unseres Oberamtsbezirks erhielt, so tritt klar zu Tage, daß der Nationalsozialismus - verhältnismäßig betrachtet - in unserer Gemeinde von Anfang an viel stärker Fuß gefaßt hatte, als in den übrigen Gemeinden unseres Oberamtsbezirks. Fellbach war und ist auch heute noch unbestritten die Hochburg des Nationalsozialismus im Bezirk Waiblingen. Diese Tatsache hat ihre Gründe. Einmal war der Boden für die Aufnahme der nationalsozialistischen Idee und Weltanschauung in Fellbach im allgemeinen gesehen nicht ungünstig, wenn sich auch hier natürlich viele Widerstände erst nach hartem Abwehr- und Aufklärungskampf beseitigen ließen. Mit welchen Mitteln auch in Fellbach die NSDAP von allen Seiten - oft auch von der sogenannten bürgerlichen Mitte - bekämpft wurde, ist zu bekannt, als daß hier nochmals besonders darauf eingegangen werden müßte. Die Verhältnisse lagen jedoch in Fellbach im großen ganzen so, daß die Landwirte und Bauern wie auch die Angehörigen des gewerblichen Mittelstandes für den Nationalsozialismus zugänglicher und von der Richtigkeit unseres Kampfes besser zu überzeugen waren, als die Arbeiterschaft, welcher in jahrzehntelanger, systematischer Arbeit die Wahnidee des Marxismus und damit des Klassenkampfes von Jugend auf eingehämmert und eingeimpft wurde. Trotzdem hatte aber auch innerhalb der hiesigen Arbeiterschaft - im besonderen unter der jüngeren Generation - der Nationalsozialismus bald, wenn zu Anfang unseres Kampfes auch langsam, so doch stetig Boden gewonnen, insbesondere als den verführten und verhetzten Arbeitern die Verlogenheit, Feigheit und Skrupellosigkeit ihrer eigenen Führer, von denen jeder nur für seine eigenen Sachen sorgte, vor Augen geführt und unter Beweis gestellt werden konnte. Der weitere Grund, warum sich Fellbach zu einer nationalsozialistischen Hochburg entwickelte und naturnotwendig entwickeln mußte, lag aber nicht zuletzt darin, dass hier schon vor vielen Jahren eine kleine treue Kämpferschar die Fahne unseres Führers Adolf Hitler ergriff und den schweren Kampf gegen eine Welt von Parteien, Interessengruppen und Verbänden aufnahm. Es soll und kann hier nicht unerwähnt bleiben, daß unser jetziger Kreisleiter Pg. Gustav Dickert zusammen mit einem kleinen Stab treuer Mitkämpfer die hiesige Ortsgruppe der NSDAP aus einem Nichts heraus schuf und aufbaute, zu einer Zeit, als noch viel Opfermut, Tatkraft und Entschlossenheit dazu gehörte, sich offen zum Nationalsozialismus zu bekennen und sich für ihn mit Gut und Leben einzusetzen. Die Geschichte der Fellbacher Ortsgruppe der NSDAP wird deshalb auch für ewige Zeiten und unlösbar mit dem Namen und der Person unseres Pg. Gustav Dickert verbunden bleiben.

Heute, nach dem Siege der nationalsozialistischen Revolution und anläßlich der Stadterhebung unserer Gemeinde Fellbach, darf letztere auch mit Stolz und Befriedigung darüber erfüllt sein, daß sie sich, dank der Arbeit tapferer Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, zu einer Hochburg des Nationalsozialismus entwickelt hat und daß heute die Mehrzahl der Fellbacher Einwohnerschaft in vorderster Linie im Kampf mit unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler für ein besseres und glücklicheres deutsches Vaterland steht. Wir wollen aber gleichzeitig geloben, jetzt erst recht im Sinne unseres Führers mit unermüdlicher Kraft und Ausdauer daran zu arbeiten, bis auch in Fellbach der letzte Volksgenosse das Gedankengut des Nationalsozialismus als das letzte und größte Vermächtnis seines Lebens in sich aufgenommen hat.