Fellbach und seine Presse

Fellbachs Interessen haben an ihrer örtlichen Presse stets eine wackere Helferin und Verfechterin gehabt. Im Jahre 1888 gründete der Buchdruckereibesitzer Wilhelm Weller, gebürtig vom nahen Hegnach, den „Boten vom Kappelberg" als Intelligenz= und Anzeigenblatt für Fellbach und Umgebung. Das Blatt erschien in den ersten Jahren seines Bestehens zunächst Mittwochs, Freitags und Sonntags. Als verantwortlicher Redakteur zeichnete der Buchdruckereibesitzer Wilhelm Weller selbst. Gar bald, schon im Jahre 1892 legte der „Bote vom Kappelberg" seinen Lesern als Sonntagsbeilage ein „Illustriertes Unterhaltungsblatt" bei, blieb jedoch lange Jahre bei seinem dreimaligen Erscheinen in der Woche. 
Die Zeitung wurde zunächst in der Karlstraße gedruckt; später wurde die Druckerei in das Haus Nr. 3 der Cannstatterstraße verlegt.   

Im zweiten Kriegsjahre, am 1. Oktober 1915, erwarb G. Conradi käuflich Druckerei und Zeitung, die zunächst: noch 2 1/2 Jahre im Hause Nr. 3 der Cannstatterstraße weitergedruckt wurde. Am 1. Oktober 1916 wurde der Name der Zeitung „Bote vom Kappelberg" mit Genehmigung des damaligen Gemeinderats in „Fellbacher Tagblatt" umgeändert, aber als Untertitel die Bezeichnung „Amtsblatt für Fellbach" und „Bote vom Kappelberg" beibehalten. Man ging zum täglichen Erscheinen über, vergrößerte Umfang und Aufmachung und legte gar früh wertvolle Beilagen, besonders auf heimatkundlichem und bäuerlichem Gebiete bei. Das „Fellbacher Tagblatt" erscheint mit der Nebenausgabe „Freund von Schmiden" und wird um die Mittagszeit ins Haus gebracht bezw. mit der Post versandt.

Im Jahre 1917 siedelte G. Conradi mit seiner Druckerei und seinem Haushalt in das der Gemeinde gehörende Haus der „alten Apotheke" über, wo die Druckerei mit den Jahren, immer mehr ausgebaut wurde und nun eine größere Anzahl neuzeitlicher Setz= und Druckmaschinen besitzt. Auch das „Fellbacher Tagblatt", mit der Geschichte Fellbachs nun mehr als 45 Jahren aufs engste verbunden, nimmt an der Erhebung Fellbachs zur Stadt wärmsten Anteil und wird sich, wie bisher, auch ferner in den Dienst der Gemeinde, des Wohles unserer engeren und weiteren Heimat und unseres großen deutschen Vaterlandes unter Führung seines Volkskanzlers Adolf Hitler stellen.