Mit treffenden Zusatznamen haben sich von alters her die Sippenmitglieder unterschieden.
Zu- und Beinamen Fellbacher Sippen
Vom "Backofenaldinger" bis zum "Hohentwiel Schächterle" - Gutnachbarliche Verhältnisse
Von Rektor a. D. Otto Mall
Das dörfliche Leben Fellbachs in der Vergangenheit hatte seine bestimmte eigene Prägung, die trotz aller gegenteiligen Bestrebungen einzelner auch unser städtisches Gemeinwesen nicht völlig verleugnet. Maßgebenden Anteil an der Wohlhabenheit auf der ausgedehnten Markung hatte die Fruchtbarkeit des Bodens, die Gunst des Klimas und die ruhige überlegende Wesensart der Bürger. Sie ist gepaart mit raschem Erfassen dessen, was ihnen Nutzen bringt, was den Ertrag von Feld, Weinberg und Gewerbe steigert. Als Beispiel sei die 1797 erfolgte Einführung der Stallfütterung des Rindviehs statt des Weidegangs und aus neuerer Zeit die Reblandumlegung genannt.
Ackerbau, Weinbau und Viehzucht waren in einem sehr günstigen Verhältnis vereinigt. Man kam zu etwas, ließ sich aber nicht zur Großspurigkeit verleiten, sondern blieb bhääb und hielt sei Sach' szema. Die aufgelockerte Bauweise in Oberdorf und Unterdorf mit den ausgedehnten Hofreiten brachte es mit sich, daß man seinen Nachbarn nicht auf die Zehen treten mußte wie in den benachbarten Weinbaugemeinden. In guter Nachbarschaft half man sich gegenseitig in Selbstverständlichkeit aus. Bezeichnend für dieses gutnachbarliche Verhältnis waren auch die Über-, Bei- oder Zunamen, mit denen man seine Mitbürger bedachte im die Angehörigen weitverzweigter Sippen zu unterscheiden. Anderwärts waren es meist Spitz- oder Necknamen, welche die Spottlust oder Gehässigkeit geprägt hatten. Sie waren zwar außerordentlich treffend und bildkräftig, wirkten aber auf den Betroffenen außerordentlich verletzend. Von dieser Ironie hielt man sich offenbar in Fellbach frei. Man war im Gegenteil bestrebt, den anderen nicht vor den Kopf zu stoßen. Hier wird vielleicht der pietistische Einfluß sichtbar, sich nicht an des Schöpfers Stelle zum Richter seiner Mitmenschen zu machen (andrerseits führte der Ruf der Gutmütigkeit um 1880 auch zur Inanspruchnahme, ja Bettelei, aus Nachbargemeinden).
Eine ausführliche Zusammenstellung solcher Beinamen sei hier angefügt. Das Material verdanke ich der Mitarbeit vieler Alt-Fellbacher. Besonders hervorheben möchte ich Altkirchenpfleger Eugen Schächterle.
| Sippenname | Beiname | Erklärung |
| Aldinger | Backofenaldinger | Sein Haus stand neben dem Gemeindebackhaus in der Weimerstraße (welches nachher Freibank wurde) |
| Gärtner Aldinger | Er führte eine Gärtnerei in der Bahnhofstraße (heute Belzner) | |
| Milchkur Aldinger | Die Milcherzeugung seines Stalles verkaufte er in seinem Milchkurbetrieb Cannstatter Straße | |
| Lendles Aldinger | Er wohnte im Fellbacher Stadtteil Lindle | |
| Daubenschmied Aldinger | Frau Aldinger war eine geborene Daubenschmied | |
| Säuäugles Aldinger | Herr Aldinger hatte sehr kleine Augen, deshalb wurde der Vergleich mit dem Schwein (schwäbisch Sau) gezogen | |
| Professor | Herrn Aldingers Auftreten war würdevoll professoral | |
| Holzseager Hannes | Hans Aldinger fuhr mit seiner Sägemaschine an die Holzbeigen seiner Kunden. Der Mostkrug fehlte nie (Sutter) | |
| Schtorchafrieder | Der langbeinige Aldinger hatte sich den Storchengang angewöhnt | |
| Beglers Karl | Aldinger war der Bockhalter und deshalb mit der Ziegennachzucht beschäftigt | |
| Davids Sohn | Aldingers Vater war der David Aldinger | |
| Biere Jakob | Vor Aldingers Haus stand ein Birnbaum. Seine Früchte waren begehrt und fanden viele Aufleser | |
| Saggerluader | Dieser Ausdruck wurde von Aldinger zur Vermeidung eines Fluchs benützt | |
| Begga David | David Aldinger stammte aus einer Bäckerei | |
| Butter Aldenger | Aldinger verkaufte in der Kirchhofstraße Butter aus seiner Viehhaltung und von Nachbarn | |
| Villa Karle | Aldinger wohnte in der Lindenstraße in einem vornehmen Bürgerhaus ohne Stall und Scheune | |
| Schtapfe Aldenger | Aldinger hatte das Haus des Weingärtners (und Zugposaunenspielers) Stapf in der Untertürkheimerstraße nach dessen Tod erworben und den Hausnamen behalten | |
| Siedefier | In schwierigen Lebenslagen begegnete Aldinger seinem Namen gegenüber mit der Warnung: Sieh dich vor! | |
| Beurer | Kurzom Beurer | Wollte nicht lange diskutieren, direkt zur Sache: So isch! |
| Bürkle | Dragoner Bürkle | Bürkle hatte die Dragoneruniform seines Quartiersoldaten angezogen und fiel damit seinem Rittmeister auf |
| Bahof Birkle | K. Bürkle aus Schmiden betrieb Fuhrgeschäft und Bahnhofswirtschaft beim Fellbacher Bahnhof | |
| Heumäder Bürkle | Bürkle in der Rommelshauser Straße hatte eine Frau aus Heumaden | |
| Raoter Bürkle | Bürkles auffallend rote Haare waren damals nicht Mode | |
| Bährle | Stoehauer Bährle | Bährle fertigte Grabsteine in der August-Brändle Straße |
| Kappo Bährle | Der Vorarbeiter der Gemeinde wurde Kappo genannt | |
| Jerusalem Bährle | Nach seinem Soldatendienst war er 1870 von der württembergischen Staatsbürgerschaft befreit worden, um nach Haifa zu den "Templern" hofmanns auszuwandern. Da er das Klima nicht ertrug, kam er 1871 zurück und heiratete die Weingärtnerstochter Wörz aus Wangen | |
| Bäuerle | D'r kloe Beierle | Herr Bäuerle in der Kappelbergstraße war etwas klein gewachsen |
| Ulrichs Sohn | Schreiner Bäuerle war der Sohn Ulrich Bäuerles | |
| Zenga Bauerle | Herr Bauerle trug eine stattliche, lange Nase | |
| Gerber Bauerle | Herr Bauerle erlernte nach dem Schulabschluß in Winnenden das Gerberhandwerk. Erst danach wurde er im väterlichen Betrieb zum Wengerter und Bauer ausgebildet. | |
| Bah Bauerle | War bei der Eisenbahn beschäftigt | |
| Ebensperger | Kornmesser | Fritz Ebensperger maß das Korn mit der Simri (Holzgefäß mit 22,15 Liter Inhalt) zur Feststellung der Menge. Erst später benützte man die Dezimalwaage |
| D'r lang Ebensperger | Gottlieb Ebensperger in der Burgstraße war außerordentlich groß. Er kaufte Frucht und Schtrao (Stroh) und fuhr es mit seinem Gespann nach Stuttgart zum Kameralamt. | |
| Scheml Zwergle | Der Weingärtner Ebensperger war wesentlich kleiner. Seinen Most nahm er im grauen Sutterkrug, dem hochgeschätzten Schemmel, im "Kreben" in den Weinberg. Wenn in die Traube Hochzeitsgäste kamen, bediente er mit weißer Schürze. | |
| Ebinger | Grischdaboddle | Sohn Christian des Boten Ebinger stellte den "Christenboten" zu. |
| Egelhof | Egelhofs Paule | Der Bauunternehmer wurde durch den Vornamen von seinem Vater unterschieden und blieb es nachher auch. |
| Wäschkessel Egelhof | Stellte ringförmige Waschkesselherde her | |
| Beto Egelhof | Hieß nach seiner steten Aufforderung beim Arbeiten: Beton her! | |
| Eisele | Uhre Eisele | Uhrmacher Eisele am Stuttgarter Platz |
| Fäadra Eisele | Fabrikant Eisele war mit Firma Daiker und Schwenk marktbeherrschend in der württembergischen Feder-Fabrikation. | |
| Frey | S Freya Scheena | In der Friedrichstraße rühmte man sich einer hübschen Tochter |
| Zemmerma Frey | Wurde nach seinem Handwerk benannt | |
| Schlogg Frey | Sein schlaksiger Gang gab ihm diesen Namen | |
| Beiles Frey | Gottlob Frey machte sich selbst diesen Zunamen zu eigen. An seinem kleinen Haus (Bäule) brachte er eine Tafel an:"Gottlob Frey, Bäulesfrey" (Im Oberdorf). | |
| Blakadseila Frey | Vor seinem Haus stand eine Plakatsäule zur Werbung | |
| S Freia Friederle | Friedrich Frey wohnte in der Cannstatterstraße 46. | |
| One Dätele | Herr Frey soll einmal von seiner Tochter behauptet haben: Ohne Tädele (Fehler) isch mai Mädele." | |
| Segzoichner Frey | Mit Hilfe von Schablonen bezeichnete er Korn und Mehlsäcke mit dem Namen der Besitzer | |
| Reßles Frey | Er war Wirt und Bierbrauer (mit Göpel) im Rößle in der Karlstraße | |
| D'r blao Frey | Asthma war die Ursache seiner rotblauen Gesichtsfarbe | |
| Rößlesbeg | Zum Rößle gehörte zeitweise auch eine Bäckerei | |
| Ha Frey | Er verdankte diesen Namen seiner üblen Gewohnheit der Rückfrage Ha, auch wenn er's verstanden hatte. | |
| Wasserfrey | Besaß eine große Getränkehandlung und Eierverkauf in der Rommelshauser Straße. | |
| Käß oder Henna Frey | Käseladen, Geflügelhandlung und Eierverkauf in der Rommelshauserstraße. | |
| S Tuchmachers | Familie Frey führte einen alten Tuch- und Hosenverkauf in der Schmerstraße (Druckerei Maile). | |
| D'r Wägner Frey | Wagnerei für Holzwagen mit eisenbereiften Rädern, Handwagen und Leitern in der Pfarrstraße. | |
| Kiafer Frey | Faßherstellung und Mosterzeugung in der Cannstatterstraße | |
| Schulda Frey | Mißernten veranlaßten ihn zur Kreditaufnahme. | |
| Wae Frey | Eine alte Weinhandlung in der Vorderen Straße. | |
| Knapp Frey | Ein durch Unfall verkürztes Bein machten ihn hinkend. | |
| Kame Frey | Er stellte feuerfeste Steine für Kamine in der Stuttgarter Straße her | |
| Huatmachr Frey | Fertigte Hüte, Mützen, Schildkappen und Schmerkäpple nach Maß | |
| Heß | D'r Kleifeldhöfer | Bauernhof Heß an der ostwärtigen Pfarrstraße "Im Kleinfeld", kleine Parzellen außerhalb der Zelge, Hausgärten. |
| Kabella Heß | Er wohnte neben der Methodisten-Kapelle in der Burgstraße | |
| Lendles Heß | Im Stadtteil Lindle wohnhafter Baumeister. | |
| Lerchenstengel | Ein Mann mit betont langen Unterschenkeln. | |
| Schregheim | Das frühere Haus Heß Ecke Linden- und Wilhelmstraße war an die Straßenführung angepaßt mit Spitzecke im Nordosten. | |
| Boomward Heß | Er hat sich um den Fellbacher Obstbau verdient gemacht als Baumwart und Berater. | |
| Schemml Heß | Er arbeitete mit einem weißen Pferd (Schimmel). | |
| Nußboom Heß | Vor seinem Haus in der Hinterenstraße stand ein weitausladender Nußbaum viele Jahre. | |
| Baltes Heß | Der biblische Vorname Balthasar war in Fellbach nicht selten. | |
| Boga Heß | Noch heute verbindet ein Torbogen in dieser fränkischen Hofanlage in der Kappelbergstraße Wohnhaus und Ausdinghäuschen (Ruhestandswohnung des Altbauern). | |
| Hessa Helme | Helmut Heß wohnte in der Karlstraße (Helmut, Mutle, Helmes) | |
| Milliona Heß | Nicht nur in der Inflation gab es solche "Reichen" mit mächtigen Scheunen und vielen Äckern und Weinbergen. | |
| Milchner Heß | Milcher und Milchnerin kauften die Abendmilch der Bauern und fuhren morgens mit Handwagen, Kannen und Schöpfliter durch die Straßen. | |
| Hofmeister | Hofmoischter em kloine Heisle | Er wohnte in dem kleinen Gebäude Burgstraße 4 |
| Levi Hofmeister | Er kaufte und verkaufte Vieh als Händler und erhielt deshalb diesen jüdischen Vornamen. | |
| Kabella Hofmeister | Als Methodist besuchte er den Gottesdienst in der Kapelle der Burgstraße 6 (nachher Daikers Werkstatt). | |
| Innerer Hofmeister | Wohnten im letzten und zweitletzten Haus der Äußeren Rommelshäuser Straße (Nr. 24 und 26). | |
| Schneider Hofmeister | Wer wohnte in der Burgstraße und arbeitete auch tagweise in den Bauernhäusern (Anzüge wurden noch gewendet). | |
| Waischd Hofmeister | Wilhelm Hofmeister pflegte seine Gespräche so einzuleiten. | |
| H-Männer | Die Brüder Hermann und Helmut Hofmeister wohnten in Kappelberg- und Karlstraße, blieben aber so verbunden. | |
| Agatorle Hofmeister | Um sein langes Haus und den Garten führte eine Hecke (Hag). Seine Frau hieß Dorle (Haga-Dorle). | |
| Haußer | Leg mi am Arsch Haußer | Er hatte sich den derben Ausspruch Götz von Berlichingen zur steten Gewohnheit gemacht. |
| Ökonom Haußer | Durch Einheirat war der frühere Lehrer Bauer geworden, bezeichnete sich aber vornehm "Ökonom". | |
| Flegga Haußer | Er war fleißiger Vorarbeiter der Gemeindetaglöhner des Marktfleckens Fellbach. | |
| Breagazer Haußer | Er zählte zur Pregizer Gemeinschaft. | |
| Häußermann | Heiserma bei d'r Kirch | Wohnte im Haus 1 der Bahnhofstraße (abgerissen). |
| Pfarrkarlena | Karoline Häußermann war viele Jahre als "Magd im Dienst" des Pfarrers gewesen. | |
| Heid | Fromma Heid | Stundenhalter Heid war ein tüchtiger Weingärtner. |
| Utza Hoid | Frau Heid war eine geborene Utz. | |
| Hoida Lobl | Gottlob Heid wohnte in der Karlstraße. | |
| Friz | Kande | Hans Friz, Konditor, Bruder des Bürgermeisters Friz, verkaufte Honigstangen. |
| Kirschbaum | Kirschaboom | Der baumlange kräftige Schmid Kirschbaum in der Burgstraße |
| Kohler | Schwarz Kohler | Der schwarzhaarige Maurermeister Kohler in der Karlstraße |
| Laipple | Kaiser Laible | Der Weingärtner besaß einen Weinberg im Gewann Kaiser. |
| Labele | K. Laipple hatte eine schwere Zunge und konnte seinen Namen nicht deutlich aussprechen. Er heiratete nach Untertürkheim. | |
| Sauf Loible | Arbeit macht Durst - Trinken wurde ihm zur Gewohnheit. | |
| Loibles Digger | Sein guter Appetit führte zur Leibesfülle. | |
| Lidle | Ziagler Lidle | 1840 errichtete Herr Lidle auf dem Gelände der alten Ziegelhütte eine neuere Ziegelei und stellte dort luftgetrocknete Ziegel her. |
| Maile | Eda Moile | Korbmacher, der seine Weiden ins Entenbächle legte, damit sie geschmeidig blieben. |
| Gas Moile | Herr Maile verwaltete das Gemeinde Gaswerk in der Ringstraße (gegenüber der Eintracht stand der Gaskessel). | |
| Boom Moile | Herr Maile in der Wilhelmstraße war lange Jahre Baumwart. | |
| D'r kloi Moile | Der auffallend kleine Herr Maile war ein tüchtiger Grundstückskaufmann. | |
| Kibler Moile | Der Kübler führte ein Fachgeschäft zur Anfertigung von Holzkübeln, Schöpfkübeln (Schapfe) und Holzbutten in der Burgstraße. | |
| Schdägeles Moile | Las unterwegs alles Holz (Stecken) auf zum Verbrennen. | |
| Haedanei | War des Baukappos Gotthilf Maile Ausruf, wenn es nicht klappte. | |
| G. F. Moile | Herr Maile war ein tüchtiger, stimmgewaltiger Bauunternehmer mit den Vornamen Gottlieb Friedrich. | |
| Mack | Schmied Mack | Herr Mack war Huf- und Wagenschmied. Das Beschlagen der Pferde fand vor der Schmiede auf der Straße statt. |
| Gipser Mack | Gipser und Malerberuf wurden oft nebeneinander ausgeübt. | |
| Kohla Mack | Er besaß eine Kohlenhandlung beim Bahnhof. Die Kohlen bezog er waggonweise aus dem Ruhrgebiet und lud sie am Güterbahnhof aus, desgleichen Briketts. Brenn- und Scheiterholz kamen vom Schurwald und der Schwäbischen Alb. | |
| Metzger Mack | Die Familie betreibt ein Fleischergeschäft in der Bahnhofstraße. Geschlachtet wird aber im Stuttgarter Schlachthof. | |
| Schpielzeig Mack | Die Spielzeughandlung ging aus der Korbmacherei Grauer hervor. In Fellbach existiert kein Korbmacher mehr. | |
| Munk | Schtoeg Monk | Herr Munk wohnte an der Steige nach Untertürkheim |
| Neef | Baron Näf | Ein stattlicher Mann mit vornehmen Auftreten in der Seestraße |
| Wäner Näf | Das Wagnergewerbe war für Holzräder, Leiterwagen und Leitern zuständig. Ein Vorfahre hat die Weinraspel erfunden, die weltweit Verbreitung fand. Vorher wurden die Beeren im "Tretzüberle" von den Buben zerquetscht. Ein Zimmermann Neef hat 1800 das "Alte Schulhaus" aufgerichtet. | |
| Off | Philib Addam | Philip Adam Off war Weingärtner in der Burgstraße |
| Bearawird Oof | Gastwirt zum Bären bei der Lutherkirche (abgerissen) | |
| Lebawird | Gastwirtschaft und Metzgerei bei der Lutherkirche (abgerissen) | |
| Ott | Oda Helme | Weingärtner Helmut Ott in der Burgstraße |
| Pfander | Kabbelbergbaron | Gastwirt und Jagdpächter Pfander baute das "Waldschlößle" auf dem Kappelberg und wurde dann "Baron". |
| Grona Pfander | War einst Gastwirt zur Krone | |
| Suggeles Pfander | Pfander züchtete Schweine und verkaufte Milch und Läuferschweine. | |
| Onkl Karl | Herr Pfander war ledig und gutmütig und wurde von vielen ausgenützt. | |
| Heimat Pfander | Sein Anwesen lag unmittelbar neben der "Dienstboten Heimat" in der Pfarrstraße. | |
| Herra Pfander | Er übte mehrere Ehrenämter aus: Kirchengemeinderat, Gemeinderat, Waisenpfleger. Seine Würde brachte er in seiner Kleidung zum Ausdruck. | |
| Schacht Pfander | Er hatte sich als Maurer auf Schachtbau spezialisiert. | |
| Schbrudl Pfander | Er führte eine Getränkehandlung in der Ziegelstraße. | |
| Lacha Pfander | Er holte Jauche am Bahnhof Untertürkheim, düngte damit seine Waiblinger Wiesen, verkaufte auch anderen Bauern davon. | |
| Burg Pfander | Betrieb die Gaststätte "Burg" in der Burgstraße | |
| Begga Pfander | Diese Bezeichnung führen zur Zeit fünf Namensträger dieses Berufs | |
| Bräsidend | A. Pfander war stellvertretender Präsident des Weinbauverbands | |
| Rebmann | Reabheale | Tanzlehrer Rebmann erhielt diesen "ähnlich" klingenden Namen weil er so leibarm war. |
| Rieger | Miljona Riagr | Ein reicher Weingärtner in der Rommelshäuserstraße |
| Gardischta Riagr | Zwei langgewachsene Söhne dieser Familie dienten bei der Garde. | |
| D'r reich' Riagr | Der mit irdischen Gütern gesegnete in der "Lendabemlesgasse". | |
| Uramachr Riagr | Er verkaufte und reparierte Uhren und Schmuck in der Bahnhofstraße | |
| Drahtflechter, Schtraoband, Mile Riagr | Der vielseitige Geschäftsmann in der Endersbacher Straße fertigte Zäune, Strohbänder (zum Garbenbinden) und schrotete Haber und Gerste (Mühle) | |
| Rienth | D'r narred Read | Ein Bürger, der sich leicht erregen ließ. |
| Soma Read | Er verkaufte Sämereien und Kunstdünger in der Bahnhofstraße | |
| Sailer | Welschkorn Äbr | Gottlob Sailer baute viel Welschkorn. Unter seiner Scheune hingen das ganze Jahr Maiskolben. |
| Garn Soiler | Er handelte in der Bahnhofstraße mit Wolle und Garn. | |
| Rothaus Soiler | Wohnte in der Vordergaß beim Rathaus. | |
| Metzgr Soiler | Herr Sailer hatte seine Fleischerei in der Vorderen Straße | |
| Waldhorn Soiler | Er bewirtschaftete das "Waldhorn" in der Burgstraße. | |
| Waldschitz Soiler | Er übte seinen Beruf in der Forstwirtschaft des Kappelberges. | |
| Seibold | Schtoffele | Diesen Namen führten mehrere der Sippe wegen ihres lässigen Gangs und Benehmens. |
| Kohla Seibold | Kohlenhändler (und Heizöl) in der Burgstraße | |
| Terrazzo Seibold | Produzent und Verleger von Steinplatten aller Art (Schüttsteine). | |
| Vize Seibold | Stellvertretender Feuerwehrkommandant. | |
| Hannele Gottlob Seibold | Ehepaar Seibold mit diesen Vornamen (man beachte die Reihenfolge) | |
| Philipp Adam Seibold | Herr Seibold in der Burgstraße wurde nach seinem Vornamen gerufen. | |
| Johann Jakob Seibold | Sein Führgeschäft war in der Cannstatter Straße (bei der Kreissparkasse). | |
| Hosalada Seibold | Führte das Bleyle Spezialgeschäft in der Hinteren Straße. | |
| Bockdale Seibold | Er war Bockhalter für die Fellbacher Ziegen. | |
| Michele Seibold | Er wurde von vielen genarrt (zum Michel gehalten). | |
| D'r Au | Der stete Ausruf Seibolds: "Au!" wurde sein Name. | |
| Klengler Seibold | Er war Fuhrmann und wohnte im Klinglerhof beim Klinglerbrunnen (die Schillerstraße wurde erst später durchgebrochen). | |
| Dr Grommkobfed | In der Pfarrstaße trug er seinen Kopf auf schrägem Hals. | |
| Baura Seibold | Er arbeitete mit seinem Gespann als Bauer gegen Lohn (Kappelbergstraße) | |
| Schtofeles Lob: | Gottlob Seibold wohnte in der Kirchhofstraße. | |
| Gschirr Seibold | Er stellte Geschirr und Töpfe aus Ton zum Verkauf her (Ochsenstraße) | |
| Mossele | Seibold war in bezug auf Reinlichkeit etwas lässig. | |
| Jaköble Seibold | Er wohnte in der Bettelgasse und war von knabenhaft zartem Körperbau. | |
| Rabbabauer | Auf seinen Feldern arbeitete er mit 2 Rappen (schwarzen Pferden). | |
| Kiahiert Seibold | Er führte die Kühe zum Decken zum Farren (Stier). | |
| Gsälzbrod Seibold | Er liebte die süße schwäbische Marmelade auf dem Brot. | |
| Galopp Sadler | Er arbeitete schnell aber flüchtig und hatte rasch neue Einfälle, die er umgehend zur Ausführung brachte. | |
| Null Seibold | Sein Jahresertrag ging stets "Null auf Null" auf. | |
| 41er und 43er | Die zwei Seibold (Nachbarn) in der Pfarrstraße unterschied man durch die Hausnummern. | |
| Sadgrabe Friederle | Fritz Seibold wohnte am Sandgraben. | |
| Dommerle Seibold | Seibold war schwerhörig und verstand manches deshalb falsch. | |
| Dampfhannes | Seibold arbeitete mit Schwung und Kraft! | |
| Sanfter Paul | Er trug die Blumen sorgsam in der Schürze heim, daß ihnen nichts passierte. | |
| Batzer | Er hatte selten mehr als diese kleine Münze in der Tasche. | |
| Schmiedseibold | Frau Seibold war eine geborene Schmied. | |
| Schnurrbarts Karle | Karl Seibold trug einen martialischen Schnurrbart | |
| Armer Karl | Seibold war reich, erweckte aber den Anschein, nichts übrig zu haben. | |
| Dragdädles Jakob | Jakob Seibold in der Schmerstraße trieb Zeitschriftenmission mit Traktaten. | |
| Siegel | Nudelpeter, Kade | Karl Siegel Teigwarenhersteller (jetzt in Waiblingen). |
| Schnaitmann | Bottaschnaitmann | Als Bote fuhr er täglich mit seinen Pferden nach Stuttgart. |
| Wolle Schnaitmann | Wollefachgeschäft in der Bahnhofstraße | |
| Ortdbaumischter Schnaitmann | Früherer Gemeindebeamter in der Mozartstraße | |
| Schlosser Schnaitmann | Schlosserei in Schmer-, später Bruckstraße (Vorfahre Nagelschmied). | |
| Demleng Schnaitmann | Nach einem Unfall an der Futterschneidemaschine hatte er an der rechten Hand nur noch den Daumen. | |
| Wenneaber Schnaitmann | Sein geflügelter Einwand war: Wenn e aber..., no | |
| Kuddl Schnaitmann | Besaß einen Göppel zum Futterschneiden | |
| R. und R. Schnaitmann | Hausratgeschäft der Brüder Richard und Robert Schnaitmann. | |
| Hausrat Schnaitmann | Wohnte am Rathaus (Umkehrung) | |
| Schabl Schnaitmann | Zeichnete die Schablonen zur Sack- und Gerätebeschriftung. | |
| Gaul Schnaitmann | Machte Feldlohnarbeit mit einem Pferd, oft wartete es vor Wirtschaften. | |
| Sonnauhr Schnaitmann | An seinem Haus in der Hinteren Straße war eine Sonnenuhr angebracht. | |
| Schäfer | Schafhammel Schäfer | Sein aufgedunsener Kopf führte zu diesem Namen. |
| Sudraischäfere | In ihrem Eifer vermietete Emilie Schäfer auch den Soutterain. | |
| Schpatz | Eugen Schäfer erhielt diesen Namen nach seiner "Spiel"rolle. | |
| Schwarzer Schäfer | Die dunkelschwarze Haarfarbe dieser Familie fällt auf. | |
| Schächterle | Heilichapfleager | Altkirchenpfleger Eugen Schächterle |
| Hawia | Schächterle fragte nach: Ha wia ? | |
| Metzger Schächterle | In der Bahnhofstraße | |
| Begga Schächterle | Bäckerei in der Cannstatter Straße (mit Holzbackofen). | |
| Daodagräber Schächterle | Mußte die Gräber auf dem Friedhof ausheben für die Toten. | |
| Hohentwiel Schächterle | Seine Frau war vom Hohentwiel. | |
| Stoll | Schtölperle | Schuhmacher Stoll in der Neuen Straße hatte einen unsicheren Gang. |
| ? | Haderleder | Ein Schuster im Oberdorf fragte die Kunden: hat er Leder? |