Holz im Ofen

Mit der Lustbarkeit war es nichts - und Pfeffer sah einem schlimmen Winter entgegen.

An einem kalten Wintertag besuchte ihn die Magdalene in seinem Haus. Der Bräutigam saß in eine Decke gewickelt neben dem Ofen. Die Braut setzte sich zu ihm auf einen Stuhl und schnatterte vor Kälte. Sie war unzufrieden, daß Pfeffer mit dem Fiedelspielen nichts verdiente, und böse, weil er keine Anstalten machte, um auf andere Weise etwas zu verdienen. Ihr Zorn entlud sich aber gegen die Fiedel, und sie sagte:
"Eine Fiedel, die nicht mehr als ein Schoppengeld einbringt, ist nichts nütz!"
Pfeffer lächelte.
Die Kälte in der Stube setzte ihr mit der Länge so zu, daß sie das Zähneklappern kriegte. Endlich stand sie auf und herrschte ihn an:
"Geh hinaus und lege ein Holz in den Ofen!"
Es war einer von den großen Öfen, die durch die Küche geheizt werden. Pfeffer fand, daß die Gelegenheit gekommen wäre, sie über den Wert seiner Geige zu belehren, ging hinaus und kam alsbald wieder.
"So, nun ist Holz und Feuer im Ofen" sagte er.
Es blieb aber kalt wie zuvor.

Nach einer Weile sagte die Magdalene: "Ich meinte, du hättest geheizt! Aber du hast mich angelogen!"
"Du machst mich zu einem armen Mann!" erwiderte Pfeffer, "für zehn Kronenthaler habe ich Holz in den Ofen gelegt, und Feuer ist auch drinn! Geh und schau selber!"
"Lügner!" schimpfte sie ihn und ging in die Küche. Da merkte sie, wie er es meinte: Im Feuerloch lag seine Geige, wohl zehn Kronenthaler wert, und daneben brannte das kleine Flämmchen einer Kerze.

-o-

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