| Die K.
öffentliche Bibliothek bewahrt in 8 stattlichen Holzkisten ein
ehrwürdiges und hochinteressantes Kartenwerk. Der Katalog spricht
sich darüber nur sehr kurz aus mit den Worten:
,,Württembergische Forstkarten von Oberst Kieser (17. Jahrhundert) in 8 Kisten; im Dachstock über der Südhalle, neben dem Fahnenhalter." Im Jahre 1889 veranstaltete
das K. Statistische Landesamt in der Jubiläumsausstellung der graphischen
Künste, zu Ehren Sr. Majestät des höchstseligen Königs
Karl, eine Übersicht über die Geschichte des württembergischen
Kartenwesens. Bei der Auswahl der hiezu geeigneten Werke, welche von seiten
der K. öffentlichen Bibliothek beigesteuert werden sollten, hatte
Herr Oberstudienrat Dr. von Heyd die Güte, den Verfasser dieser Zeilen
aufmerksam zu machen auf die zahlreichen Holztafeln der Waldkarte im Bühnenraum.
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1) Schon früher, im Juli 1885, hatte Herr Ober-Steuerrat Schlebach der reichen Ausstellung der Erzeugnisse des schwäbischen Vermessungswesens, welche der 14. Hauptversammlung des deutschen Geometer-Vereins zu Stuttgart dargeboten wurde, auch einige Kiesersche Karten einverleibt. |
| Der angeheftete
Titel lautete nach dem damaligen Stand der Forschung:
Acht Tafeln vom Tübinger Vorst. Durch geschworene Feldmesser in Grund gelegt auf Befehl des Herzogs Friedrich Carl zu Württemberg nach den ordres des Andreas Kieser, Herzoglich Württ. Kriegs-Rats und Obrist - Lieutenants. 1683. Die Notiz hiezu im
Ausstellungs-Katalog hieß: "Probe aus dem großen zusammenhängenden
Werk der Herzoglichen Spezial-Vorstkarten, im ganzen mehrere hundert Holztafeln,
in 7 je einen Forst enthaltenden Kisten, welche vermutlich teilweise schon
von Gadner, also aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, herstammen".
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2) Rösler, Beyträge zur Naturgeschichte Württembergs, Heft 1, 5. 6 u. öfters handschriftlich; so insbesondere auf den sofort zu erwähnenden 7 Delineationen. |
Seit 3
Jahren mußte die Angelegenheit ruhen. Die Versuche, in der Litteratur
Aufklärung über die dunkle Sache zu finden, hatten kein Ergebnis.
Auch eine Anfrage an den besten Kenner der württembergischen Forstgeschichte,
Oberforstrat Fischbach in Sigmaringen, brachte keinen vollen Aufschluß.
Er schrieb dd. 19. Januar 1890 folgendes:
,,Auf Ihre sehr geschätzte Zuschrift vom 17. d. M. habe ich ganz ergebenst zu erwidern, daß ich zu meinem großen Bedauern Ihre an mich gerichtete Frage bezüglich der Forstkarte von 1683? nicht beantworten kann. Das Vorhandensein einer solchen war mir bisher gar nicht bekannt. Bei meinen sonstigen Nachforschungen kam mir keinerlei Andeutung darüber zu Gesicht; obgleich ich eine andere nahe damit zusammenhängende Frage stets im Auge behielt, nämlich die über das erstmalige Vorkommen von Feldmessern, wofür ich das Datum 15. September 1595 gefunden habe (Reyscher, Finanz-Ges. 1. Teil 5. 96). In der zweiten Canzleiordnung von 1553 (Reyscher, Reg.Ges. 1. 5. 255 u. 591) ist sodann wohl von einer 10 Jahre dauernden Renovation die Rede, aber es ist kaum denkbar, daß damit eine Vermessung und gar eine Vermessung der Landesforste sollte in Verbindung gebracht worden sein. In Herdegen, Schmidlin, Tessin, Wagner u. a., wo ich wegen Ihrer Anfrage nachsah, fand ich keinerlei Andeutungen."Auch mannigfache weitere Nachfragen des Verfassers haben kein Ergebnis geliefert. Im Mai 1892 gestattete das K. Statistische Landesamt die Wiederaufnahme der Studien, mit Rücksicht darauf, daß dieses Kartenwerk ein wertvolles Hilfsmittel für die Landestopographie bilde. Die Direktion der K. öffentlichen Bibliothek erteilte am 3. Mai 1892 bereitwilligst die Ermächtigung, ihren wertvollen Besitz eingehend zu untersuchen und zu würdigen, wofür derselben auch an diesem Orte der ehrerbietigste Dank ausgesprochen sein soll. Vor allem wurde nun das nachstehende Verzeichnis sämtlicher Holzplatten aufgestellt, um eine Übersicht über die Ausdehnung des Werkes zu gewinnen und durch neue Einordnung die Benützung desselben zu erleichtern. Das Verzeichnis selbst bildet nunmehr einen Spezialkatalog. Ein glücklicher Fund in der Kartensammlung des K. Statistischen Landesamtes kam dieser Arbeit zu Hilfe. In einer kleinen buntscheckigen Mappe mit der Aufschrift: "Karten und Risse, ad Histor. Naturalem Württembergiae" fand der Verfasser 7 Bogen vom gewöhnlichen Kanzleiformat, welche in äußerst sorgfältiger Handzeichnung den hydrographischen Hauptinhalt der Kieserschen Karte wiedergeben und in roten Linien die Sektionseinteilung aller Blätter darstellen. Sie tragen folgende Aufschriften: 1. Delineation des Kirchheimer-Forsts, wie solcher auf 39 großen Karten von Gadner verzeichnet und im Herzoglichen Archiv befindlich ist. Ins Kleine gebracht 1771. Aug.
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