Die alten Untertürkheimer Familien

Von Wilhelm Zwicker, um 1931

Wer heute das Adreßbuch der Landeshauptstadt durchblättert, findet in bestimmten Straßen Untertürkheims, besonders denen, die zum alten Kern des Ortes gehören, eine ganze Reike von Familiennamen, die beständig wiederkehren. Es sind die Berner, Gaßmann, Hammer, Haug, Hettich, Kurz, Munk, Paule, Reichert, Scheef, Scheihing, Schwarz, Warth, Zaiß, Zerweck. Es sind die Namen der "Eingesessenen". Das Wort "eingesessen" hat einen bitteren Nebengeschmack. Man denkt dabei an selbstgerechte und selbstbewußte Ablehnung alles Fremden, "Reingeschmeckten". Wer den Übergang Untertürkheims vom Weingärtnerdorf zur Fabrikstadt miterlebt hat, weiß, wie stark die Gegensätze am Anfang dieser Entwicklung empfunden wurden und wie sie besonders heftig und dramatisch in das Familienleben eingriffen, wenn das "Wengertermädle" einen "Fabrikler" heiraten wollte. Die Alteingesessenen, mit dem Boden und der Heimat fest verwurzelten, blickten voll Mißtrauen auf das Neue, das auf so unsicherer Lebensgrundlage, wie es die Fabrikarbeit in den Augen der Weingärtner war, sein Dasein gründete. Die Kämpfe sind heute zur Ruhe gekommen, man hat sich gegenseitig kennen und in seiner verschiedenen Lebensführung großenteils auch verstehen gelernt, die Arbeiter und Angestellten haben die Alteingesessenen an Zahl weit überflügelt. Aber diese Tatsachen könnten die Vermutung nahelegen, man habe sich in Untertürkheim von alters her gegen alles Fremde gesperrt, man habe "ineinander geheiratet", sozusagen Inzucht betrieben. Die Familienregister und Kirchenbücher der Jahre 1693-1835 beweisen das Gegenteil. Die unmittelbare Umgegend, die Weingärtnerorte des Rems- und Bottwartals, daneben auch die Fildern und die Kirchheimer Gegend waren für die Ehewahl bevorzugt. Wo die Arbeitskräfte in der eigenen Familie nicht ausreichten, holte man sich gerne einen Knecht oder eine Magd aus diesen Gegenden, man lernte sich schätzen, und so kam auf diese Weise manche Verbindung zustande. Es läßt sich da und dort fast mit Händen greifen, wie eine neu geschlossene Verbindung mit einer auswärtigen Familie weitere nach sich zog. Man hatte sich als Hochzeitsgäste, durch gegenseitige Besuche, beim Gevatterstehen kennengelernt, und so schlossen sich an eine Familienverbindung zwischen zwei Orten gern noch weitere an. Manchmal zeigt es sich aber auch deutlich, daß Söhne und Töchter einer bestimmten Familie im Ort selbst keine Ehepartner fanden, weil die Familie vielleicht wirtschaftlich heruntergekommen oder die Familienverhältnisse zerrüttet waren. Dann hielt es schwer, eine Tochter des eigenen Ortes heimzuführen, wie man es auch nicht leicht nahem, dem Sohn eine Verbindung mit einer solchen Familie zu gestatten. Wer als Unbekannter von auswärts in eine  ortsansässige Familie hineinheiratete, der mußte sich erst bewähren, ehe die neue Verwandtschaft ihn als vollberechtigt anerkannte. Nur wer durch Amt und Würde über die gewöhnlichen Sterblichen hinausgehoben war, hatte es leicht, sich eine Stellung in der Gemeinde zu schaffen. Er ist auch von vorn herein in den Kirchenbüchern durch ein "Herr" vor seinem Namen hervorgehoben, eine Auszeichnung, die sonst nur noch dem Bürgermeister, den "Gerichts- und Ratsverwandten", dem Heiligenpfleger zukam. Nicht allzu oft gelang es einer Familie, im Orte festen Fuß zu fassen, wenn beide Ehegatten ortsfremd waren und der Hausvater keinen besonderen Rang aufzuweisen hatte.

Das neuen Blut wurde in erster Linie von der weiblichen Seite in die Familie hineingebracht; die Männer holten sich vielfach auswärtige Frauen, vielfach wurden auch die Töchter nach auswärts verheiratet, der umgekehrte Fall ist seltener. Das gilt vor allem für die Weingärtnersfamilien. Die Träger neuer Namen sind meist zunächst Gewerbetreibende, die oft ihren Beruf innerhalb der Familie vererben. So wird durch einige Geschlechter hindurch das Schlosserhandwerk von der Familie Hummel, die Küferei von der Familie Schmid, das Zimmermannshandwerk von der Familie Neef betrieben, während die Familie Koch die angesehenen Kaufleute des Ortes stellt. Verschiedentlich wandelt sich die Handwerkerfamilie zur Weingärtnersfamilie, seltener ist die umgekehrte Entwicklung.

Es ist lehrreich, an Hand der Ehrenämter, die Mitgliedern der Familien übertragen wurden, das Auf und Ab der Geschlechter zu verfolgen. Selten, daß eine Familie durch die anderthalb Jahrhunderte hindurch wenigstens in einem Zweig eine überdurchschnittliche Stellung wahrte. Im allgemeinen war der Lebenskampf unserer Vorfahren hart. Nur verhältnismäßig wenige brachten es zum Wohlstand, ausgesprochener Reichtum vollends gehörte zu den größten Seltenheiten, eine Folge der außerordentlich starken Aufteilung des Weinberggeländes.

Und nun zu den Familien selbst !  Für die folgende Zusammenstellung wurden die Untertürkheimer Kirchenbücher benützt, dazu noch Lagerbücher vom 1656 und 1630, eine Türkensteuerliste des Jahres 1545, das Herdstättenverzeichnis von 1525, ein Lagerbuch vom 1473. Allerdings gestattete die Kürze der zur Verfügung gestellten Zeit kein volles Ausschöpfen der Quellen des Staatsarchivs, sondern machte eine Beschränkung auf umfangreichere Stichproben notwendig. Deshalb bleiben die Angaben unvollständig, soweit sie die Zeit vor 1693 betreffen. In diesem Jahr sind nämlich die alten Untertürkheimer Kirchenbücher von den Franzosen vernichtet worden. Die neuen setzen gegen 1693 bzw. Anfang 1694 ein.

Während es für die Eingesessenen verhältnismäßig leicht ist, ihren Stammbaum bis 1808 zurückzuverfolgen, weil bis dahin die Kirchenbücher mit Verzeichnissen versehen sind, ist das für die Zeit zwischen 1694 und 1808 nicht der Fall. Es sind für jeden einzelnen Stammbaum ziemlich zeitraubende Nachforschungen nötig. Unter den "alten Untertürkheimer Familien" sind diejenigen Familien zu verstehen, die schon vor 100 Jahren in Untertürkheim ansässig gewesen sind. Wer also die Angaben des folgenden Verzeichnisses auf sich beziehen will, muß zuerst feststellen, ob seine Familie schon um diese Zeit in Untertürkheim nachzuweisen ist. Namensgleichheit allein berechtigt noch nicht zu dieser Annahme. Denn mancher Name ist nach 1835 in Untertürkheim zunächst ausgestorben und erst später wieder hierher zurückgekehrt.

In den folgenden Angaben ist immer ausgegangen von den Kirchenbüchern, weil sie die verwandtschaftlichen Beziehungen allein genau wiedergeben. Zunächst wird deshalb jeweils auf den Stammvater der 1835 in Untertürkheim lebenden Träger des betreffenden Namens verwiesen. Angaben, die anderen Quellen entnommen sind, bilden jeweils den Schluß. Die Namen sind so geschrieben, wie sie zwischen 1808-1835 in den Kirchenbüchern vorgefunden werden.

Über die einzelnen Familien ließ sich folgendes feststellen.
 

Bauerle

  Sämtliche in Untertürkheim ansässigen Bauerle gehen  zurück auf den Weingärtner Fridericus Bauerin, 1665-1746. Der älteste Vertreter des Namens ist Johann Georg Bauerlin, der spätestens 1695 gestorben ist, vielleicht der Vater von Fridericus. Die Familie ist wahrscheinlich erst im Dreißigjährigen Krieg in Untertürkheim eingewandert.

Bek (Beck)

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Bek gehen fast alle zurück auf den Weingärtner Johann Michael Bek, 1675-1751, der von Neckarrems stammt und sich 1700 mit Elisabeth Haeßler von Untertürkheim verheiratet. Eine weitere, neue Linie begründet der Weingärtner Johannes Bek, 1801-1861, der von Aichelberg kommt und sich 1827 mit Maria Magdalena Hahn von Untertürkheim verheiratet.

Berner

  Alle 1835 in Untertürkheim ansässigen Berner führen zurück auf den Senator (Gemeinderat) und Weingärtner Johann Berner, der spätestens 16965 gestorben ist, und seine drei Söhne Johann Georg, 1673-1748; Michael, 1675-1746; Marx, 1679-1753. Die Familie ist wohl erst nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Untertürkheim gekommen. Sie erscheint zum erstenmal im Lagerbuch von 1656 mit einem Jakob Berner. Sie kommt vielleicht von Rotenberg, wo schon 1525 ein Michel Berner nachzuweisen ist.

Besemer

  Die Familie geht zurück auf den Weingärtner Johann Georg Besemer, 1750 bis 1832, der von Mettingen stammt und sich 1781 mit Catharina Barbara Berner verheiratet.

Beurer

  a) die ältere Linie geht zurück auf den Weingärtner Johannes Beurer, 1660 bis 1728, der sich 1695 als Witwer mit Anna Maria Käffer, der Tochter des Bürgermeisters von Münster verheiratet. Wir haben es hier offenbar mit einer alten Untertürkheimer Familie zu tun. 1656 erscheinen Konrad Beurers Erben, 1630 wird ein Konrad und ein Georg Beurer, ein Bürgermeister Beurer, 1545 ein Urban Peurer erwähnt. 

b) einen neuen Untertürkheimer Zweig begründet Christian Friedrich Beurer, 1766-1832, Ratsverwandter und Obermeister des Schreinerhandwerks, der 1766 die Witwe des Schreiners Joseph Konrad Wirth heiratet. Dieser Zweig stammt aus Fellbach. 

Biedermann

  a) eine ältere Linie stammt von Reutlingen. Ein Weingärtner Hans Jerg Bidermann heiratet 1726 Maria Dorothea Baumann von Untertürkheim. Die Linie ist im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben. 

b) eine jüngere Linie begründet der Schmid Georg Friedrich Biedermann, der ebenfalls aus Reutlingen stammt und zweimal mit auswärtigen Frauen verheiratet war.

c) eine dritte Linie stammt von Wangen. Ein Weingärtner Georg Friedrich Biedermann, 1766-1809, verheiratet dich 1791 mit Catharine Magdalene Scheyhing.

Biklen

  Der Stammvater der Untertürkheimer Familie Biklen ist der Schreiner Conrad Bicklin, 1682-1740, der aus Ettlenschieß bei Ulm stammt und 1710 die Witwe des Schneiders Hans Conrad Neher heiratete. 

Binder

  a) eine ältere Linie Binder ist mit einem Joseph Binder spätestens 1699 in Untertürkheim im Mannesstamm ausgestorben. eine Spur findet sich vielleicht 1545 in einem Hanns Binder und einer Katharine Binderin

b) eine jüngere Linie wird begründet von dem Sailer Wilhelm Heinrich Binder, der von Plochingen kommt und sich 1829 mit Maria Friderike Veyl verheiratet.

Bissinger

  Der Stammvater der Untertürkheimer Linie, der Bäcker Andreas Ludwig Bissinger, 1745-1803, kommt von Mönsheim und heiratet 1761 die Müllerstochter Christina Rosina Koch von Berg. Die Familie führt eine Zeitlang die Wirtschaft "Zur Traube". 

Bitzer

  Die Familie geht zurück auf den Schuhmacher Johann Balthasar Bitzer, 1756 bis 1839, der von Lauffen bei Balingen stammt und sich 1782 mit Elisabeth Katharina Firnhaber verheiratet.

Böhringer

  Der in Untertürkheim 1835 ansässige Zweig der Familie geht zurück auf den Weingärtner Johannes Böhringer von Beutelsbach, 1749-1809, der 1779 die Witwe Anna Maria Berner heiratete.

Bossert

  Der Kübler Johann Peter Bossert, 1742-1818, stammt von Mönsheim und heiratet 1767 Anna Margaretha Kloz.

Bubeck

  a) die Familie ist außer in Untertürkheim in Obertürkheim und Rotenberg stark verbreitet. Eine alte Untertürkheimer Linie ist schon vor 1808 in Untertürkheim im Mannesstamm verbreitet. Ihr frühester Vertreter im Kirchenbuch ist der Gerichtsverwandte Jerg Bubeckh, 1641-1715. Ein Alt Hanns und ein Jung Hanns Bubbeckh findet sich schon 1545. 

Jüngere Untertürkheimer Linien werden begründet:

b) durch den Weingärtner Christoph Ludwig Buobeck von Hedelfingen, 1764-1831, der sich mit Katharina Margaretha Reichert 1794 verheiratet;

c) durch den Weingärtner Jakob Friederich Buobek von Rotenberg, 1761-1832, der sich 1801 mit der Witwe Rosina Margaretha Buobek verheiratet.

d) durch den Weingärtner Philipp Friederuch Buobek von Rotenberg, 1772-1826, der sich 1801 mit der Witwe Catharina Margaretha Munk verheiratet.

 

Burkhardtsmeier

  Es sind 2 verschiedene Linien vorhanden: 

a) Georg Leonhard Burkhardtsmeier, 1747-1786, von Grunbach, heiratet 1774 Maria Magdalena Huppenbauer.

b) Matthäus Burkhardtsmeier, 1810-1873, Weingärtner, ebenfalls Grunbach, heiratet 1835 Catharina Dorothea Hurlebaus.

Dann

  Die Familie geht zurück auf den Zimmermann Johann Georg Dann, 1661-1706. Die Linie Johann Bernhardt Dann, Weingärtner, 1657-1723,  ist im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben. Vielleicht gehen beide zurück auf Hans Jacob Dann, der spätestens 1717 gestorben ist und 1656 zum erstenmal erwähnt ist. Die Familie ist wohl erst mit ihm während oder gleich nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs in Untertürkheim ansässig geworden.

Diener

  a) die meisten der 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Familien Diener gehen zurück auf den Bürgermeister Alt Hanns Jakob Diener, 1658-1722, der als Witwer 1711 die Schultheißentochter von Rohracker Anna Katharina Kraushaar, heiratete. Mit Hanns Jakob Diener, vielleicht seinem Vater, fand ich den Namen 1656 zum ersten mal in Untertürkheim vor. 

b) dagegen stammen die Brüder Christoph Jakob Diener, 1747-1819, und Christoph Friedrich Diener 1753-1832, ab von dem Schneider Hanns Jerg Diener, der von Owen kommt und 1712 Anna Magdalena Weber von Holzmaden heiratet. 

Dobelmann

  Der Stammvater der Untertürkheim Familie ist der Chirurgus (Wundarzt) und Bürgermeister Johannes Dobelmann, 1700-1770, der mit Anna Jakobina Dambach von Cannstatt verheiratet war und etwa 1773 sich in Untertürkheim niederließ.

Doh

  Die Familie stammt ab von dem Weingärtner Johann Christian Doh, 1714-1797, von Feuerbach, der sich 1738 mit Witwe Maria Barbara Schönhaar verheiratete.

Dreher

  Der Steinhauer Johannes Dreher, 1748-1819, stammt von Walddorf und heiratet 1773 in erster Ehe Eva Margaretha Diener, 1776 in zweiter Ehe Juliana Neeff.

Eberle

  a) Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie ist der Wagner Johann Jakob Eberle, 1800-1864, von Schlierbach. Er verheiratet sich 1826 mit Magdalene Friederike Hummel

b) im 15./16. Jahrhundert gab es eine Familie Eberlin in Untertürkheim, die aber offenbar im 16. Jahrhundert ausgestorben ist. 1473 ist Hansin Eberlin, 1544 Longinus Eberlin erwähnt.

Efferhen

  Die Untertürkheimer Linie ist im Mannesstamm 1810 ausgestorben. Sie geht zurück auf den Schulmeister Alt Johan Jakob Efferhen, 1650-1720, der seinerseits ein Enkel des Untertürkheimer Pfarrers Efferhen gewesen ist.

Ehmann

  Der erste Untertürkheimer Ehmann, der Schuhmacher Friederich Ehmann, 1770-1826, kam von Endersbach und heiratete 1795 Catharina Margaretha Bossert.

Englert

  Die Familie stammt aus dem Hohenlohischen, wo sie einst zu den bekannteren Glasmacherfamilien gehörte. Nach Untertürkheim kam sie durch den Bäckermeister Christoph Albert Englert, 1738-1810, von Pfedelbach, der 1765 die Ehe einging mit Anna Maria Rosina Bauerlin.

Epple

  a) erster Vertreter in den Kirchenbüchern ist der Schuhmachermeister Johann Georg Epple, 1785-1848, von Denkendorf. Er verheiratet sich 1812 mit Friederike Catherine Munk

b) 1656 ist mit Balthaß Epplin's Erben ein älterer Zweig der Familie erwähnt.

Ernst

  Die Familie kommt nach Untertürkheim durch den Wagner Johannes Ernst, 1785-1844, von Notzingen. Er verheiratet sich 1817 mit Juliana Rosina Schwindrazheim.

Esenwein

  Johann Georg Esenwein, 1799-1873, Weingärtner, von Baltmannsweiler, der sich 1832 mit Luise Friederike Beurer verheiratet, begründet den Untertürkheimer Zweig der Familie.

Fett

  Der Weingärtner Gottlieb Fett, 1778-1855, stammt von Hebsack und verheiratet sich 1810 mit Louise Keefer.

Feyhl

  Die Familie geht aus von dem Metzgermeister Johann Friederich Feyhl, 1774 bis 1836, der, von Urach gebürtig, 1797 sich mit Anna Elisabeth Kärcher verheiratete.

Firnhaber

  Die Familie stammt von dem Barbierer und Chirurgus Johann Friederich Firnhaber, 1688-1734, der seit 1713 mit Maria Catharina Stierlin verheiratet war. Er war der Sohn des Johann Christoph Firnhaber, des Burgvogts auf dem fürstlichen Stammhaus Wirtemberg.

Fried

  Der Seckler Justus Jonathan Fried, 1741-1823, von Plattenhardt, der sich 1779 mit Regina Margaretha Firnhaber verheiratet, ist der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie.

Frik(Frick)

  a) der Weingärtner Samuel Frick, 1726-1783, von Altbach, verheiratet sich mit Justina Barbara Würth.

b) eine ältere Familie ist schon vor 1694 ausgestorben, 1656 ist Michael Frickh erwähnt.

Fuchs

  Der Zimmermann Johann Adam Fuchs, 1780-1825, von Höffenheim (Baden), verheiratet sich 1810 mit Christina Barbara Bossert.

Gasteiger

  Der Kupferschmiedmeister und Gesundheitsgeschirrfabrikant Georg Ludwig Gasteiger, 1779-1848, von Renningen, verheiratet sich 1810 mit Juliana Barbara Diener.

Gaßmann

  Alle 1835 in Untertürkheim ansässigen Gaßmann habe zum Stammvater den Maurer (Johann) Jakob Gaßmann, der zwischen 1692 und 1696 gestorben ist, bzw. einen seiner Söhne, den Ratsverwandten Johann Georg Gaßmann, 1676-1741, den Weingärtner Hans Heinrich Gaßmann, 1678-1728, den Weingärtner Christoph Gaßmann, 1681-1746, den Weingärtner Elias Moriz Gaßmann, 1685-1770, den Weingärtner Hanns Jakob Gaßmann, 1692-1759. Mit Jakob Gaßmann ist wohl die Familie nach Untertürkheim gekommen.

Glemser

  Der Untertürkheimer Zweig der Familie von 1835 geht zurück auf Johann Jakob Glimser, Metzger, Lammwirt und Ratsverwandter, dessen Nachkommen die Wirtschaft zum Lamm neben dem Metzgerberuf weitergeführt haben. Die Familie kam wohl erst nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Untertürkheim, 1666 war ein Leonhardt Glimser Hirschwirt.

Greuling

  Die Familie kommt nach Untertürkheim mit dem Huf- und Waffenschmied Jakob Gabriel Greuling, 1764.1851, der vom Kloster Weil stammt, sich 1787 mit Rosina Margaretha Schmied verheiratet und später Gemeinderat wird.

Gröninger

  a) die 1835 in Untertürkheim lebenden Gröninger stammen von Hans Bernhard Gröninger ab, der vor 1705 gestorben ist, bzw. seinem Sohn Philipp Gröninger, 1682-1757, der sich 1705 mit Anna Barbara Berber verheiratet. 

b) ein Philippus Grüninger, 1635-1706, war vielleicht der Bruder von Hans Bernhard Gröninger.

Die Familie kommt erst nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Untertürkheim. 

Gugeler (Gugeller)

  Der 1835 in Untertürkheim vorhandene Zweig geht zurück auf dem Metzger und Bürgermeister Johann Georg Gugeller, der zwischen 1703 und 1707 gestorben ist. Die Familie gehört zu den ältesten in Untertürkheim ansässigen Familien. 1656 werden ein Jakob Gugeler, ein Joseph Gugeler und Hanns Gugelers Kinder, 1630 ein Conrad Gugeler und ein Jung Konrad Gugeler, 1545 und 1525 ein Laurentz Gugler erwähnt. 

Häberle(n)

  Die 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Häberlen gehen alle zurück auf den Weingärtner und Ratsverwandten Georg Haeberlin, 1642-1713, der offenbar den Untertürkheimer Zweig der Familie begründet hat. Dagegen findet sich ein Häberlin 1525 in Uhlbach.

Häfner

  Der Weingärtner Israel Häfner, 1783-1838, von Schnait, verheiratet sich 1814 mit Elisabeth Munk.

Hahn

  Der 1835 in Untertürkheim ansässige Zweig dieser weitverbreiteten Familie stammt ab von dem Weingärtner Joseph Hahn, 1743-1823, von Rotenberg, der 1769 sich mit Maria Catharina Steinlin, 1800 in zweiter Ehe mit Catharina Barbara Schnabel von Hedelfingen heiratet.

Haidlen

  Der Bauersmann Johann Georg Haidlen, 1745-1803, heiratet 1776 die Ochsenwirtstochter Juliana Catharina Künzler.

Hammer

  Alle 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Hammer gehen zurück auf den Weingärtner, Gerichtsverwandten und späteren Bürgermeister Michael Hammer, 1667-1729, dem Pfarrer Pregizer bei seinem Tode das Zeugnis eines rechtschaffenen und herzensguten Mannes ausstellt. Alle anderen Zweige der Familie sind in Untertürkheim im Mannesstamm ausgestorben. 1656 ist Michael Hammers Wittib, 1630 ein Caspar Haamer erwähnt. Die Familie ist wohl im 16.-17. Jahrhundert nach Untertürkheim gekommen

Härer

  Der Weingärtner Josias Haerer, 1754-1817, verheiratet sich 1787 mit Margaretha Barbara Scheihing.

Haug

  a) die meisten 1835 in Untertürkheim ansässigen Haug gehen zurück auf den Herrenküfer und Gerichtsverwandten Christoph Haug, 1688-1762, dessen Heimat im Kirchenbuch nicht angegeben ist, und der 1736 Maria Margaretha Kälberer, die Witwe des Herrenküfers Schmohl heiratet. 

b) eine zweite Linie begründet Friederich Haug, Weingärtner von Mettingen, der 1798 die Witwe Elisabetha Munk heiratet.

c) eine Familie Haug war während des Dreißigjährigen Kriegs in Untertürkheim ansässig. 1630 ist ein Michael Haug erwähnt. Diese Linie ist wohl während der Pestzeit im Mannesstamm in Untertürkheim erloschen.

Henke

  Der Maurermeister, später Obermeister, Jakob Friederich Henkin, 1729-1793, von Bercken (Berkheim?), verheiratet sich 1736 mit Susanna Barbara Leypold.

Herrmann

  Der Weingärtner Johann Georg Herrmann, 1775-1861, von Kleinheppach, verheiratet sich 1798 mit Anna Margaretha Gaßmann.

Hettich

  a) der Stammvater der Familie ist nach den Kirchenbüchern Johann Georg Haettich, 1666-1728, Weingärtner und Ratsverwandter, der unter den Kriegsgefangenen war, die 1689 von den Franzosen verschleppt wurden. 

b) 1656 ist ein Georg Hettich erwähnt. Die Familie ist wohl wenig früher nach Untertürkheim gekommen.

Hohl

  Die Familie geht zurück auf den Weingärtner Christian Hohl, 1756-1817, der von Rohracker stammt und sich 1780 mit Rosina Catharina Diener verheiratet.

Hohlschei(d)t

  Der Küfer Andreas Hohlscheit, 1721-1808, von Neckartenzlingen, verheiratet sich 1755 mit der Küferswitwe Elisabetha Laißlin.

Honold

  Die 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Honold gehen wahrscheinlich alle zurück auf den Metzger Johann Honold, 1650-1730, der sich 1671 verheiratet und mit dem die Familie nach Untertürkheim gekommen zu sein scheint. Jedenfalls ist der Name in Untertürkheim vorher nicht nachweisbar.

Höß

  a) Der Weingärtner Christoph Thomas Höß, 1795-1848, von Aichelberg, heiratet 1832 Christiana Barbara Gaßmann

b) eine einst ziemlich zahlreiche Familie Höß ist bald nach dem Dreißigjährigen Krieg in Untertürkheim im Mannesstamm erloschen. Wir kennen um 1656 einen Hans und David Höß, 1630 einen David Höß, wohl derselbe, der 1640 als Schultheiß erwähnt ist, dazu einen Georg Höß, der 1630 Schultheiß war, und einen Simon Höß. Um 1600 finden wir die Gerichtsverwandten Jörg und Hans Häß, ferner einen Simon Häß, 1525 einen Schultheißen Jakob Heß auf dem Rotenberg.

Höschle(n)

  Der Stammvater der 1835 in Untertürkheim ansässigen Höschlen ist Johann Martinus Höschlin, Weingärtner, 1667-1721, ebenfalls einer der 18 Untertürkheimer, die 1689 mit der ganzen Cannstatter Kompanie von den Franzosen gefangengenommen und verschleppt worden sind. Vielleicht ist ein vor 17679 verstorbener Jacob Höschlin sein Vater. Bereits 1525 befindet sich ein Thomas Höschlin im Herdstättenverzeichniss für Wangen erwähnt.

Hummel

  Der Schlossermeister Christoph Ludwig Hummel von Stetten im Remstal, 1751 bis 1799, heiratet 1785 in erster Ehe Maria Barbara Kercher, in zweiter Ehe 1787 Johanna Margaretha Kurz von Obertürkheim. Er ist der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie.

Huppenbauer

  a) die Mehrzahl der 1835 in Untertürkheim wohnhaften Huppenbauer läßt sich zurückführen auf den Weingärtner Johannes Petrus Huopenbauer, 1671-1750. 

b) die Linie, die auf Johann Bartholomäus Huppenbauer, 1747-1815 zurückgeht, hat zum Stammvater den Weingärtner Bernhard Hubenbauer, der schon vor 1705 gestorben ist, bzw. dessen Sohn Hans Jerg Hubenbauer, 1678-1753, der ebenfalls Weingärtner war.

c) andere einst vorhandene Linien sind in Untertürkheim im Mannesstamm erloschen. Welche verwandtschaftliche Beziehungen zwischen a) und b) bestanden, läßt sich bei der starken Verzweigung  der Familie in alter Zeit nicht vermuten. Sie ist eine der wenigen ganz alten Familien in Untertürkheim. 1656 finden wir Bernhardt - vielleicht derselbe wie b), Bernhards Schwester, Caspar, Georg und  Hans Hueppenbaur, 1630 Jerg Hubenbauer erwähnt. Vielleicht gibt die Tatsache, daß in Uhlbach 1525 ein Hans Hupenbur vorkommt, einen Hinweis auf die Herkunft der Familie. 

Hurrlebaus

  Der Weingärtner Johann Georg Hurrlebaus, 1766-1823, von Beinstein, verheiratet sich 1820 mit Maria Johanna Bossert.

Jäger

  Der Schuhmachermeister Philipp Friedrich Jäger, 1795-1848, von Rommelshausen, verheiratet sich 1820 mit Barbara Knödler.

Idler

  Der Schlossermeister Simon Idler 1772-1842, von Fellbach, verheiratet sich 1802 mit der Schlossermeisterwitwe Johanna Margaretha Hummel.

Joos

  Der Stammvater der offenbar nie sehr verzweigten Familie ist der Weingärtner und Weinläder Johann Michael Jos, 1652-1702, der sich vor 1681 verheiratet hat. Mit ihm scheint die Familie erst in Untertürkheim ansässig geworden zu sein.

Kaiser

  Die Familie geht zurück auf den Schneidermeister Johann Michael Kaiser, 1752-1843, der von Beinstein stammt und 1777 sich mit Maria Magdalena Keefer verheiratet.

Kälberer

  Der Stammvater der Familie ist der Herrenküfer, Lammwirt und Ratsverwandte Hans Martin Kälberer, 1686-1728, der von Mittelweiher in der württembergischen Herrschaft Mömpelgard stammt und sich 1712 mit Eva Christina Glemser verheiratet. Pfarrer Pregizer nennt ihn einen rechtschaffenen, allgemein  beliebten Mann.

Kärcher

  Vor 1705 ist der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie, Johannes Kercher, als Küfer nach Untertürkheim gekommen. Die Familie hat wohl Beziehungen nach Cannstatt

Keefer

  a) die meisten 1835 in Untertürkheim wohnhaften Familien der einst reich verzweigten Sippe  gehen zurück auf den konstanzischen Unterpfleger Johann David Kaefer (oder Kaeffer), 1661-1739, der 1607 eine zweite Ehe einging mit Anna Höschlin

b) wer seine Stammbaum zurückführt auf den Bürgermeister Jakob Friedrich Keefer, 1738-1804, hat zum letzten nachweisbaren Ahnherrn den Bürgermeister Johann Jakob I Kaeffer, 1668-1742.

c) wer seinen Stammbaum zurückführt auf den Weingärtner Johann Georg Keefer, 1741-1827, hat zum letzten nachweisbaren Ahnherrn den Weingärtner Daniel Kaeffer, der 1694 gestorben ist, bzw. dessen Sohn Jakob II Kaeffer, 1675-1741, der Weingärtner war und 1695 in erster Ehe Anna Maria Haesler, 11721 in zweiter Ehe die Witwe Margaretha Hemminger, 1739 in dritter Ehe Anna Maria Honecker von Hochdorf heiratete. 

d) die Familie ist offenbar gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges oder bald nachher nach Untertürkheim gekommen. 1656 ist Hans Kaeffer, vielleicht der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie erwähnt.

Kitzele

  Die 1835 in Untertürkheim wohnhaften Kitzelen gehen alle zurück auf den Gerichtsverwandten (iudex) und Heiligen- (Kasten-) Pfleger Johannes Henricus Kuetzelin, der 1695 gestorben ist. Andere Zweige der Familie sind im Mannesstamm in Untertürkheim erloschen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit haben sie alle zum Stammvater den Schulmeister Hans Kützelin, der 1649 nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges von Mönchingen nach Untertürkheim kam.

Klein

  Stammvater des 1835 in Untertürkheim ansässigen Zweigs der Familie ist der Rotgerber Christoph Klein, 1733-1808, von Rohracker, der 1761 in erster Ehe Margaretha Hammer von Weil, 1762 in zweiter Ehe Anna Maria Gugeller heiratet. 

Klotz

  Die Untertürkheimer Linie der Familie vom 1835 geht zurück auf den Kerzenobermeister des Schuhmacherhandwerks in Untertürkheim Johann Georg Kloz (Gloz), 1717 - 1779, der 1739 sich mit Maria Johanna Straub verheiratete. Über seine Herkunft findet sich in der Kirchenbücher nichts vermerkt.

Knödler

  Georg Bernhard Knödler, Weingärtner, 1753-1832, stammt von Grunbach und verheiratet sich 1780 mit Catharina Dorothea Renz.

Koch

  Die 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Koch gehen zurück auf den Gerichtsverwandten und späteren Bürgermeister, den Kaufmann Johann Jakob Koch, 1660-1717, der 1695 zum erstenmal in Untertürkheim erwähnt ist. Vielleicht kam mit ihm die Familie nach Untertürkheim.

Kraushaar

  Joseph Friedrich Kraushaar, 1743-1826, Weingärtner stammt von Hedelfingen und verheiratet sich dreimal in Untertürkheim, 1769 mit Maria Barbara Zaiß, 1803 mit der Witwe Margaretha Luise Zwicker, 1814 mit der Witwe Regina Catharina Hammer.

Kurz

  a) die meisten Kurz, die 1835 in Untertürkheim ansässig waren, gehen zurück auf den Weingärtner Jacobus Kurz, 1659-1709. 

b) wer seinen Stammbaum zurückführt auf Johann Jacob Kurz, 1745-1817, hat zum ältesten aus den Kirchenbüchern nachweisbaren Vorfahren den Weingärtner Alt Johann Jakob Curtz, der 1685 geboren ist. Er war mit Johanna Friederica Aichler verheiratet.

Beide Linien gehen wohl zurück auf Balthaß Curtz, der 1656 erwähnt ist.

c) eine jüngere Linie wird begründet durch den Weingärtner Johannes Kurz, genannt Reichenbacher, der von Reichenbach (Buocher Filial) stammt, 1773-1835, und sich 1806 mit Heinrika Wilhelmina Mayer verheiratet.

Lausterer

  Julius Friedrich Lausterer, 1785-1839, von Schmiden, heiratet 1810 die Witwe Regina Margaretha Stierlin und kommt damit vorübergehend in den Besitz des Gasthauses Hirsch.

Lauterwasser

  Die 1835 vorhandenen Vertreter der Familie gehen zurück auf den Weingärtner Hans Jerg Lautterwasser, 1656-1735. Andere Linien waren um diese Zeit bereits im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben. Die Familie kam wahrscheinlich erst nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Untertürkheim. 1656 ist Hans Lautterwasser erwähnt.

Leeger

  Die 1835 in Untertürkheim ansässige Familie Leeger führt ihren Stammbaum zurück auf den Weingärtner Johann Philipp Leeger, der von Fellbach stammt und 1772 sich mit Katharina Barbara Zerweck verheiratet. Die Familie läßt sich in Fellbach bis Anfang des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen.

Leins

  Der Weingärtner Georg Jakob Leins, 1799.1885, dessen Vater von Vöringen stammt, verheiratet sich 1831 mit Rosine Katharina Lautenschläger.

Ludmann

  Der Zimmermann Jakob Ludmann, 1744-1808, stammt von Weilimdorf und verheiratet sich 1780 mit Anna Elisabetha Neff. Von ihm geht der Untertürkheimer Zweig der Familie aus., 

Luik

  a) Johann Georg Luik, Weingärtner, stammt von Eßlingen und verheiratet sich 1780 mit Eva  Rosina Huppenbauer. Sein Sohn ist der Weingärtner Johann Jakob Luik, 1781-1834. 

b) eine jüngere Linie begründet der Schneidermeister Daniel Luik, der von Aich bei Nürtingen stammt und sich 1803 mit Catharina Barbara Hammer und 1827 in zweiter Ehe mit Anna Maria Marx verheiratet.

Mahlen

  Die 1835 in Untertürkheim wohnende Familie geht zurück auf den Weingärtner Andreas Mahlen, 1670-1746, bzw. dessen Vater, den Metzger Johann Mahlen, der 1695 schon tot war. Vielleicht ist der Metzger Andreas Mahlen, dessen Witwe Anna Elisabetha 1700 siebzigjährig in Untertürkheim starb, der Stammvater der früher in Untertürkheim unbekannten Familie.

Mann

  Der Schlosser Joseph Mann, der von Aichstetten bei Wiblingen stammt, 1801 bis 1849, verheiratet sich 1829 mit Regina Friederika Warth verw. Hummel.

Marz

  Der Gerichtsverwandte Wilhelm Ludwig Marz, 1740-1830, Sohn des aus Mömpelgard stammenden Burgvogts auf Schloß Wirtemberg, verheiratet sich 1769 mit Rosina Margaretha Paier von Tübingen.

Mattes

  Der aus Haimbach stammende Weingärtner Gisebert Matthes heiratete 1742 die Witwe Anna Catharina Hettich.

Mayer

  Auch in Untertürkheim gab es 1835 verschiedene Linien, die in keinem erkennbaren verwandtschaftlichen Zusammenhang zueinander standen, aber alle im Familienregister ihren Namen gleich geschrieben haben. 

a) wer seinen Stammbaum zurückführen kann auf den Weingärtner Philipp Ulrich Mayer, 1733-1815, oder auf den Weingärtner Philipp Caspar Mayer, 1750-1790, gehört zu der ältesten in Untertürkheim vertretenen Linie. Sie geht zurück auf den Weingärtner Johann Philipp Mayer, der als ein "rechtschaffener und frommer Mann" 1679. 1753 lebte. Vielleicht führte er neben anderen seines Namens, deren Familien aber im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben sind, die Linie weiter, die 1656 durch einen Michael Mayer, 1630 durch Joseph Mayer, 1525 durch Ulrich  Mayer, 1473 durch Joß Mayer vertreten ist. Doch ist man in diesem Fall, bei der Häufigkeit des Namens auf reine Mutmaßungen angewiesen.

b) die beiden Brüder, der Weingärtner Johann Jakob Mayer, 1734-1808, und der Schlosser Georg Philipp Mayer, 1740-1814, sind die Söhne des Schlossers Lorenz Mayer, der von Münsingen stammt und sich 1737 mit Maria Barbara Reichert verheiratete. 

c) eine Geschlechterfolge von Schreinermeistern ist vertreten durch Gottlob Friederich Mayer, 1801-1857, seinen Vater Johann Adam Mayer, 1750-1823, und den Großvater Johann Jakob Maier, der von Wildberg stammt und sich 1749 mit Catharina Barbara Reichhardt von Heimsheim heiratet.

d) Die Weingärtner Jung Johannes Mayer, 1802-1876, und Philipp Leonhard Mayer, 1803-1886, sind Söhne des Weingärtners Johannes Mayer, 1773-1853. Er stammt von Rotenberg und verheiratet sich 1799 in erster Ehe mit Christiana Dorothea Scheyhing, 1830 in zweiter Ehe mit Christina Margaretha Hammer.

e) Die drei Brüder Johannes Mayer, 1782-1857, Jakob Friedrich Mayer, 1790-1867, Johann Georg Mayer 1800-1826, sind alle Weingärtner und Söhne des Weingärtners Johannes Mayer Rotenberg, 1749-1802, der sich 1777 mit Anna Barbara Berner verheiratet.

Megenhard

  Der Schlossermeister Johann Friedrich Megenhard, 1783-1840, stammt von Urach und verheiratet sich 1812 mit Maria Dorothea Mayer.

Metz

  Der Fuhrmann Johannes Metz, 1773-1852, stammt von Walddorf und verheiratet sich 1802 mit Johanna Friederica Dreher.

Monz

  Der Bauer Johann Georg Monz, 1797-1852, stammt von Jesingen und verheiratet sich 1832 mit Christina Dorothea Gaßmann.

Müller

  a) Der Weingärtner Georg Jakob Müller, 1759-1822, stammt von Eßlingen und verheiratet sich 1785 in erster Ehe mit der Witwe Justina Barbara Hammer, 1813 in zweiter Ehe mit der Witwe Rosina Dorothea Keefer

b) eine ältere Familie Müller reicht in Untertürkheim bis in die Nähe des Dreißigjährigen Kriegs zurück, ist aber im Mannesstamm hier ausgestorben.

Munk

  Es lassen sich 1835 drei Linien herausstellen, zwei ältere und eine jüngere: 

a) wer seinen Stammbaum zurückführt auf Johann Heinrich Munk, 1752-1817, oder Philipp Jakob Munk, 1756-1825, oder Christoph Friedrich Munk, 1773-1823, alle drei Weingärtner, hat zum letzten in den Kirchenbüchern nachweisbaren Stammvater den Weingärtner Jakob Monckh, der vor 1715 gestorben sein muß.

b) wer unter einen Vorfahren einen Johann Heinrich Munk, 1750-1814, oder einen anderen Johann Heinrich Munk, 1755-1833, oder einen Johann Gottlieb Munk, 1761-1828, oder einen Georg Jakob Munk, 1775-11833, alle Weingärtner, findet, hat zum Stammvater den Weingärtner Hannß Jerg Monck, 1680-1750. Vielleicht sind Jakob Monckh und Hannß Jerg Monck Brüder gewesen, deren Vater wahrscheinlich erst nach Untertürkheim gebracht hat. Die Familie ist, unbekannt woher, nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Untertürkheim gekommen.

c) eine jüngere Linie wurde begründet von Johann Friedrich Munk, 1782-1841, Weingärtner von Cannstatt, der sich 1805 mit Rosina Margaretha Berner verheiratet.

 

Münzenmajer

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Münzenmajer gehen alle zurück auf den Weingärtner Johannes Münzenmajer von Rotenberg, 1750-1823, der sich 1778 mit Eva Jakobina Scheyhing verheiratet. - Die Familie Münzenmajer ist besonders stark vertreten in Obertürkheim, wo sie sich als Müntzenmay(er) bis gegen den Dreißigjährigen Krieg heran nachweisen läßt.

Neeff

  Die 1845 in Untertürkheim lebende Familie Neeff hat zu, Stammvater den Gerichtsverwandten und Obermeister des Zimmerhandwerks Daniel Neeff, 1721-1792, der von Fellbach stammt und 1748 die Zimmermannswitwe Catharine Margaretha Nef in erster Ehe, 1765 in zweiter Ehe die Kupferschmidswitwe Maria Barbara Hertz von Cannstatt, 1773 in dritter Ehe die  Steinhauerswitwe Christina Rosina Baalspacher heiratet. 

Eine ältere Linie Nef (auch Naeff) ist im Mannesstamm in Untertürkheim erloschen.

Oechslen

  Die einst ziemlich zahlreiche Familie war schon 1835 stark zusammengeschrumpft. Heute ist sie im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben. 

a) Der Fischer Johann Joachim Oechslen stammt ab von dem Fischer Jacobus Oechslin, 1649-1727

b) der aus Weingärtner bestehende Zweig der Familie ist schon früher im Mannesstamm erloschen

c) Die Familie war schon lange in Untertürkheim ansässig. 1630 wird ein Schweinemetzger Jakob Öchslin, Georg Öchlisns Wittib, Balthaß Exlin, 1600 ein Fischer Hans Oechslin und Jacob Oechslin, 1545 ein Hans Exlin erwähnt.

Ortlieb

  Der Weingärtner Heinrich Ortlieb, 1765-1832 von Obertürkheim, verheiratet sich 1791 mit Margaretha Elisabetha Berner.

Österle

  Der Weingärtner Daniel Österle von Schnaith, 1809-1881, verheiratet sich 1833 mit Katharina Dorothea Zais und begründet so einen neuen Zweig der Familie in Untertürkheim, nachdem der alte vielleicht schon vor dem Dreißigjährigen Krieg erloschen war. 1600 ist ein Hans Österlen, 1545 und 1525 ein Hanns Österlin, 1545  Caspar Österlin erwähnt.

Paule

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Paule gehen auf den Weingärtner und Gerichtsverwandten Johann David Paule, 1747-1817 zurück, der aus Obertürkheim stammt und sich 1771 mit der Witwe Catharina Barbara Keefer geb. Warth verheiratet. 

Die Obertürkheimer Familie läßt sich zurückverfolgen bis auf David Paale, 1612/13-1668, der von Plochingen stammt und nach der Pestzeit sich 1637 mit Anna Glockh von Obertürkheim verheiratet. Sein Vater ist Ulricus Paale aus Plochingen.

Prevo

  Der Schreiner Joseph Prevo stammt aus Holitsch in Ungarn, 1780-1836, und verheiratet sich 1808 mit Christina Henriette Charlotte Warth.

Rau

  a) Der Sattlermeister Johann Georg Rau, 1789-1864, verheiratet sich 1815 mit Johanna Dorothea Knauer aus Urach. 

b) eine ältere Linie (1656 Ullrich Rauh'en Erben) ist vor 1694 erloschen.

Reichert

  a) Die große Mehrzahl der 1835 in Untertürkheim wohnenden Angehörigen der Familie gehen zurück auf den Weingärtner Johann Reichart, 1671-1742, der beim Erdegraben verunglückte. 

b) nur wer den Weingärtner Johannes Reichert, 1740-1802 , unter seinen Vorfahren aufweist, hat zum letzten in den Kirchenbüchern nachweisbaren Stammvater den Bäcker Ludwig Reichert, der 1695 gestorben ist.

Die Familie ist, unbekannt woher, wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Untertürkheim gekommen.

Reim

  a) Der Weingärtner Johann Gottlieb Reim, 1801-1880, bringt den Namen nach Untertürkheim. Er stammt von Obertürkheim und verheiratet sich 1825 mit Christiana Margaretha Munk

b) in Obertürkheim läßt sich die Familie bis zum Dreißigjährigen Krieg zurückverfolgen.

Reiser

  Der Zimmermann Johann Christoph Reiser, 1806-1848 stammt von  Degerloch und verheiratet sich 1832 mit Rosina Magdalena Tübinger.

Renz

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Mitglieder der Familie gehen zurück auf den Feldschützen und Nachtwächter Josias Rentz, 1665-1743. Er stammt aus Nehren und verheiratet sich als württembergischer Soldat und Pfeier unter Hauptmann Sabelditz 1695 mit Praxedis Kützelin.

Rommel

  Der Weingärtner Matthäus Rommel, 1696-1758, ist der erste Vertreter des Namens in Untertürkheim. Woher die Familie stammt, ist unbekannt.

Rothweiler

  Der Weingärtner Jakob Rothweiler, 1734-1803, stammt von Linsenhofen und verheiratet sich 1770 mit Christiana Margaretha Schwindrazheim.

Rühle

  a) Der Schuhmachermeister Johann Jakob Rühle, 1778-1861, stammt von Kusterdingen und verheiratet sich 1802 in erster Ehe mit Catharina Barbara Wünsch, 1818 in zweiter Ehe mit Christiana Margaretha Ludmann

b) ein Jacob Rühle, Weingärtner aus Endersbach, kommt nur einmal, aus Anlaß seiner Hochzeit im Jahre 1723, in den Kirchenbüchern vor.

Rümmelin

  Der Stammvater der 1835 in Untertürkheim wohnenden Familie Rümmelin, ist der Schuhmacher Johannes Rümmelin, 1677-1742. "Ein Mann, belesen, wie man es bei einem Schuhmacher nicht erwarten sollte", lesen wir in einer lateinischen Anmerkung im Totenbuch. Besaß er doch eine Bücherei mit 500 Bänden. 

Schanbacher

  Der Stammvater der 1835 in Untertürkheim wohnenden Schanbacher ist der Weingärtner Johann Georg Schanbacher, 1719-1790, mit unbekanntem Heimatort, der als Witwer 1763 mit Maria Katharina Dietrich von Urach eine zweite Ehe eingeht.

Scheef

  a) Wer mit seinem Stammbaum zurückkommt auf Johann Friedrich Scheef, 1730-1815, Weingärtner, hat zum Stammvater den Gerichtsverwandten und Heiligenpfleger Johannes Schaeff, 1638-1698. 

b) wer unter seinen Vorfahren entweder Johann Melchior Scheef, 1765-1823, oder Alt Christoph Jakob Scheef, 1778-1856, oder Christoph Marx Scheef, 1729-1812, alle drei Weingärtner, aufzuweisen hat, kommt in den Kirchenbüchern zurück auf den Weingärtner Markus Schaeff, 1655-1730.

c) wer unter seinen Vorfahren entweder den Schneidermeister Christoph Friedrich Scheef, 1760-1809, oder den Bäckermeister Wilhelm Ludwig Scheef, 1771-1824, findet, hat zum Stammvater den Metzger Johann David Scheef, 1708-1744, der von Obertürkheim stammt und 1735 sich mit der Witwe Anna Johanna Kaul verheiratet.

d) die Familie Scheef ist eine der ältesten Untertürkheimer Familie. Sie findet sich auch schon sehr früh in Obertürkheim. In älteren Urkunden werden erwähnt: 1660 und 1656 Hanns Scheef des Gerichts, ferner Leonhardt Scheef, 1656 Werner Scheef, auch ein Hanns Scheef von Obertürkheim, 1630 eine Witwe Endreß Scheff, 1600 Hanns und Werner Scheff, 1545 Hans und Wendel Scheff, 1525 Wolf Scheff, 1473 Jorigen Schäff.

Scheyhing

  Alle 1835 in Untertürkheim ansässigen Scheihing haben zum ältesten in den Kirchenbüchern nachweisbaren Vorfahren den Weingärtner, Gerichts- und Ratsverwandten Johann Georg Scheyhing, 1654-1732. Andere Linien sind im Mannesstamm in Untertürkheim erloschen 

Auch hier haben wir es mit einer sehr alten Untertürkheimer Familie zu tun, die aber offenbar nie besonders zahlreich in Untertürkheim vertreten war. Erwähnt werden: 1656 Conrad Scheihing, 1630 der Bürgermeister Hans Scheihing und Bernhard Scheihings Kinder, 1600 der Gerichts- und Ratsverwandte Hans Scheyhing, 1544 Conrad Scheihing, 1525 Matthis Schyhing. Vielleicht stammt die Familie von Cannstatt, wo z. B. 1492 ein Endres Scheyhing erwähnt ist.

Schindler

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Schindler gehen zurück auf Josias Schindler, 1684-1747. Er stammt von Neuffen und verheiratet sich als Provisor 1706 mit Maria Agatha Laislin. Später wird er Schulmeister in Untertürkheim.

Schmauk

  Der Stammvater der 1835 in Untertürkheim ansässigen Schmauk ist der Weingärtner Johann Jakob Schmauk, der vor 1696 in Untertürkheim gestorben ist. Die anderen Linien sind in Untertürkheim im Mannesstamm erloschen. Die Familie ist 1660 erwähnt mit Jakob Schmauck, wohl demselben, der 1656 als konstanzischer Unterpfleger vorkommt, dann vielleicht wieder 1545 mit Conrad Schmauck (?).

Schmid

  a) Eine ältere Untertürkheimer Linie Schmid ist vertreten durch den Gerichtsverwandten und Visitationsküfer Johann Christoph Schmid, 1735-1822, und seine zwei Söhne, die Küfermeister Christoph Friederich Schmid, 1771-1835, und Christian Heinrich Schmid, 1781-1861. Sie gehen zurück auf den Ratsverwandten und herrschaftlichen Küfer Johannes Jakob Schmid, 1657-1709, der wohl die Familie in Untertürkheim begründet hat. 

b) der Drehermeister Friederich Christian Schmid, 1758-1812, von Spiegelberg, verheiratet sich 1787 mit Maria Rosina Hohlscheit.

c) der Schneidermeister Karl Friederich Schmid, 1787-1858, von Fellbach, verheiratet sich in erster Ehe 1811 mit der Witwe Maria Agnes Bek, in zweiter Ehe 1853 mit Margaretha Kaiser von Rohracker.

Schnaithmann

  a) Der Nagelschmid Philipp Jakob Schnaitmann, 1784-1846, stammt von Fellbach und verheiratet sich 1811 mit Elisabetha Klein. 

b) Sacharias und Gaulin Schnaitmann sind 1525 in Uhlbach erwähnt.

Schönhaar

  Der einst weitverzweigte, noch um die Wende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Familie ist im Lauf der letzten 100 Jahre stark zusammengeschrumpft und heute im Mannesstamm in Untertürkheim ausgestorben. 1835 waren noch zwei Linien in ihren Ausläufern vorhanden: 

a) Die eine Linie führte über den Strumpfstricker Ludwig Heinrich Schönhaar, 1772-1832, und seinen Vater, den Weingärtner Elias Schönhaar, geb. 1740, zurück auf Elias Schönhaar, des Petrus Sohn, 1664-1726

b) alle anderen Zweige der Familie gehen zurück auf Marx Schönhaar, Weingärtner, 1664-1726.

c) Früher erwähnt sind: 1660 Marx und Peter Schönhaar, 1656 Georg, Marx, Peter, 1630 Marx, Peter und Jerg Schönhaar. Marx Schönhaar hat sich als vieljähriger Konsul (Bürgermeister) während des Dreißigjährigen Kriegs um die Gemeinde große Verdienste erworben. Die Familie scheint schon vor dem großen Kriege nach Untertürkheim gekommen zu sein.

Schönhut

  Der Weingärtner Georg Friedrich Schönhut, 1791-1842, stammt von Lauffen und verheiratet sich 1833 mit Johanna Christina Zwicker.

Schray

  Der Bäckermeister, zunächst Gerichtsverwandter, späterer Bürgermeister Johann David Schray, 1758-1821, stammt von Hedelfingen und verheiratet sich 1784 mit Margaretha Barbara Keefer.

Schwarz

  Sämtliche 1835 in Untertürkheim ansässigen Schwarz gehen zurück auf den Weingärtner Johannes Schwartz, der zwischen 1708 und 1726 gestorben ist. Die Familie ist offenbar in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, unbekannt woher, nach Untertürkheim gekommen.

Schweizer

  Der Schuhmachermeister Marx Friedrich Schweizer, 1790-1860, stammt von Metterzimmern und verheiratet sich 1816 mit Anna Maria Munk.

Schwindrazheim

  Der 1835 noch mit zwei Familien vertretene Name ist inzwischen in Untertürkheim ausgestorben. Sein erster Träger in Untertürkheim ist der Huf- und Waffenschmid Johann Sebastian Schwindrazheim, 1711-1779, der aus Tübingen stammt und sich 1735 mit der Waffenschmidswitwe Catharina Magdalena Ulrich verheiratet.

Sieglen

  a) Die 1835 in Untertürkheim wohnhaften Sieglen haben zum Stammvater den ehemaligen Soldaten und späteren Weingärtner Johann Bernhard Siegle, 1724-1787, von Großheppach, der 1759 in erster Ehe sich mit Maria Magdalena Steinlin, in zweiter Ehe mit Eva Gaßmann verheiratet. 

b) ein etwas jüngere Linie begründet der Weingärtner Gottfried Siglin, 1734-1808, ebenfalls von Großheppach, der sich 1768 mit der Schmidmeisterswitwe Anna Catharina Steinlin verheiratet.

Sprecher

  Der Bäckermeister Jakob Friedrich Sprecher, 1769-1747, stammt von Zuffenhausen und verheiratet sich 1793 in erster Ehe mit Christiana Magdalena Schwindrazheim, 1804 in zweiter Ehe mit Barbara Bürkle von Schmiden.

Stattmann

  Johann Georg Stattmann, 1793-1843, Chirurgus und gewesener Unterarzt, stammt von Ditzingen und verheiratet sich 1818 mit der Witwe Elisabeth Uhl, die damit in dritter Ehe einen Chirurgus heiratet.

Steinlen

  Die 1835 noch ziemlich weit verzweigte Familie läßt sich in den Kirchenbüchern auf zwei Linien zurückführen: 

a) wer in seinem Stammbaum zurückkommt auf den Schneidermeister Johannes Steinlen, 1751-1805, oder auf den Weingärtner Georg Heinrich Steinlen, 1762-1829, oder auf den Weingärtner Moriz Friederich Steinlen, 1765-1837, hat zum ältesten in den Kirchenbüchern nachgewiesenen Ahnen den denkendorfischen Unterpfleger, Ratsverwandten und Kasten-(Heiligen-) Pfleger Johann Jakob Steinlin, 1656-1708.

b) alle anderen Angehörigen der Familie von 1835 gehen auf den Weingärtner Alt Hannß Steinlin, 1650-1729, zurück.

c) die Steinle(n) gehören zu den ganz alten Untertürkheimer Familien. Wir finden 1660 Joachim, der Sohn Bernhart Steinlins, einen zweiten Bernhardt, Jakob, den Sohn Jakob Steinlins und seiner Frau Maria, ein Elisabeth, Lienhardt Steilins Wittib. 1656 den Gerichtsverwandten Bernhart Steinlin, 1630 den Herrenknecht Alt Bernhart Steinlin und einen jüngeren Bernhart, den rechbergischen Pfleger Jakob Steinlin, Jerg und Hans Steinlin, 1600 Jerg Stainlin, 1569 Leonhardt Steinlins nachgelassene Erben, 1555 Leonhardt Steinlin, 1545 den Schultheiß Bernhart Steinlin, 1525 Lienhard Steinlin.

Steudinger

  Der Schneider Karl Friedrich Steudinger, 1784-1834, stammt von Hohenasperg und verheiratet sich 1824 mit Christiane Friederike Renz.

Stierlen

  Sämtliche 1835 in Untertürkheim wohnhaften Stierlen sind Nachkommen des Metzgers Johann Melchior Stierlen, 1664-1721, der nach dem Tod Alexander Allgeyers 1700 offenbar das Gasthaus zum Hirsch übernahm, das dann bis in die neuere Zeit hinein im Besitz der Familie geblieben ist. 1666 ist Jakob Stierlin erwähnt. Die Stierlin sind vermutlich in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Untertürkheim gekommen.

Straub

  Der Webermeister Joseph Friederich Straub, 1752-1811, von Roßwälden, verheiratet sich 1774 in erster Ehe mit Elisabeth Margaretha Huppenbaur, 1788 in zweiter Ehe mit Catharina Dorothea Öchslin.

Strauß

  Der Weingärtner Christoph Jakob Strauß, 1761-1842, von Sillenbuch, verheiratet sich 1809 mit Catharina Charlotte Hettinger.

Teufel

  Der Schneider Georg David Teufel, 1783-1856, von Oberurbach, verheiratet sich 1809 mit Catharina Charlotte Hettinger.

Tübinger

  Sämtliche 1835 in Untertürkheim ansässigen Tübinger sind Nachkommen des Weingärtners Johann Georg Tübinger, 1667-1731, mit dem wohl die Familie gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Untertürkheim gekommen ist.

Veeser (Feeser)

  Der Schreiner Gottfried Bernhard Feeser, 1797-1885, stammt von Eßlingen und verheiratet sich mit Rosina Jakobina Klein.

Veigel

  Der Bäckermeister und Kronenwirt Gottfried Veigel, 1788-1850, stammt von Steinheim an der Murr und verheiratet sich 1818 in erster Ehe mit Friederike Elisabetha Greuling, 1832 mit deren Schwester Elisabetha Charlotte Greuling.

Vollmer

  Der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs ist der Schäfer Jakob Vol(l)mar, 1697-1748, der 1721 sich mit Maria Elisabeth Bez verheiratet. Er stammt von Beutelsbach.

Wahl

  Der Schneidermeister Andreas Wahl, 1782-1857, stammt von Althengstett und verheiratet sich in erster Ehe 1809 mit Maria Agnes Schwarz und in zweiter Ehe 1828 mit der Witwe Maria Magdalena Buobek.

Waker

  Der Weingärtner David Friedrich Waker, 1766-1835, stammt von Grunbach und verheiratet sich 1794 mit Maria Catharine Gaßmann.

Warth

  Sämtliche Untertürkheimer Warth von 1835 haben zum ältesten in den Kirchenbüchern nachweisbaren Stammvater den fürstlichen Weingartmeister, Gerichtsverwandten und Bürgermeister Bartholomäus Warth, 1630-1707, der sich 1657 mit Maria Dorothea Schönhaar verheiratet. Im Lagerbuch von 1656 erscheint er als Bartlin Warth, später kommt der Name vielfach in der Form Waarth vor. Woher die Familie stammt, ist unbekannt, anscheinend hat sie Bartholomäus Warth in Untertürkheim begründet.

Wayß

  Der Weingärtner Jakob Friederich Wayß, 1767-1854, stammt von Wangen und verheiratet sich 1792 in erster Ehe mit der Witwe Dorothea Catharina Fried, 1815 mit der Witwe Johanna Friederica Scheyhing.

Weste

  Die 1835 in Untertürkheim wohnenden Weste haben zum Stammvater den Zehnter (decimator) und Weingärtner Adam Weste, 1653-1696. Mit ihm ist wohl die Familie, unbekannt woher, nach Untertürkheim gekommen.

Widmann

  1835 war der Name mit drei Familien vertreten, für die verwandtschaftliche Beziehungen nicht bekannt sind. 

a) der Leineweber Johann Wilhelm Widmann, 1747-1817, stammt von Mittelstadt und verheiratet sich 1771 in erster Ehe mit Eva Rosina Wirth, 1785 in zweiter Ehe mit Christiana Rosina Rümmelin. Sein Sohn, der Webermeister Wilhelm Friederich Widmann lebt 1799-1867.

b) der Handelsmann und Bürgermeister Jakob Friederich Widmann, 1754-1838, stammt von Feuerbach und verheiratet sich 1784 mit Anna Margaretha Seybold von Fellbach.

c) Der Weingärtner Jakob Widmann, 1775-1836, stammt von Endersbach und verheiratet sich 1800 mit Maria Christiana Schwarz.

d) 1630 ist ein Hans Widmann im Lagerbuch erwähnt, 1545 ein Jerg Widmann.

Wieland

  Der Weingärtner Andreas Wieland, 1736-1803, von Hedelfingen, verheiratet sich 1792 in zweiter Ehe mit Jakobina Barbara Rommel verw. Firnhaber.

Wirth

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Wirth haben zum Stammvater den Schreiner Hans Michael Wirth (auch Würth), 1672-1748, der sich 1726 in zweiter Ehe mit der Witwe Maria Magdalena Schanbacher von Grunbach verheiratete. 

Die Familie kam, unbekannt woher, wahrscheinlich gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Untertürkheim. Dagegen ist 1473 ein Hans und Jorig Wirt für Untertürkheim erwähnt.

Wöhrwag

  Der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie ist der Weingärtner Joseph Wehrwag von Schmiden. Er verheiratet sich 1769 mit der Witwe Agnes Barbara Lauterwasser.

Wöllhaf

  Der Weingärtner Johann Georg Wöllhaf, 1789-1866, stammt von Schnait und verheiratet sich 1828 mit Christina Dorothea Hettich.

Wörz

  a) Der Stammvater des Untertürkheimer Zweigs der Familie ist der Weingärtner Christoph Friedrich Wörz, 1745-1821, von Wangen, der sich mit Regina Catharina Wörz verheiratet. 

b) der Vater der eben genannten Regina Catharina, Joseph Werz aus Zell bei Adelberg, hat den Namen nach Untertürkheim gebracht, der aber mit ihm im Mannesstamm erloschen ist. Er war seit 1727 mit Maria Agatha Stierlin verheiratet.

Wünsch

  a) Der Stammvater des 1835 in Untertürkheim vorhandenen Zweigs der Familie ist der Weingärtner Alt Johann Georg Wünsch, 1736-1816, von Rotenberg, der 1760 sich mit Agnes Dorothea Warth verheiratet. 

b) ein älterer Vertreter der Familie, Philipp Wentsch (Wüntsch), 1707-1744, stammt ebenfalls von Rotenberg, seine Söhne sind aber früh verstorben.

c) der in Untertürkheim offenbar im Lauf des Dreißigjährigen Kriegs zunächst ausgestorbene Name kommt schon sehr früh in Untertürkheim vor. Wir finden 1630 Alt Bernhart Wünsch, 1600 Simon Winsch, 1544 Bernhart Wünsch, 1525 Anna Wünsch, 1473 Hans, Erhart(?), Jakob Winsch.

Zaiß

  Die 1835 in Untertürkheim nachzuweisenden Zaiß gehen alle zurück auf den Weingärtner, Gerichtsverwandten und späteren Bürgermeister Johann Mauritius (Moriz) Zais, 1646-1731, der sich als Witwer 1695 mit Anna Maria Haim aus Boll verheiratet. Die Familie kam wohl erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (vielleicht von Cannstatt ?) nach Untertürkheim.

Zerweck

   Es lassen sich noch zwei verschiedene Linien der Familie Zerweck feststellen: 

a) wer in seinem Stammbaum zurückkommt auf den Weingärtner Johann Christian Zerwek, 1746-1821, hat zum ältesten, in den Kirchenbüchern nachweisbaren Stammvater den Weingärtner Tobias Zerweck (Zerbeck), 1673-1727.

b) alle anderen 1835 in Untertürkheim nachweisbaren Zerwek haben zum Stammvater den Weingärtner Johann Georg Zerweckh (Zerbeck), 1672-1714, der beim Gaisburger Wehr verunglückte.

c) andere Linien sind im Mannesstamm in Untertürkheim erloschen. Die Familie Zerweck ist wieder eine der ganz alten Familien. Wir finden erwähnt 1656 Georg Zerweckh und Jung Michael Zerweckhs Erben, 1630 Georg Zernenweckh, Alt Georg Zerweckh, Jakob und Michael Zerweckh, 1600 den Bürgermeister Hans Zerrweck, 1545 Aberlin, Jung Aberlin, Lenhart, Bernhart, Jakob Zerweck, Wolf Zerweckhens Kind, Margreth Zerweckhin, 1473 Hans Zerweck und "die Zerweckhin". 

Zwiker

  Die 1835 in Untertürkheim ansässigen Zwicker gehen alle zurück auf den Weingärtner Hans Melchior Zwicker von Rotenberg, 1686-1742, der 1812 sich mit Maria Barbara Schönhaar verheiratete.

Damit ist der Überblick über die alten Untertürkheimer Familien zu Ende geführt. Manchem mag er wenig oder nichts Neues bringen, aber eine allgemeine umfassende Übersicht kann Einzelforschung nicht ersetzen, sie müssen den Familien selbst überlassen bleiben.

Nur noch ein paar Randbemerkungen, Gedanken, die aufsteigen, wenn man so die Reihe der Geschlechter an sich vorüberziehen läßt. Es ist nicht viel, was von all den Tausenden, deren Namen in den Büchern stehen, auf uns gekommen ist. Ihre Grabkreuze sind längst zerfallen, ihr Gedächtnis unter den Lebenden ist ausgelöscht, nur ein paar Zahlen umrahmen ihre Namen auf den vergilbten Seiten der alten Bücher. Was ihnen Freude und Leid gewesen ist, ist mit ihnen dahingegangen. Für die meisten sprechen in diesen alten Zeiten des großen Kindersterbens die Bücher nur von Geburt und Grab, für eine große Zahl allerdings auch Hochzeit und Kindersegen. Wenig genug ist das für den Geschichtsfreund, der gerne mehr erführe, symbolhaft für den, der weiß, daß wir auf Erden nur Übergang und Durchgang sind, Menschen, die das Ahnenerbe der Vergangenheit weitergeben an eine Zukunft, deren Dauer abhängt von der Lebenskraft und dem Verantwortungsgefühl derer, die nach uns kommen.

Und was uns weiter zu denken geben mag: viele von diesen Weingärtnersfamilien - denn um solche handelt es sich fast ausschließlich in den vergangenen Jahrhunderten - sind erloschen, "ihre Stätte kennet sie nicht mehr", aber die Namen der Hänge und Gewanne, die sie im Schweiß ihres Angesichts bebaut haben, sind geblieben, die Flurnamen haben sie Jahrhunderte überdauert. Blut und Boden haben unsere Heimat das Gesicht gegeben, das sie heute trägt.

Von Wilhelm Zwicker, um 1935


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