10 Jahre Zweigstelle Fellbach der Oberamtssparkasse Waiblingen

Am 1. Oktober 1923, unmittelbar vor dem Zusammenbruch der Währung, wurde die Zweigstelle Fellbach der Oberamtssparkasse Waiblingen eröffnet. Sie kann also heuer auf ein Zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Die Entwicklungskurve ging während dieser Zeit stets aufwärts. Einmal  waren es die vom früheren Oberamtsbezirk Cannstatt noch vorhandenen gut ausgebauten Annahmestellen der Oberamtssparkasse Cannstatt, die das sichere Fundament abgaben, dann aber begünstigte eine rasche Entwicklung besonders der große Platz mit seinen günstigen Verhältnissen und seiner glücklichen Mischung von Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie. Nicht nur der Sparverkehr, sondern insbesondere auch der Giro-, Scheck- und Kontokorrentverkehr fanden rasch Eingang bei der fortschrittlich eingestellten Bevölkerung, so daß man heute sagen kann, daß sich alle Bevölkerungskreise der Sparkassenzweigstelle, die unter den Geldinstituten Fellbachs zu Bezug auf Umsatz und Einlagenbestand die erste Stelle einnimmt, bedienen. Auch im Kranze der Zweigstellen des Landes hat sich die Zweigstelle Fellbach Bedeutung verschafft, ist sie doch bis zur vierten Stelle unter den 70 Zweigstellen des Landes vorgerückt. Die Zweigstelle zählt heute rund 4300 Sparkonten und rund 900 Girokonten, der Einlagenbestand beträgt über 2 Millionen RM. Die Umsätze haben sich von Jahr zu Jahr gesteigert und haben im Jahre 1932 24 Millionen Reichsmark (auf einer Seite des Hauptbuchs) betragen. Es ist allen Bedürfnissen des modernen Geldverkehrs Rechnung getragen. Trotz der Juli-Krise 1931 kann die Oberamtssparkasse Waiblingen und mit ihr die Zweigstelle Fellbach alle begründeten Kredit- und Darlehensgesuche nach wie vor befriedigen. Die Liquidität der Kasse war gut und ist bis auf den heutigen Tag günstig geblieben. Irgendwelche Verluste hat die Sparkassenzweigstelle nicht zu beklagen. Die Sparer haben ihr daher stets mit Recht das uneingeschränkte Bertrauen entgegenbringen können. Was die Bevölkerung immer von neuem mit der Sparkassenzweigstelle verbindet, ist deren durchaus gemeinnützige Einteilung. In Erfüllung dieser Aufgabe war die Sparkasse bemüht, die Zinsspanne so niedrig als möglich zu halten; die Ausleihezinsen sind soweit als möglich gesenkt worden. So berechtigt die Forderung nach weiterer Senkung auch sein mag, so berechtigt ist auch die Forderung der Sparer, den Zins für die Spargroschen nicht noch weiter zu senken. Die Sparkasse will ihren Einlegern geben, was sie vermag, sie will mit ihren Kunden, mit Einlegern und Kreditnehmern, arbeiten: Vertrauen gegen Vertrauen.

Gegenwärtig werden die Räume der Zweigstelle durch einen Anbau wesentlich erweitert. Einem dringenden Bedürfnis wird dadurch abgeholfen. Die Sparkasse ist der festen Zuversicht, daß sie im nationalsozialistischen Staat ihren alten Platz in der Kapitalsammlung sowie in der Kreditversorgung des Mittelstandes und des Kleingewerbes nicht nur behaupten, sondern auch weiter festigen kann. Ebenso wie der jungen Stadt Fellbach kann man daher auch der Sparkassenzweigstelle ein „herzliches Glückauf" für die weitere Zukunft zurufen.