Evangelische Frauenheimat


Die Anregung zur Errichtung einer Anstalt für alleinstehende dienstunfähige Dienstboten gab schon 1854 eine Frau Wilhelmine Metzger von Stuttgart. Ein Kreis christlich gesinnter Freunde sammelte in der Stille Geldmittel, und am 23. Oktober 1875 wurde das stattliche Heim in der Pfarrstraße seiner Bestimmung übergeben. Es bietet in Einzelzimmern und Saalkabinetten Raum für 35 Pfleglinge. Die Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte erweiterte die Aufgabe des Hauses dahingehend, daß nicht nur Dienstboten, sondern Frauen überhaupt, Aufnahme finden. Der Verpflegungssatz ist der von der Zentralleitung für Wohltätigkeit in Württemberg für alle derartigen Anstalten allgemein festgesetzte. Seit 1929 führt das Heim den Namen „Evangelische Frauenheimat"'. 

Der Leiter des Landesverbands für die Innere Mission ist der derzeitige Vorstand des Verwaltungsrats, der das Fellbacher Heim, zusammen mit den Schwesteranstalten Stammheim bei Ludwigsburg, Lorch, Sulzbach a. d. Murr und Hedelfingen betreut. Die Hausmutterstelle hier haben seit 1884 Diakonissen des Stuttgarter Mutterhauses inne. Schwester Johanna Hauber steht seit 1917 in der Leitung des Heimes; ihr zur Seite steht eine weitere Diakonissin. 

In den 58 Jahren des Bestehens fanden 230 Pfleglinge für die Tage des Alters und der Hilfsbedürftigkeit freundliche Pflege. Einzelne Pfleglinge waren schon 20 bis 30 Jahre im Haus. Die älteste Frau unserer Gemeinde ist zur Zeit ein Pflegling des Heimes: Luise Götz vollendet am 3. Dez. ds. Js. ihr 98. Lebensjahr.