Kurzer Rückblick über die Entwicklung der Methodistengemeinde Fellbach


Die Gründung der Methodistengemeinde Fellbach fällt in das Jahr 1868. Ihre ersten Versammlungen hielt sie in Privatwohnungen. Trotz mancherlei äußeren Hemmungen und Schwierigkeiten wuchs die Gemeinde zusehends. Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab Gott durch diese Gemeinde unserem Ort eine schöne religiöse Erweckungszeit. Das hatte zur Folge, daß auch die Methodistengemeinde selbst immer größer wurde, so daß Privatwohnungen für ihre Bedürfnisse nicht mehr ausreichten. Stiftungen und große Opferwilligkeit der Gemeindeglieder ermöglichten 1885 den Bau einer Kapelle in der Burgstraße jetzt Werkstatt des Wagnermeisters Fried. 

Durch die nun gewonnene äußere Unabhängigkeit konnte sich die lebendige Gemeinde frei entfalten. Im Laufe der folgenden zwei Jahrzehnte festigte sich das Werk nach innen und außen. Gar bald zeigte es sich aber, daß auch diese Kapelle den notwendig geworbenen Bedürfnissen der sich ausdehnenden Gemeinde nicht mehr genügt. Tüchtige und treue Gemeindeführer erkannten das rechtzeitig. In richtiger Erkenntnis der neuen und raschen Vorwärtsentwicklung unserer Ortsgemeinde dem Bahnhof zu, erwarben diese Männer in der Schulstraße einen sehr günstigen Bauplatz, allwo heute das schöne methodistische Gemeindehaus steht, das 1914, kurz vor Ausbruch des Krieges, dem Dienste Gottes geweiht wurde. Bis vor drei Jahren stand die Gemeinde unter der Führung des in Bad Cannstatt wohnenden Predigers. Ihr Stand und ihre Entwicklung verlangten aber einen eigenen, am Platze wohnenden Führer, den die Gemeinde in dem ihr noch heute vorstehenden Prediger H. Jeuther erhielt. Ihm stehen in der Arbeit eine Anzahl fleißiger Helfer zur Seite. Zur Zeit zählt die Gemeinde rund 200 Mitglieder. Ohne jegliche Selbstüberhebung kann von ihr gesagt werden, dass sie im Laufe der Jahre an der religiösen Beeinflussung und Entwicklung Fellbachs rege beteiligt war und eine wirksame Arbeit tat. 

Möge von der hiesigen Methodistengemeinde auch fernerhin volle Geltung haben, was bei der Grundsteinlegungsfeier zum jetzigen Gemeindehaus am 11. Oktober 1913 der damalige Ortsvorsteher, Herr Schultheiß Brändle, in seiner Rede u.a. sagte: „Es freut mich, daß die Methodisten in Fellbach neben ihrer religiösen Arbeit auch mithelfen in der Verbesserung und Förderung des Wohlstandes in Fellbach, durch soziale Arbeit (gemeint ist der Erfolg den die Gemeinde in der Rettung von Trinkern erzielte), und ich möchte euch ermuntern, fortzufahren in dieser Richtung." 

Hermann Jeuther, Prediger.