(Seitenangaben beziehen sich auf das Orginal)

Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit Gemeinde II. Klasse mit 13 Gemeinderäten, 3816 Einw, 3794 evang. 16 kath., 6 von andern Bekenntnissen. (Katholiken Filialisten von Oeffingen.) Bahnhof mit Telegraphenanstalt und Postamt; Telegraphenhilfstelle im Ort. Amtsnotariat. Arzt und Apotheke. Markung: 1335,20 ha in 13067 Parzellen Gebäude (1894): 599 Haupt- und 672 Nebengebäude.

Am Saum der ausgedehnten, fruchtbaren Hochebene zwischen dem Neckar- und Remsthal, am Fuße des weit hinauf mit edlen Weinpflanzungen bedeckten, aussichtreichen Kappelbergs (470 m, vergl. S. 145), liegt, 287 m ü. d.. M., 5 km östlich von Cannstatt, das stattliche Fellbach, eines der schönsten und ansehnlichsten Dörfer des Landes. Gebaut hauptsächlich entlang den 3 Straßen, welche nordwärts zur Hauptstraße und Eisenbahn, südwestlich nach Untertürkheim östlich nach Rommelshausen führen, lassen die Häuserreihen an den Straßen und den wenigen Quergassen mehrere, zum Teil ziemlich große Plätze zu baumreichen Gärten frei, wodurch der weitgedehnte Ort ein malerisches Bild gewährt. Die älteren Häuser worunter nicht wenige hübsche Holzhäuser, meist, in altschwäbischer Weise, mit der Giebelseite nach der Straße. 

Fellbach, nach einer Zeichnung von H. Drück.

Am nordwestlichen Ende des Marktfleckens steht die Kirche, einst der h. Maria (? Gallus) geweiht, Eigentum der Kirchengemeinde, doch so, daß die bürgerliche Gemeinde die Unterhaltung des Turms mit Glocken und Uhr hälftig trägt. Die Kirche war bis zum Schulhausbau 1801 von einem Wassergraben und Ringmauer mit 4 Türmchen (1423, 1471, aus Ablaßgeldern von der Wallfahrt, s. u.) umgeben. Während das Schiff nach einer durch großes Anwachsen der Bevölkerung herbeigeführten, unzureichenden Erweiterung in den Jahren 1729-33, 1779 neu gebaut wurde, sind der im Westen stehende Turm und der Chor schön spätgotisch (an einem Chorpfeiler: 1524), der Turm mit zwei rechten, von Spitzsäulen besetzten Satteldachgiebeln, der Chor mit eigentümlicher Strebepfeilerbildung (beide abgebildet bei Leins, Progr. d. Stuttg. Polyt. 1864 S.24,26. Turm auch bei Paulus, Neckarkreis S. 148). Ueber dem Turmeingang 2 Meisterzeichen, eines an das des Jerg Busch von Schorndorf 1574 (Viertelj.H. 1882 S. 140 Fig. 182) erinnernd, das andere die Schore im Schorndorfer Wappen. In der rippengewölbten Turmhalle steht am Schlußstein: maister Peter von Can(statt? Lan, Lahn?) anno 1519 mit seinem Meisterzeichen (vergl. über diesen S. 456. Ueber ein anderes Zeichen s. Viertelj.H. 1882 S. 135). Innen, jetzt auch im Chor, sind flache Decken, während die nördlich am Chor stehende Sakristei noch netzgewölbt ist. Das 1884 renovierte Innere der Kirche schmücken 7 große Oelbilder aus der Leidensgeschichte des Herrn, vielleicht der Schule des  Andr. Wolff in München um 1700 entstammt, von dem Fellbacher Wilh. Auberlen (s.u.) 1843 hieher gestiftet (Schwäb. Merkur II, 1843 S. 457). Inder Sakristei ein Botivbild: Himmelfahrt Christi mit Porträt des Stifters, Pfarrer Maicler (s.u.), dessen Name auch auf dem steinernen Kruzifix des nach einem großen Sterben 1605 mit Glockenturm errichteten, 1821 und 1858 um 12 ar erweiterten Friedhofs - 1611; das Kreuz auf Adam liegend - zu lesen ist. (Den Garten des poesiebegabten Pfarrherrn, der in der Unruhe der langen Kriegszeiten am Thor desselben die Inschrift: Deus nobis haec otia fecit  [Diese Ruhe hat und Gott verschafft] einhauen ließ, hat seine Witwe zur Pfarrei gestiftet). Das Pfarrhaus (Baulast: Staat), im unteren Teil des Orts frei gelegen, alt, aber in gutem Stand. Zwei Schulhäuser: das untere bei der Kirche, statt des nach der Einäscherung durch die Franzosen (S. 441) 1695 gebauten, 1801 abgebrochen, aus den Steinen der alten Ringmauer aufgeführt und 1875 bedeutend vergrößert; das obere, an der Neugasse gegen Rommelshausen 1845 f. gebaut, 1890 f. erweitert. Rathaus, im Renaissancestil mit hübschen Vorbau, nach der Inschrift: Nikolaus Kraus Vogt von Canstat, Schultheis Hans Seybold, Michael Haug Meurer von Velbach, Joerg Flach Meurer von Eslingen aus den Amtsjahren des Vogts Kraus 1588 - 1610 (Dienerbuch 412). Hinter dem Rathaus ein altes "Klösterle", daran 15 H S(eybold?) 88, mit Zehntscheuer von 1597. Alter Marktbrunnen, oben von 1765; gegenüber an einer Mauer des sogenannten Almosenhofs ein verzierter Stein eingemauert mit 1569 und einem Meisterzeichen; hinter dem Brunnen ein 1894 zur Apotheke eingerichtetes hübsches Renaissancehaus mit verziertem steinernen Unterstock: H 1588 S.

In der Pfarrgasse des stattliche Gebäude der Dienstbotenheimat eines 1876 f. von dem rührigen Armenfreund Philipp Paulus, der hier am 11. Okt. 1878 gestorben ist, ins Leben gerufenen Asyls für arbeitsunfähig gewordene Dienstmädchen (Blätter f. d. Armenwesen 1877 S. 218 ff.). Das Haus beherbergt 1895 35 Pfleglinge mit 2 Diakonissen und 2 Mägden. 

Mit Wasser ist der Ort durch laufende und zahlreiche Pumpbrunnen versehen (doch siehe S. 159); auch sind zwei kleine Feuerseen vorhanden. Einst, wohl durch den Wassergraben um die Kirche, von Seuchen heimgesucht (Haug, Gel. Wirt. 1790 S. 346. Memminger, Canstatt 1812 S. 235) ist der Ort jetzt ein gesunder zu nennen. (Vergl. übrigens S. 171.) Seit 1873 besteht Straßenbeleuchtung. 

Ueber Abstammung, Zusammensetzung, Gang und Stand der Bevölkerung s. S. 155 ff. 180 ff. 

Die Erwerbsverhältnisse sind bei dem gleich guten Boden und Klima, auch günstiger Besitzverteilung, Ueberwiegen mittlerer bäuerlicher Betriebe, ertragreichen Wein- und Obstbau, ordentlichem Viehbesitz, gutem Absatz der Erzeugnisse, mäßiger Pfandverschulding erfreuliche. 1797 wird von Fellbach gerühmt, daß es durch Einführung von Stallfütterung ein gutes Beispiel gebe. (W. Jahrb. 1844 S. 335). Von der landwirtschaftlich benützten Gesamtfläche mit 1054 ha = 79% der gesamten Markung - 211 ha = 16% derselben sind von Wald bedeckt - waren im Jahr 1892 632 ha = 60% dem Acker- und Gartenbau, 139 ha = 13% dem Wiesenbau, 258 ha = 25% dem Weinbau gewidmet. Ferner gehören der Krone ca. 11 ha, der Gemeinde ca. 61 ha, der Kirche, Schule ca. 5 ha, im Privatbesitz verbleiben ca. 977 ha. Verteilt ist die Landbaufläche folgendermaßen: 

Von 732 Betrieben (bei im ganzen 811 Haushaltungen) hatten im Jahre 1882 303 unter 1 ha, nämlich 6 durchschnittlich 1 ar, 15 3 ar, 65 2 ar, 217 60 ar, ferner 211 von 1-2 ha und zwar durchschnittlich 1 1/2 ha; 218 von 2-10 ha, nämlich 196 durchschnittlich 3 ha und 22 durchschnittlich 6 ha. Gegenüber den Zwergwirtschaften (unter 1 ha) waren demnach die eigentlich bäuerlichen Betriebe (von 1 ha und darüber) bedeutend in der Mehrzahl; von der Gesamtfläche von damals 1170 ha vereinigten dieselben 1033 ha = 88% auf sich, während auf die Zwergwirtschaften nur 137 ha = 12% entfielen. Unter den eigentlich bäuerlichen Wirtschaften verhielten sich der Zahl nach die kleinbäuerlichen Betriebe (von 1-2 ha) und die mittleren bäuerlichen Betriebe (von 2-10 ha) annähernd gleich; dagegen vereinigten die letzteren 62%, die ersteren nur 26% der Gesamtfläche auf sich. Großbäuerliche Betriebe (von 10-20 ha) und Großbetriebe (20 ha und darüber) fehlen ganz. Der Umsatz in Liegenschaften ist ziemlich stark, besonders in guten Weinjahren. Die Preise bewegen sich bei Ackerland zwischen 5000 und 8500 , bei Wiesen zwischen 3500 und 10000 , bei Baumgütern zwischen 5600 und 8500 , bei Weinbergen zwischen 7000 und 24000 das Hektar. Von der Fläche des Acker- und Gartenlandes mit 632 ha sind dem Getreidebau volle 3/5 gewidmet; es wird hauptsächlich Dinkel, dann Gerste, Haber und Weizen gebaut. Der Anbau der Hackfrüchte, vornehmlich Kartoffeln (meist frühe Cannstatter Richters Imperator, blaue Riesen, Gruber und die gewöhnliche rote Kartoffel) und Futterrüben (Angersen) nimmt 1/3 , der Anbau der Futterpflanzen Klee und Luzerne ca. 1/10 des Acker- und Gartenlandes ein; Handelsgewächse werden mit Ausnahme von Mohn zum Hausgebrauch und von Futterrüben zur Viehfütterung nicht gebaut. Das übliche Feldersystem ist zurzeit noch die Dreifelderwirschaft mit vollständig eingebauter Brache, doch ist eine umfassende Felderbereinigung im Gange. Die Wiesen sind größtenteils dreimähdig, die Baumschulen zweimähdig; Wiesenbewässerung findet nur vereinzelt statt. Die Winterweide auf den Wiesen ist um jährlich 900 verpachtet.- An Ackerfrüchten wird nach außen abgesetzt namentlich Getreide (ca. 8000 Ztr. jährlich) und Kartoffeln (ca. 10000Ztr.), Heu dagegen nur wenig, wohl aber werden Malzkeime, Biertreber, Welschkornmehl und andere Kraftfuttermittel von auswärts bezogen.

Der Weinbau ist altberühmt; wo in früheren Jahrhunderten die guten Weine des Landes aufgezählt werden, ist der Fellbacher mitgenannt (vergl. S. 258). Es hat denn auch die dem Weinbau gewidmete Fläche mehr als an andern zahlreichen Orten den alten Umfang nahezu behauptet: um 1830 (OA Beschreibung von 1832 Anhang) 899 4/8 Morgen = 283 ha, im Jahre 1892 260 ha. Heute noch sind alle Bauern zugleich Weingärtner, alle Weingärtner auch Bauern. Ihre Zahl beträgt ca. 500, so daß auf 1 Weingärtner durchschnittlich etwas über 1/2 ha Weinbergland entfällt. Die Weinberge beginnen, sobald die Hochebene des Ackerfeldes gegen den vom Ort südlich gelegenen Kappelberg ansteigt, an dessen südlichen und südwestlichen Abhängen sich die meisten Weinberge befinden und vom Thalniveau 120-125 m hoch an demselben hinaufziehen. Durch diesen Bergvorsprung entsteht ein gegen das Neckarthal sich abdachender Thalkessel, der, so wie das oben mit Wald besetzte Gebirge, den Weinbergen Schutz fast vor allen kalten Winden gewährt und in dem sich auch die bekannten bessern Weinberge befinden. Zu den vorzüglichen gehören:

der Lämmler *) unter dem mittleren Weg des Kappelbergs in einem Thaleinschnitt, geschützt 

*) Lämmler, auch in Stuttgart Aecker und Weinberge Lämmeler, Lamelluner, Lemeler, seit 1350 , 1393 ff. Pfaff, Stgtt. I ,450 und in Heppach Weinberg Lemmler Reuß, Musta et vina Neccaria 1773 S. 21 vielleicht von Lam Bruch, Schlucht (Schmeller 2 I, 1470) oder lamel Klinge (lemalla) Lexer I, 1816.

gegen alle kalten Winde mit einer südwestlichen Lage von 150 Grad und einer Abdachung von 20 Grad mit 1-2 m hohen Mauern und 9-12 m breiten Beeten; dieses Gewand liefert den vorzüglichsten unter dem Namen "Lämmler" bekannten Wein; sodann der "vordere Berg" in einer Mulde mit südwestlicher Lage, Abdachung von 22 Grad, mit Mauern; der "hintere Berg" in einem Bergeinschnitt und gegen kalte Winde geschützt mit einer südwestlichen Lage von 160 Grad und Abdachung von 15 Grad, mit Mauern. Weitere Weinberge befinden sich hinter dem Kappelberg an dem von West nach Südost ziehenden Gebirge, ferner an dem von Untertürkheim gegen Cannstatt ziehenden Hügelreihe, bereits der Muschelkalkformation angehörig, auf Lehm mit angeschwemmtem Konglomerat und Süßwasserkalk. Die Weinberge liegen, mit Ausschluß derjenigen, welche gegen das Neckarthal abdachen, wo schon der Muschelkalk erscheint, in der Keuperformation. Infolge der verschiedenen Wendungen und Einschnitte ,
welche das Hauptgebirge in der hiesigen Gegend macht, erscheinen die verschiedenartigsten Weinberglagen von der nordöstlichen bis zur nordwestlichen und hie und da sogar nördlichen Lage, daher die Qualität des Weins auch so verschieden ist, daß die Weine von den geringen Lagen die Hälfte weniger gelten als die aus den besseren. Der Boden der Weinberge besteht hauptsächlich in Mergel- oder Thonboden, der bald mehr, bald weniger mit Sand und Steingerölle gemischt und daher teils leichter und loser, teils strenger ist, jedenfalls aber zu den guten warmen Weinbergböden gehört. Der Untergrund besteht zunächst in Thon und Gerölle, unter dem sich bald der Mergel (Leberkies) und eben am Gebirge der Sandstein zeigt. Am häufigsten werden gepflanzt Trollinger, Silvaner, Riesling und Gutedel; neu eingeführt wurden in den letzten 25 Jahren schwarzer Riesling, St. Laurenz, Portugieser, blauer Silvaner und zwar, den schwarzen Riesling ausgenommen, mit günstigem 
Erfolg. Eine 1858 durch Oberlehrer Auberlen gegründete Weingärtnergesellschaft wirkt ersprießlich für den Anbau und den Absatz, welcher in der Hauptsache nach Stuttgart und Cannstatt geht.

Auch der Obstbau ist bedeutend; das Obst dient vorzugsweise zur Mostbereitung. 1892: 8200 Aepfel-, 2750 Birnen-, 2800 Pflaumen- und Zwetschgen-, 100 Kirschbäume. Die hauptsächlich vorkommenden Sorten von Kernobst sind Luiken, Reinetten, Rosenapfel, der gewöhnlich saure Mostapfel, die Palmisch-, Knaus- und Bratbirne. Die Gemeinde hat neuerdings auf dem Kappelberg 300 Kirschbäume angepflanzt. Es sind mehrere, Privaten gehörende, Baumschulen vorhanden. Gemüse wird ziemlich viel nach auswärts, besonders Stuttgart, verkauft. Der Hopfenanbau ist gering. An Waldungen, darunter die früheren Allmanden, besitzt die Gemeinde ca. 207 ha (=16% der gesamten Markungsfläche) mit Hochwaldbetrieb, wovon 50 ha dem Laubholz und der Rest dem gemischten Bestande angehört, mit einem jährlichen Erträgnis von 350 Festmetern und 10000 Wellen und einem in die Gemeindekasse fließenden jährlichen Erlös von ca. 10000 . Die Privatwaldungen betragen ca 4 1/2 ha. Die Jagd auf der Gemeindemarkung ist um jährlich 600 verpachtet. Die Viehhaltung hat in den letzten 20 Jahren zugenommen; es wurden gezählt im Jahre 1873: 442 Viehalter = 56% sämtlicher Haushaltungen mit eigener Hauswirtschaft; im Jahre 1892: 522 Vieh besitzende Haushaltungen = 62% sämtlicher Haushaltungen; daneben gab es im Jahre 1892 noch 98 Haushaltungen, welche nur Geflügel oder Bienenstöcke besaßen. Pferdezucht wird nicht betrieben. Zahl der Pferde 1892 38, welche zu landwirtschaftlicher Arbeit und mehr noch zu gewerblichen und Verkehrszwecken benützt werden. Dagegen blüht die Rindviehzucht, welche vornehmlich auf Milcherzeugung gerichtet ist. 

1892: 45 Kälber, 50 Stück Jungvieh, 7 Bullen, 195 sonstige Stiere und Ochsen, 700 Kühe, zusammen 997, hauptsächlich Simmenthaler Kreuzung. Die Farren sind Eigentum der Gemeinde und in Kost und Verpflegung gegeben. Das Milcherzeugnis wird zum größten Teil nach Cannstatt, Stuttgart und Untertürkheim geführt. Schafzucht wird im Ort nicht betrieben. Ueberwintert werden 300-400 Stück. Die Schweinezucht ist bedeutend. 1892: 637 Stück, darunter 1 Zuchteber, 25 Zuchtsäue, 589 Ferkel. Gezüchtet wird die halbenglische Rasse. Die Schweine werden meist zum eigenen Bedarf gemästet, die Ferkel meist im Orte selbst, teils auswärts verwertet. Die Eberhaltung ist 
in Privathänden, es trägt jedoch die Gemeindekasse 80 pro Jahr dazu bei. Die Ziegenhaltung ist in Zunahme begriffen, Zahl der Ziegen: 1873: 26, 1883: 120, 1892: 235. Starke Geflügel- und Bienenhaltung (1892: 5036 Stück Geflügel, darunter 357 Gänse, 200 Enten, 4479 Landhühner; 60 Bienenstöcke, fast sämtlich in beweglichen Waben).
Zur Förderung der landwirtschaftlichen Interessen besteht ein Darlehenskassenverein mit ca. 80 Mitgliedern. (Umsatz im Jahre 1892: 172445 ). Steuerkapital (Reinertrag) der landwirtschaftlich benützten Fläche (1893) 202992 .
Auch die Gewerbe sind gut vertreten, doch sind dieselben beinahe durchaus auf den Ort angewiesen. An größeren Gewerben besteht eine Thonwarenfabrik mit 20-30 Arbeitern, meist Italienern. An kleineren Gewerben waren am 1. April 1894 vorhanden: Bäcker 10, Buchbinder 3, Konditor 1, Dreher und Wagner 8, 
Flaschner 2, Schlosser und Schmiede 10, Gärtner 5 (neuestens auch eine Gärtnerei mit Dampfgewächshäusern), Glaser und Schreiner 10, Hafner 2, Gipser und Maurer 3. Lackier 1, Korbmacher 1, Maler 1, Metzger 7, Kübler und Küfer 7, Pflästerer 4, Fuhrmänner 6, Mechaniker 1, Uhrenmacher 1, Seifensieder 2, Tuchmacher 2, Weber 2, Seckler 4, Sattler 1, Seiler 1, Schneider 4, Näherinnen 6, Zimmerleute 4, Steinbauer 4, Branntweinbrenner 9, Schuhmacher 9, Ziegler 1. Ein Schreiner arbeitet mit einem Petroleummotor mit 4 Pferdekräften. Einzelne Gewerbe, wie namentlich Schuhmacher und Wagner, haben auch Absatz nach außen. Seit 1890 ist eine Buchdruckerei im Orte, welche den "Boten vom Kappelberg" druckt und verlegt. An Wirtschaften sind nicht weniger als 24 vorhanden. An Handelsgeschäften für den Einzelverkauf bestehen 16, auch sind 5 Hausierhändler im Orte. Die Zahl der Gewerbetreibenden im ganzen (einschl. Handelsgeschäfte und Hausierer) betrug auf 1. April 1894: 209, auf 1. April 1877: 197, ist demnach um 6% gestiegen, während das Steuerkapital (steuerbarer Reingewinn) im gleichen Zeitraum von 44755 im Jahre 1877 auf 52797 , demnach um 18% sich erhöht hat. Kleinere Vieh-. und Krämermärkte im April und September mit nicht bedeutendem Umsatz. Ein Bote fährt dreimal wöchentlich nach Cannstatt und Stuttgart. Die Eisenbahnstation, 2 km vom Ort entfernt, nahm 1892/93 unter den 365 Stationen des Landes im Personenverkehr die 44., im Güterverkehr die 86. Stelle ein. Im Bahnhof besteht ein Postamt und Telegraphenamt, im Ort eine Telegraphenstelle. Seit 1890 ist ein approbierter Arzt, seit 1894 auch eine Apotheke, Filiale einer Waiblinger Apotheke, hier; eine kleine Badanstalt ist mit einer Gärtnerei verbunden.
Gemeinde-Vermögen und -Haushalt siehe S. 385 f. Kirchengemeinde-Haushalt und Ortsarmenpflege siehe S. 387 f. 
Einige kleinere kirchliche Stiftungen.
Außer dem Pfarrer ist (seit 1891) ein ständiger Vikar bestellt. Für die Krankenpflege ist eine Diakonissin berufen.
In der Schule wirken an 8 Klassen 6 ständige (worunter 1 Oberlehrer) und 2 unständige Lehrer.
Es bestehen 3 Fortbildungsschulen für Söhne, 2 für Töchter, sowie eine Kleinkinderpflege mit 2 Lehrerinnen.
Schul-Stiftungen im Betrag von 6130 (darunter 4200 zu einer künftigen Lateinschule). 
Vereine: 
Jünglingverein, gegründet 1889, 25 Mitglieder
evangelischer Arbeiterverein, gegründet 1890, 30 Mitglieder
sozialistischer Arbeiterverein, gegründet  1890, 30 Mitglieder
Kriegerverein, seit 1875, 50 Mitglieder
Gesangverein, seit 1879, 100 Mitglieder
(Darlehenskassenverein von 1890 und Weingärtnergesellschaft von 1858 s. o.)

Geschichte. Römisches s. o. S. 400, 418.
Altcalwischer und dann welfischer Besitz, an die Klöster Zwiefalten um 1130 (Sulger I, 67) und Adelberg um 1185 (Urk.B. II,236) vergabt - ist das erste, was wir von Velbach (wohl von velwe, velbe, felbe, Weidenbaum, und dem kollektiven ach, also ganz s.v.a. Weidach; Volksetymologie S. 187) erfahren (vergl. S. 427). Wenig später erscheinen Kloster Bebenhausen (vor 1229) und Stift Backnang (vor 1245) und in der Folge noch zahlreiche andere geistliche Herren in dem weinreichen Ort begütert und im Besitz von Einkünften: St. Blasien mir seiner Propstei Nellingen (1283), Denkendorf, Predigermönche (1298), Barfüßer (1364), Clarissen (1509) und Augustiner (1490) in Eßlingen, Kloster Sirnau-Eßlingen, Pfarrkirche und Frauenkirche Eßlingen (1296, 1342), Spital Eßlingen (1278); Heidenheim am Hahnenkamm (1480); Domkapitel Konstanz (1289, 1326 ff.); Kloster Lorch, Maihingen im Ries (mit eigenem Haus seit 1509, bis 1673), Salem (1265, 1268), Stift (und Armenkassen, Hof 152) Stuttgart (1491), Kloster Weil bei Eßlingen (1272, 1282, 1334). Wie Fellbach mit der ganzen Gegend an die Grafen von Wirtemberg gekommen, ist im allgemeinen Teil (S. 427) gezeigt worden. Dienstleute dieser Grafen waren die 1257-1351 genannten Herren von Fellbach, die wohl in der Wasserburg saßen, welche teilweise in der Kirche fortbestand (s.o.):
M. de Velebach (in Eßlingen? 1257 Urk.B V, 188); Heinrich, der den Brühlhof bei Marchtal diesem Kloster verkauft 1258 (ebd. 231); Reinhard und Gerold (1270), Zeugen in einer wirt. Urkunde (Sattler, Gr. I B. 3); Bertold und Heinrich sind Nutznießer des Widumhofs in Cannstatt 1289 (s. S. 516); Wolf, Zeuge in einer gräfl. Bergischen Urkunde 1293 (O.R.XXXIX, 215); Gertrud, Emsa und Regina v. F. vermachen ihre Aecker an Kl. Sirnau 1299 (Memminger, Cannstatt 236); Irmenburg v. F. verschafft demselben Kloster ihre Güter zu Fellbach 1342 (St.Arch.); Heinrich, Ritter v. F., grauer Mönch zu Bebenhausen (vergl. OR.X,453), verkauft all sein Gut zu Fellbach an Wirtemberg 1351 (Sattler, GRr.I, 159). Ob Arnold, genannt Nellinger v. Fellbach, Bürger in Eßlingen 1278, 1282, und Ruprecht der Benz von Fellbach 1332 (Memminger a.a.O.) jenem Geschlecht angehörten, ist ungewiß. Zu den zahlreichen württembergischen Lehensträgern in Fellbach gehörte wohl schon Wolfrad von Rems, der 1268 die Hofstätten in Fellbach, genannt des Modils Gut, dem Kloster Salem schenkt (Urk.B. VI,364); weiterhin nach dem Lehenbuch Graf Eberhard des Greiners um 1360 (Viertelj. H. VIII,133 ff.) Herren von Stammheim, Holtzing von Weil, die Nothaft und Zütelmann; nach anderen Quellen die von Ahelfingen, Ehingen, Rechberg 1491, Stein 1320. In der österreichischen Zeit (1522) verkaufte Erzherzog Ferdinand 926 Morgen Wald auf Beyburg für 46 Pfd. 6 Heller Zins an Fellbach (288 ), Obertürkheim (105), Rothenberg (53), Uhlbach (120),  Stetten (212) und Rommelshausen (148 Morgen). Dagegen kaufte Württemberg 1616 von Kloster Zwiefalten dessen sämtlichen Besitz in Fellbach, Rothenberg, Uhlbach, Ober- und Untertürkheim für 13500 Gulden (Sattler, Herz. VI, 99). Von 1807 bis zur Ablösung von 1848 f. war die Kgl. Hofkammer im Besitz der Grundherrschaft. Fellbach war bis zur Organisation unter König Wilhelm I. Sitz einer Unterbeamtung und Amtsschreiberei, seit 1811 auch Marktflecken. Schließlich waren, bis zur Ablösung von 1848 ff., die grundherrlichen Verhältnisse folgende: Die Zehnten hatte die K. Hofkammer mit Ausnahme eines kleinen Anteils, den der Fürst von Oettingen-Wallerstein von dem Kloster Maria-Maihingen her (s.o.) und die Ortspfarrei hatten. Die Grundlasten betrugen 138 Gulden 11 Kreuzer in Geld, 87 Scheffel 7 1/2 Simri Dinkel, 73 Scheffel 2 Simri Haber, 37 Scheffel 4 3/4 Simri glatte Frucht, 22 Eimer 3 3/4 Maß Wein; den größten Teil davon bezog die Hofkammer, der Rest verteilt sich unter 13 weitere Berechtigte, namentlich Gemeindepflege Stetten und die Kirchen-, Schul- und Spitalpflege Eßlingen. Außerdem hatte der Ort noch 42 Eimer Baadewein, genannt Schirmewein, und an sonstigen vogteilichen Abgaben, Roggensteuer, Speisung u. 180 Gulden 42 Kreuzer zu entrichten. 

Ueber die Schicksale von Fellbach im Städtekrieg, im Feldzug gegen Herzog Ulrich 1519, 1450, im 30jährien Krieg 1631, in den Franzosenkriegen 1693 und 1796 s. o. S. 434 ff. 1710 beunruhigte nächtliches Aechzen in den Häusern und auf den Gassen die Bewohner. Im September 1804 entstand bei einem Brand ein Aufruhr, der wegen Verwundung des Oberamtmannes mehrere Bürger ins Gefängnis brachte. 1870 sind 41 von F. ausmarschiert, 4 im Feld geblieben. 

Kirchlich war Fellbach in der ältesten Zeit der Uffkirche in Cannstatt zugeteilt, obwohl vorübergehend der Pfarrherr von Plochingen als Nutznießer ( 1275 Freib. D.Arch. I,70) und Waiblingen als Mutterort (1323 ebd. V,101) erscheint (s.o. S.431, vergl. Bossert, Bl. f. w. Kirchengesch. 1890, 5). Etliche Häuser gehörten zur Pfarrei Schanbach (Fin.Arch.). Wann Fellbach eine eigene Pfarrei wurde, ist nicht bekannt; 1504 wird ein Vertrag geschlossen zwischen Joh. Coler, derzeit Pfarrer in Fellbach, und dem Domkapitel Konstanz. In dem Verzeichnis, das Herzog Ulrich nach der Reformation von den Kirchenstellen aufnehmen ließ, kommt auch eine Frühmeßpfründe oder Kaplanei vor. Das Besetzungsrecht für erstere hatte Württemberg, für die Frühmesserei das Domkapitel Konstanz; die Besoldungen reichte beiden dieses Kapitel, das viele Zehnten und Gefälle hatte. Von dem Weinzehnten desselben rührte, wie in Cannstatt und anderen Orten, das sog. Rohrtrunkrecht her (vergl. Seite 183), das die Fellbacher sich 1604 von dem Kapitel mit 1700 Gulden abkaufen ließen. Die Konstanzer Einkünfte kamen 1802 an Baden, 1806 durch Tausch an Württemberg, 1807 an die Hofkammer (s.o.)- Beguinen in Fellbach werden 1499 genannt. - Daß in der Reformationszeit auch die Wiedertäuferei Anhänger fand, zeigt eine Urfehde Gall Dietmans von Fellbach vom 6. April 1529. Noch lange traf man vertriebene Fellbacher Wiedertäufer auswärts; Hans Wagner, von Gall Dietmann getauft, 1570 in Thalheim bei Heilbronn, wo er den Edelleuten als Weingärtner diente, 1579 Hans Wäger, Claus Rebstock bei Hans v. Stammheim im Dienst, Hans Koch 1583 bei Ludwig v. Nipppenburg in Schwieberdingen; 1600 Margarete, Balthas Dietmans Witwe, Agathe Bayer, alt Hans Märklin, Claus Rebstock, Gall Schnaitmann, Wollweber, zu Crombach im Kraichgau. (Dr. Bossert.) Der erste ev. Pfarrer wird Jakob Rytenmann gewesen sein, der im Mai 1542 "mit dem württembergischen Kriegsvolk an Türken zog" (vergl. Stadlinger 225. 570); das Einkommen der Pfarrei sollte ihm mittlerweile bleiben und ein Nachbar die Pfarrei versehen (St.Arch.). Ihm folgte bis 1564 Kilian Lilienfein aus Karlstadt bei Franken, der im Marburg studiert hatte und in Fellbach längere Zeit zugleich die Stelle des Superintendenten für Cannstatt bekleidete (Roth, Tüb. Urkunden S. 663. Binde, Kirchen- und Lehrämter 178. Bl. f. w. Kirchengesch. 1895, S. 16). Im Interim will die Gemeinde ihren Pfarrer behalten: mit dem Schuleinkommen, auch die Frühmeßpfründe eingeschlossen, würde er nicht reichen; Lilienfein bleibt als Lehrer, "Katechist", heißt aber 1551 wieder "Diener der Kirche zu Fellbach" (Fin.Arch.Bossert, Interim 109). Nach dem Interim ließ sich die Gemeinde ungern bewegen, ihren früheren Schulmeister Joh. Schuhmacher, der in das Stuttgarter Stift gegangen und nun dort entlassen war, wieder anzunehmen, da er "um des Bauchs willen" das Interim angenommen habe, wogegen der Cannstatter Superintendent geltend machte, die Fellbacher haben seither keine Gelegenheit gehabt, lateinisch zu lernen. (Bossert 166. Schneider 85). Im Herbst 1555 wechseln die Grafen von Hohenlohe Briefe mit Herzog Christoph und dem Probst Brenz, einen Verwandten Lilienfeins, diesen für Oehringen zu gewinnen. Er versieht im Dezember 14 Tage die Pfarrei daselbst, lehnt sie aber Gewissens halber ab. (Akten des Ev. Konsist. Stuttg.)
Unter den späteren Geistlichen hat sich M. Georg Konrad Maicler, 1610-46, einen Namen als lateinischer Dichter gemacht. Geboren zu Endersbach 31. Oktober 1574, kam er vom Diakonat Schorndorf 1610 hierher, damals bereits als Poet geschätzt. Hier hat er 1622 sein Klaglied auf den bei Wimpfen gefallenen Prinzen Magnus "Der Bogen Jonathans" gedichtet. Wie treu und fest er seines Amtes in den schweren Zeiten von 1626 an wartete, während im eigenen Hause ein schmerzlicher Verlust dem anderen folgte, verdient in dem von Pfarrer K. Fr. Werner in Fellbach (hier 1849-72) in den Basler Sammlungen 1855 aus den Quellen zusammengestellten Lebenslauf Maiclers nachgelesen zu werden (vergl. S. 438). Der 1798-1805 hier wirkende Pfarrer Fr. Wilh. Kohler hat sich um die Einführung von Industrieschulen im Lande verdient gemacht (Gradmann, Gel. Schwaben 309.) - Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ist Fellbach allmählich eines der Hauptsitze des württembergischen Pietismus geworden, zuerst durch die Einwirkung des frommen Pfarrers Brastberger in Obereßlingen, 1745-56, dann der ernsten frühverstorbenen Pfarrer Sack und Seiz in Fellbach 1758-62, hierauf unter dem Eindruck einer verheerenden Seuche 1766 und Teurung 1771. Separatistische Neigungen, einige Zeit vor dem bekannten Georg Rapp in Iptingen genährt, wurden durch bibelfeste Männer, wie Ulrich Deile (1751-1831); Joh. Ge. Heid (1773-1841) und besonders den geisteskräftigen Johs. Schnaitmann (1767-1847) überwunden, das Gemeinschaftswesen mit dauerndem Erfolg in die Wege Michael Hahns geleitet. (Basler Sammlungen 1854. Claus, Württ. Väter II, 14 ff. Die Hahnsche Gemeinschaft 1877, S. 218 ff).
Eine Schule, zunächst eine Lateinschule, hatte Fellbach schon vor 1540 (s.o.). In diesem Jahre bittet die Gemeinde, weil ihr Schulmeister gen Münsingen zu einem Helfer, Schulmeister und Stadtschreiber verordnet worden, um einen neuen Schulmeister und Gehilfen des Pfarrers: denn ihr Flecken habe nit viel minder, dann 180 Herdstatt, mehr dann 1000 Menschen, und leiste so viel als etwan ein Städtlein im Land (Fin. Arch.).
Den Schuldienst in Fellbach haben drei Auberlen, aus einer alten Fellbacher Familie, nacheinander, 116 Jahre lang, bekleidet: 

  1. 1756-84 Georg Daniel Auberlen, geb. 15. August 1728 in Endersbach, tüchtiger Musikkomponist, Vater des Samuel Gottlob A., Musikdirektors in der Schweiz, später am Münster Ulm, + 1829 (vergl. dessen Selbstbiographie, Ulm 1824), sowie des Immanuel Wilhelm Auberlen, geb. 18 Juli 1780, Großkaufmanns in Augsburg, Förderers des dortigen Musiklebens, Sammlers von Gemälden (s. o. Kirche S. 535), + 16.Juni 1845;
  2. 1784-1828 Nikolaus Ferdinand Auberlen von Kirchheim u. T, Schwiegersohn des erstgenannten, verdient um die Kirchenmusik, Lehrer Friedrich Silchers; 
  3. 1829-73 dessen Sohn Wilhelm Amandus Auberlen, geb. 24. Oktober 1798, + als pens. Oberlehrer 1874, verdient um den Gesangsunterricht in der württembergischen evangelischen Volksschule, wie um Hebung des Weinbaus in Fellbach; Vater des Karl August Auberlen, geb. in Fellbach 24. November 1824, + als Professor der Theologie in Basel 1864 (Allg. D. Biogr. I,632), sowie des Ferdinand Auberlen-Ostertag, Kommerzienrats in Stuttgart.

 

Weiter ist in Fellbach geboren: 23. April 1764 der vielschreibende Kanzleirat Joh. Georg Bäuerlen (Gradmann, Gel. Schwaben 17.)

Außer der Burg Fellbach, an welche noch die "Burggasse außen am Ort hin" erinnert, auch an Siechenhaus und Badstube, noch 1473 erwähnt, sind abgegangen:

  1. Immenrode, zwischen Fellbach und Untertürkheim, lange in der Simonroth-Simrod-Kelter, noch im Simrodshäuschen am südwestlichen Abhang des Kappelbergs, Markung Untertürkheim, fortlebend. 1121 überläßt Albert v. Cannstatt Aecker und einen Wald bei dem Weiler Immerott an Kl. Zwiefalten (Sulger I, 67); 1265 verkauft Graf Hartmann von Grüningen einen Weinberg zu Imbenrode (wohl von einem Personennamen) mit anderem bei Fellbach an Kloster Salem (OR. XXXV, 452; Urk.B. IV,177); 1298-1318 Steinscher Weingarten zu Imerode; 1473 im Ymorod.
  2. Hof Erbach (noch Weinberg "Erwoch"), nordwestlich von Fellbach, 1473 Hof zu Erbach, die von E., das Erbach.
  3. Weiler Dietpach (Flur Diebach S. 11).

1473 zwei Kapellen: seine südöstlich vom Ort gegen Rothenberg soll kurze Zeit vor der Reformation zum Bau des Chors der Kirche abgebrochen worden sein; die andere auf dem Kappelberg, der davon den Namen hat, zuletzt von einem Waldschützen bewohnt, 1818 abgebrochen., war einst eine berühmte Wallfahrtskapelle, gebaut nachdem ein Knabe auf einem Kirschbaum sitzend eine Marienerscheinung gehabt und ein Mönch aus Eßlingen diese verbreitet hatte (Crusius II, 416; Hofeles Schw. Diöz. Arch. II, 21, wo "vor langem hinweggerissen" nur als Wallfahrt aufgegeben bedeuten kann.) Jetzt wallfahrtet man der schönen Aussicht wegen hinauf, zur Cassinilinde, so genannt nach der Triangulierung und Kartographierung durch den Franzoden Cassini um 1755 (Cass de Thury, Relation d'un voyage en Allemagne, qui comprend les operations relatifs a la figure de la terre et a la géographie part. du Palatinat, du duché de Wurtemberg etc., fait par orde du Roi. Paris 1776). 

Ob auf dem Kernen (=Keller?), dessen Fernsicht künftig ein Aussichtsturm eröffnen soll (St. Anz. 1895, S. 121) eine Burg gestanden, wie Memminger meint, vielleicht sogar die Stammburg der Wirtemberger vor der auf dem Rothenberg, ist zweifelhaft. (Beyburg siehe Rommelshausen.)


back to homepage