Schule und Schulmeister in Fellbach

Von Felix Burkhardt

Herausgegeben von der Stadt Fellbach 1961

Im Jahre 1559 erließ Herzog Christoph die Anordnung, für die Kinder der hartschaffenden Untertanen in den volkreichen Flecken des Landes Württemberg "teutsche Schulen" einzurichten. Jahrzehnte früher hatte Fellbach, schon damals ein stattlicher Ort von 1000 Einwohnern, eine eigene Schule geschaffen. Bereits 1536 hielt hier Johann Böhem Schule. A1s er 1540 zum Helfer, Schulmeister und Stadtschreiber nach Münsingen berufen wurde, bat die Gemeinde um einen neuen Schulmeister. Als Nachfolger von Böhem, der von 1543 bis 1570 als Pfarrer in Hundersingen wirkte, finden wir Johannes Schuhmacher, der während des Interims nach Stuttgart ging. Der Pfarrer Kilian Lilienfein unterhielt in dieser Zeit die Schule. Nur widerstrebend nahm die Gemeinde den früheren Schulmeister wieder auf, verdachte sie ihm doch, daß er "um des Bauche willen" sich dem Interim gebeugt hatte. In den Anfangsjahren ihres Bestehens pflegte die Fellbacher Schule auch die lateinische Sprache. Der Cannstatter Superintendent weist darauf hin, daß die Fellbacher einige Zeit keine Gelegenheit gehabt hätten, lateinisch zu lernen.

Nach seiner Rückkehr wirkte Schuhmacher nur etliche Jahre noch im Ort. Der gewesene Schulmeister von Entringen Johann Kayser übernahm im September 1557 die Fellbacher Schule. Er musste auch das Mesneramt mit versehen. Als Schulmeister erhielt er keine besondere Besoldung, nur das Schulgeld, das jeder Schüler vierteljährlich zahlte und 5 Schillinge betrug, entschädigte ihn für dieses Amt. Im Jahre 1559 hatte er im Winter 60 Schüler, im Sommer stellten sich nur 40 Schüler ein. Sein Mesnerdienst setzte ihn in den Genuß einer Wiesennutzung, dann besaß er eine "Behausung, so dem Flecken zugehörig." Von jedem "hausgesessenen Bürger" erhielt er jährlich ein Brot.

Um 1572 wurde Georg Thusnit Schulmeister. Er war damals 32 Jahre alt. In der Gemeinde fand er ein gutes Zeugnis, hielt er sich doch in Lehre und Leben recht. Da er für eine stattliche Schülerzahl zu sorgen hatte und der Gemeinde als Schreiber diente, stand ihm ein Provisor bei. 1585 war es Samuel Höfel, 1586 Philipp Bühel, 1588 Math. Fuernmayer. Thusnit trug sich, wohl auf Anregung der Gemeinde, bereits 1588 mit dem Gedanken, auch im Sommer Schule zu halten; bisher war nur die Winterschule üblich gewesen. Während in vielen Orten nur Winterschule gehalten wurde und in späteren Zeiten die Einführung der Sommerschule auf Schwierigkeiten stieß, forderte Fellbach schon in dieser Zeit eine Sommerschule. Sehr nachdrücklich bedeutete man dem zögernden Schulmeister im Jahre 1590, "da dieser Flecken volkreich und der Jugend sehr viel, sollte er auch im Sommer Schule halten, damit man nicht Ursache habe, einen anderen Schulmeister statt einer zu verordnen."

Thusnits Nachfolger wurde zu Michaelis 1591 Georg Lilienfein, der Sohn des einstigen Pfarrers K. Lilienfein. Er starb, erst 37 Jahre alt, im Jahr 1596 an der Pest. Der frühere Provisor Samuel Höfel übernahm das Amt, konnte es aber nur kurze Zeit versehe. Er verstarb  im Mai 1597. Im gleichen Jahr wurde Joh. Justinus Ulßheimer das Schulmeisteramt übertragen. Wie jeder Schulmeister, so stand auch der Schulmeister Ulßheimer und seine Arbeit unter dem Urteil der Einwohner. Manche Kritik erfuhr er. Während 1599 Pfarrer, Schultheiß und mehrere Richter seinen Fleiß anerkannten, brachten drei Richter vor, er verhöre die Knaben zu Zweiten des Tages nur zweimal. Auch 1601 war die Meinung über ihn geteilt. Der Pfarrer der die Schule verschiedene Male besucht hatte, der Schultheiß und etliche Gerichtspersonen hatten über ihn nichts zu klagen. Sie bestätigten, er leiste seine Arbeit so, daß die Kinder bei dem Schulmeister wohl profitierten. Einige Richter jedoch beschwerten sich, der Schulmeister gebe den Kindern keine Fürschrift (Vorschriften zum Schreiben), laufe auch von den Knaben aus der Schule aufs Feld. Der Pfarrer Georg Pfitz, der sich um die Schule gekümmert hatte und die Arbeit des Schulmeisters besser kannte, wies die Klage zurück. Sie sei ungütlich geschehen. Der Schulmeister gehe in den Schulstunden nicht von den Knaben, schreibe ihnen auch fleissig vor. Wenn etliche Leute dem Schulmeister nicht günstig seien, so komm es daher, daß sich dieser für eine geregelte Ablieferung der Gefälle, Zehntabgaben, die der Verwaltung Cannstatt zustünden, sorge und auf sie mehr achte, was bisher nicht immer geschehen sei.

Schulmeister Ulßheimer hielt seine Schule im Winter und im Sommer. Allerdings überwogen in seiner Schule die Knaben. 1602 sassen neben 100 Knaben nur 20 Töchterlein. Ein Provisor, 1602 war es sein Bruder Johann Bastian Ulßheimer, stand ihm bei. Die Beschwerden über den Schulmeister verstummten in den folgenden Jahren. Man bestätigte ihm, daß er seine Schule fleissig halte und Erfolge im Unterricht erziele. Die Hauptfächer waren Schreiben, Lesen, Katechismus und Gebet. Im Jahre 1603 war Provisor Jonas Pfitz, der Sohn des Pfarrers. Obwohl er erst 18 Jahre alt war, zeigte er gute Fertigkeiten im Rechnen und Schreiben. Die Schule wurde 1605 von dem Pfarrer und den beiden Bürgermeistern Jakob Pfister und Hans Schnaitmann visitiert und in Ordnung befunden. Damals hatte Fellbach 824 Kommunikanten (Teilnehmer am Abendmahl) und 400 Katechumenen (Teilnehmer an der Katechismusunterweisung); man kann wohl, bezieht man die Zahl der Kinder ein, mit 1500 bis 1600 Einwohnern rechnen. Ulßheimer versah neben dem Schuldienst auch die Gerichtsschreiberei.

Noch im Jahre 1621 amtierte Joh. Justinius Ulßheimer als Schulmeister, sein Schwiegersohn Melchior Hohl diente ihm als Provisor. Als nach der Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1634 kaiserliche Soldaten Fellbach plündernd heimsuchten, wurde Ulßheimer, der damals die Gerichtsschreiberei versah, verstümmelt, sein Schwiegersohn9 der Schulmeister war, wurde von den Soldaten verschleppt und in Hochberg am Neckar erschossen.

Hans Lipp wurde von der Gemeinde als Schulmeister angenommen. Weil er sich aber nicht in Stuttgart zum Examen gestellt hatte9 wurde er 1637 dazu aufgefordert. Zu Jakobi 1637 bestätigte ihn dann die Behörde ale Schulmeister. 1641 hatte Lipp, der für seine Arbeit ein gutes Prädikat erhielt, nur 40 Schüler, darunter waren 10 Mädchen. Nicht nur die Schule war zusammengeschmolzen. Der Ort hatte auch viel Einwohner verloren. Noch 1621 besaß Fellbach 1000 Kommunikanten und 569 Katechumenen, mit Einschluß der Kinder rund 2000 Einwohner. Zwanzig Jahre später, im Jahre 1641, waren es nur 250 Kommunikanten und 80 Katechumenen, es lässt sich eine Einwohnerschaft von 350 bis 400 Menschen annehmen.

Nicht immer fand die Gemeinde die geeigneten Leute zum Schuldienst. Am Ende des Dreissigjährigen Krieges wurde ein Fellbacher Einwohner vom Schuldienst zurückgewiesen, weil er einen ehrenrührigen Prozeß auf dem Lästerstuhl ausgestanden hatte.

1649 wurde Nikolaus Werther von Sommerhausen, 26 Jahre alt, Schulmeister in Fellbach. Im Jahre 1653, als der Ort wieder 527 Einwohner zäh1te, unterrichtete er 44 Knaben und 26 Mädchen. Da der Ort in den nächsten Jahren ständig zunahm (1654:556, 1655:605. 1658:668, 1661:734, 1678:947 Einwohner), wuchs die Schülerzahl. 1659 gingen rund 100 Kinder zur Schule, 1661 waren es 80 Knaben und 36 Mädchen, 1667 70 Knaben und 52 Mädchen. 1677 waren es nur 90 Schulkinder, doch meinte man, es könnten über 150 sein, wenn die Eltern die Kinder fleissiger schickten. Spezial und Vogt wurden beauftragt, die Eltern zum Schulbesuch ihrer Kinder anzuhalten. Schlecht besucht war die Sommerschule, so fanden sich 1677 von den 90 Winterschülern nur 16 in der Sommerschule ein.

Der Schulmeister Werther war in der Schule ein fleissiger Mann und brachte den Kindern auch etwas bei. Nur liebte er den Wein. Die wachsame Behörde untersagte ihm das zehrhafte Leben. Er versprach auch Besserung. Doch musste man später ab und zu feststellen, daß er krippelig wurde, ein Zustand, der sich bei ihm nach entsprechendem Weingenuß einstellte. 1685, als er schon 35 Jahre im Amt war, notierte man kurz und bündig über ihn: "Singet übel, lehret wohl, schreibt genügsam, ist fleissig gewesen." 100 Winterschüler hatte er damals, aber nur 40 Sommerschüler. Eine Hilfe fand er in seiner Frau. "Die Schulmeisterin hat die Mägde gelehrt."

Als er im Alter von 67 Jahren am 15. April 1686 verstarb, wurde Wilhelm Klein sein Nachfolger. Zur Freude der Fellbacher konnte er die Orgel traktieren, den Gesang verstand er auch, hatte doch sein Vorgänger einen "übelständigen Choral" geführt.

Am 8. Dezember 1691 nahm Fellbach Andreas Löffler von Mönsheim, 22 Jahre alt, als Schulmeister an. Eine stattliche Schülerzahl erwartete ihn. 138 Kinder gingen zur Schule. Man urteilte über ihn: "Informiert die Jugend wohl im Lesen, Schreiben, Beten, auch Rechnen, hat jedoch keine Gunst bei den mehrsten Eltern, führt besonders einen guten Choral und schlägt die Orgel dazu."

Während in den meisten Schulen Rechnen nicht auf dem Stundenplan stand, erteilte man dieses Fach in Fellbach. Rechnen wurde erst durch die "Erneuerte Schulordnung" von 1729 als Unterrichtsfach gefordert, weil es eine im bürgerlichen Leben notwendige Sache sei.

Die Fellbacher waren von der Notwendigkeit des Rechnenkönnens schon zeitig überzeugt. Leider war ihr Schulmeister Johann Eberhard Lenz von Stuttgart (geb.l3. Juli 1656), der seit 1696 die Schule zu Fellbach verwaltete, kein Rechenkünstler. Im Beten, Lesen und Schreiben lehrte er die Jugend wohl, das Rechnen musste der Provisor übernehmen. Beim Rügegericht 1703 zeigte von 226 Bürgern nur der Bürger Mergenthaler sein Mißfallen. Er brachte vor, daß es bei dem Schulmeister mit dem Rechnen hapere, "alle anderen waren mit ihm vergnügt und bemerkten, daß sie nie einen besseren und frömmeren Schulmeister gehabt, ihm fehle nichts als das Rechnen, so doch fleissig durch den Provisor ersetzt wird." Der Pfarrer bescheinigte Lenz, daß die Kinder recht schön schreiben und fertig lesen könnten, auch wüssten sie viel Sprüche, Psalmen und Lieder auswendig. Der Provisor konnte wohl den Mangel des Rechnens abstellen, war aber nicht in der Lage, dem Schulmeister beim Vorsingen in der Kirche kräftig beizustehen, weil er eine sehr schwache Stimme hatte. Das war bedauerlich, denn auch der Schulmeister zählte nicht zu den grossen Sängern.

Johann Christoph Wegmann zog 1709 als neuer Schulmeister in Fellbach ein. Er stammte aus Böblingen und war vorher 12 Jahre Provisor zu Sulz gewesen. Fellbach zäh1te in dieser Zeit rund 1400 Einwohner (1711:1452). Der Unterschied zwischen Winter- und Sommerschule hatte sich ausgeglichen. 1711 waren es neben 225 Winterschülern 189 Sommerschüler. Bei dieser hohen Schülerzahl war ein Provisor notwendig; es stand ihm der l8jährige Joh. Jakob Seeger bei, ein Freund des Schulmeisters. Er verfügte nicht nur über eine gute Handschrift, sondern besaß auch Kenntnisse in der lateinischen und griechischen Sprache. Doch zum Singen hatte er eine schlechte Stimme. Später stellte Wegmann seinen Sohn als Schulgehilfen ein. Schon als 11jäihriger Junge musste er dem Vater helfen. 1725 verließ der Provisor Gottl. Friedr. Wegmann seinen Dienst in Fellbach und trat als Tambour in Militärdienste, kehrte jedoch nach einem Jahr in die Schule zurück.

Wegmann war kein unbegabter Schulmann. Wenn es Mißhelligkeiten gab, so hatten sie ihre Ursache in Auftreten des Schulmeisters. Einmal hatte er in Rausch den Schultheiß grob geschmäht und musste vom Oberamt abgestraft werden. In den letzten Jahren seines Amtes plagte ihn langwierige Krankheit. Da musste der Provisor die Hauptlast des Amtes tragen und auch die Orgel spielen. Zeitweise war ein zweiter Provisor tätig, so 1730 Job. Jakob Haug von Uhlbach.

Um 1736 ging der Besuch der Sommerschule stark zurück. Es besuchten in diesem Jahr nur 100 Kinder die Sommerschule, während im Winter 241 Kinder gezählt wurden. Eine Aktennotiz gibt Auskunft über den Grund: "Auf Befragen, warum die Sommerschule gegen die Winterschule so klein sei, ist diese Ursache gemeldet worden, daß, weilen wenige Wiesen und ein schlechter Weidgang bei diesem zahlreichen Ort seien, müssen jung und alt mit Grasen und Diestelnsuchen dem Vieh, davon sie mehrstens leben, hinlängliche Fütterung schaffen." Bei den gegenwärtigen schweren und nahrungslosen Zeiten sei kaum Änderung und Abhilfe möglich.

Der kränkliche Schulmeister versah die Schule nicht immer zur Zufriedenheit der Gemeinde, ließ sich aber nur ungern etwas sagen. Zu seiner Unterstützung sollte er einen tüchtigen Provisor halten, ihn auch so stellen, daß er bei ihm seinen Unterhalt fände, sonst wollten Pfarrer und Gemeinde selbst ein tüchtiges Subjekt ausfindig machen.

Als Wegmann an 16. Juni 1739, erst 57 Jahre alt, verstorben war, holten sich die Fellbacher von Rommelshausen den dortigen Schulmeister Matthäus Zeiser (Zeyser, Zaiser). Er war ihnen als ein guter Schulmann bekannt. Über vier Jahre war Zeiser, der am 19.2.1714 in Frickenbausen geboren war, Schulmeister in Rommelshausen gewesen und hatte vorher 6 Jahre als Provisor in Tischhardt gewirkt. Die Gemeinde Fellbach brauchte einen tüchtigen Schulmeister, musste er doch in dem Ort, der wieder 1663 Einwohner besaß, die Verantwortung für eine starke Schule auf sich nehmen. 257 Schüler im Winter und 234 Schüler im Sommer wollten unterrichtet werden. Das Schulhaus war für die vielen Schüler zu klein geworden, man wünschte eine Erweiterung der Schulstube. Die alte Schule war 1693 zerstört und 1695 wieder aufgebaut.

Der Schulmeister Zeiser wurde durch zwei Provisoren in seiner Arbeit unterstützt. Schon nach etlichen Jahren hatte er Leistung und Zucht verbessert. Er gab ausserhalb der Schulzeit, die täglich fünf Stunden betrug, Rechen- und Lateinunterricht. Als guter Musikant spielte er verschiedene Instrumente.

Ein guter Musikant war auch Zeisers Nachfolger Georg Daniel Auberlen. Er war Mädchenschulmeister in Markgröningen gewesen, ehe er 1756 in den Fellbacher Schuldienst trat. Als kapabeler Schulmann diente er seinen Provisoren in Dienstausübung und Schulzucht als Muster, verstand die Musik, noch besser Schreiben und Rechnen. Die Gemeinde war von der Tüchtigkeit ihres Schulmeisters überzeugt, doch meinte sie, er solle nicht so viel Visiten machen, wenn sie auch erst nach den Schulstunden geschehen. Zu Beginn seiner Amtstätigkeit hatte Fellbach einen eigenen Organisten. 1763 war es Matth. Friedrich Ebensperger, ein wackerer, bescheidener Mann. Später scheint Auberlen den Organistendienst übernommen zu haben, denn 1768 wird er als trefflicher Organist bezeichnet; 1783 schreibt man, Auberlen sei ein guter Musikus und Organist. Als Lehrer zeigte er Geschicklichkeit und Fleiß. Die Kinder würden bei den Schulbesichtigungen so gut befunden, daß man mit ihnen zufrieden sein konnte. Nur das Schulhaus, das 1771 erweitert worden war, zeigte den Mangel vieler Schulhäuser, es wurde zu eng. Bei der letzten Visitation am 4. Juni 1784 schrieb man in das Protokoll: "Wegen tödlicher Krankheit konnte Schulmeister nicht im Durchgang erscheinen, hat aber nach Gaben, Fleiß, kluger Disziplin und Lebenswandel und geschickter Musikus ein gutes Lob von jedermann."

Wenige Wochen nach der Schulbesichtigung starb der Schulmeister. Seinen Neffen Nikolaus Ferdinand Auberlen berief die Gemeinde als Nachfolger. Er war nicht unbekannt, denn er hatte einige Zeit als Provisor hier gearbeitet. Nikolaus Ferdinand Auberlen, geboren am 11. März 1755 in Kirchheim/Teck, war zuletzt Hauslehrer gewesen, verstand die lateinische Sprache und hatte auch einige Kenntnisse in der griechischen Sprache. Schon bei der ersten Schulvisitation zeigten sich gute Erfolge. "Die Schulkinder sind in der Prüfung wohl bestanden, zum Beweis, daß der neue Schulmeister bei der Unterweisung an Treue und Fleiß nichts ermangeln lasse." Als Nik. Ferd. Auberlen in Fellbach seinen Schuldienst antrat, zählte der Ort 2135 Einwohner. Der Pfarrer Joh. Georg Müller, der selbst Präzeptor am Gymnasium in Stuttgart gewesen war, bemühte sich um das Schulwesen des Ortes. Auberlen und zwei Schulgehilfen hatten über 300 Schulkinder (1885: 316) zu unterrichten. Mit Geschick unterzog er sich der Aufgabe. Er verstand es, seine Erfahrungen im Unterricht auszunutzen, suchte "nach den tieferen Gründen" und begnügte sich nicht mit handwerksmässigem Betrieb. Seine Schulkinder hielt eine Zucht in Ordnung, die Liebe und Ernst vereinigten. Er erreichte es ohne Schärfe, daß die Kinder fleissiger zur Schule kamen und sich eifriger im Lernen zeigten. Nicht immer war man mit seiner maßvollen Zucht einverstanden. So war man 1816 der Ansicht, er halte die Zucht in der Schule mehr mit Liebe als mit Ernst und Strenge, zu welcher er wegen der großen Schülerzahl und der oft schlechten häuslichen Erziehung aufgemuntert wurde.

In der Gemeinde war Auberlen beliebt. 1793 gab man ihm auf dem Rathaus das Zeugnis: "Wir gratulieren uns, daß wir einen Schulmeister haben, der so geschickt ist und eine Gabe hat, mit Kindern liebreich umzugehen." Die Behörde bezeichnete ihn 1794 als den besten Schulmeister der Diezöse.

Bis zu seinen letzten Amtsjahren blieb das gute Verhältnis zwischen Gemeinde und Schulmeister bestehen. Noch 1820 bezeugte die Gemeinde, "daß sie am Schulmeister im geringsten nichts auszusetzen habe, vielmehr ganz mit ihm zufrieden sei." Nicht ganz einverstanden war sie mit seinen wirtschaftlichen Fähigkeiten. 1806 erklärten Vertreter der Gemeinde, Auberlen "sei besser in der Schule als in der Ökonomie." Im folgenden Jahr wurden sie deutlicher. "Der Schulmeister hat 600 Gulden und noch mehr Einkommen und sollte zu einem eigenen Vermögen gekommen sein". Die Winke zur Sparsamkeit konnten den Schulmeister nicht ändern und ihn auf den Weg zu Besitz und Wohlstand führen, so daß man 1811 wohl etwas verärgert bemerkte: "Hat kein Vermögen und ist ein sch1echter Ökonom." Seine Besoldung betrug in diesem Jahre 677 Gulden, 523 Gulden bezog er als Schulmeister, 31 Gulden als Organist und 123 Gulden für den Mesnerdienst.

Nun hatte Auberlen, der bald nach seinem Dienstantritt seine Base Marie Elisabeth Johanna geheiratet hatte, für eine kinderreiche Familie zu sorgen, zeitweise belastete ihn die Krankheit seiner Frau. Sie starb, nachdem sie ihm 8 Kinder geschenkt hatte, am 12.4.1801. Auch musste er zwei Provisoren unterhalten.

Auberlen, der wohl wusste, was eine gute Schulbildung bedeutete, öffnete seinen Söhnen den Weg dazu. Sein Sohn Imanuel Friedrich, geboren am 19. Juli 1780, versah bei ihm 1797 die Stelle des 2. Provisors. Hier zeigte er Lehrgeschick, gute Kenntnisse in Rechnen und Schreiben, spielte Klavier, Violine und Baß, las Rochows Schriften. Auch sein Sohn Daniel David, geboren am 15. November 1785, war als Provisor an der Schule in Fellbach in den Jahren 1804 und 1805 tätig. Er besuchte fünf Jahre das Collegium zu Esslingen. 1804 gab man ihm das Zeugnis: "Ist sehr fleissig, hat sich in Esslingen gut gebildet, ist dabei etwas schüchtern, versteht Latein, Griechisch, Französisch, Naturgeschichte und Geographie, spielt General-Baß, die Violine, bläst Waldhorn und Posaune, war der erste Rechner in der Normalschule zu Esslingen und führt sich gut auf." Sein Sohn und späterer Amtsnachfolger Wilhelm Amandus, geboren am 24. Oktober 1798, sammelte in Fellbach als Lehrling die ersten Erfahrungen in der Schule seines Vaters. Vor dem Konsistorium legte er 1815 seine Prüfung ab und wurde dann als Provisor mit 200 Gulden Gehalt angestellt.

Die musikalische Betätigung seiner Kinder waren Erbe des Vaters, "Nikolaus Ferdinand Auberlen war in der Musik vorzüglich stark." Er "dirigiert die hiesige Kirchenmusik zur Zufriedenheit der Gemeinde, bei welcher er sehr beliebt. Hat vorzügliche Talente im Orgelspielen und Choral, wovon sich augenscheinlicher Nutzen beim Kirchengesang zeiget." Als guter Musiktheoretiker und Komponist war er bekannt. An dem von Christmann und Knecht 1799 herausgegebenen Choralbuch hatte er mitgearbeitet. Von ihm wurden sechs Chorä1e aufgenommen. Mit musikbegabten Menschen unterhielt er gern freundschaftlichen Verkehr. Die Besuche, die er hin und wieder machte, trugen ihm 1809 eine Verwarnung ein: "Nur fand man Ursache, den Schulmeister zu ermahnen, weniger auszulaufen und mehr zu Hause zu bleiben."

Die musikalischen Talente des Schulmeisters Auberlen trugen nicht nur in der Familie und im Amt ihre Früchte, auch seine Lehrlinge und Provisoren hatten spürbare Vorteile. Wenn die Provisoren auch keinen hohen Sold erhielten, so "lehret dieser sie als junge Leute in der Musik."

Einen Provisor, den hauptsächlich Auberlens Ruf als tüchtiger Musikant nach Fellbach zog, Land der Schulmeister in Philipp Friedrich Silcher. Der junge Provisor Silcher stammte aus einem Lehrerhaus. Sein Vater Johann Karl Silcher war von 1782 bis zu seinem frühen Tod 1795 Schulmeister in Schnait gewesen. Hier wurde am 27. Juni 1789 Philipp Friedrich Silcher geboren. In Schnait besuchte er bei seinem Stiefvater Wegmann bis zur Schulentlassung im Jahre 1803 die Schule. Zu Michaelis 1803 trat er als Lehrling bei dem Geradstetter Schulmeister Mayerlen in die Lehre. Mayerlen, ein erfahrener Schulmann und guter Kirchenmusiker, bildete Friedrich Silcher über zwei Jahre aus, ihn unterstützte der Vikar Imanuel Friedrich Beringer, der den Lateinunterricht Silchers übernahm und ihn auch auf anderen Gebieten förderte. Silcher verließ zu Georgi 1806 Geradstetten, unterrichtete dann kurze Zeit die Schulanfänger in seiner Heimatgemeinde Schnait, traktierte auch für seinen Stiefvater an den Sonntagen die Orgel.

Bei der Schulvisitation in Fellbach, die am 26. Mai 1806 abgehalten wurde, wird Friedrich Silcher bereits als zweiter Provisor genannt. Der Visitator schrieb in seinen Bericht: "Philipp Friedrich Silcher zu Schnait 27. Juni 1789, alt 17 Jahre, vom Dekan examiniert. Hat vorzügliche Gaben, grosse Lernlust, schreibt schön, zeichnet gut und bei seinem guten Wandel wird die 3.Klasse wohl versorgt."

Vom Schulmeister erhielt er 30 Gulden Gehalt, ausserdem gab ihm dieser freie Wohnung im Schulhaus und beköstigte ihn.

In Fellbach, damals ein Ort von 2287 Einwohnern, hatten drei Lehrer über 300 Kinder zu unterrichten. 1807 besuchten 117 Kinder die 1. Klasse, 78 Kinder die 2. Klasse, die 3. Klasse, die Silcher versorgte, zählte 53 Knaben und 57 Mädchen. Die Schulanfänger lernten bei dem Provisor Silcher das Buchstabieren, Lesen und Zählen. Die zweite Klasse versah der Provisor Chr. Fr. Horrer aus Unterlenningen, der Schulmeister Auberlen unterrichtete die oberste Klasse. Schon in Geradstetten und Schnait hatte sich Silcher mit den Jüngsten beschäftigen müssen. Doch in Fellbach fand er ein eigenes Klassenzimmer.

Seit dem Jahre 1801 besaß Fellbach eine neue Schule, die für die damalige Zeit vorbildlich eingerichtet war. Während es noch in vielen Orten üblich war, daß Schulmeister, Provisoren und Kinder sich mit einem Raum begnügen mussten, verfügte in Fellbach jeder Lehrer über ein Zimmer. In der Mitte des Hauses hatte der Schulmeister sein Klassenzimmer, rechts und links davon waren die Klassen der Schulgehilfen untergebracht. Jedes Zimmer hatte seinen besonderen Ausgang, doch konnten Verbindungstüren nach dem Zimmer des Schulmeisters geöffnet werden, wenn die Kinder sich zum Gebet oder Gesang vereinigen sollten.

Das alte Schulhaus hatte in den letzten Jahren Lehrern, Schülern, Eltern und Behörde viel Verdruß bereitet. Schon 1790 regte man eine Schulhausveränderung an. Die Schulstube war so eng, daß oft 30 bis 40 Kinder nicht sitzen konnten, sondern abwechslungsweise stehen mussten. Wegen der schlechten Jahre und der Kriegsunruhen konnte sich die Gemeinde nicht zu einem Neubau entschliessen.

Die Raumnot in der alten Schule hatte zu vielen Schulversäumnissen geführt. Im neuen Schulhaus zeigten sich bald Fortschritte in den Schulleistungen. Die Schulbummelei konnte mit Erfolg bekämpft werden. "Es werden aber noch etliche Jahre erfordert werden, bis die aus der elenden Beschaffenheit des alten Schulhauses entstandenen Schulmangel getilgt sein werden."

Die Kinder wurden nach dem sechsten Lebensjahr in die Schule aufgenommen und erst entlassen, wenn sie der Pfarrer losgesprochen hatte. Die Schule wurde zweimal jährlich visitiert, einmal im April, das andere Mal im November

Die Hauptfächer im Unterricht waren Lesen, Schreiben, Rechnen, Katechismus und Singen. Die Kinder sollten deutlich und mit Betonung lesen. Um die Rechtschreibung zu fördern, trieb man Diktat und Auswendig-Schreiben. Kleine Aufsätze mussten die Kinder aufschreiben. Moralische Geschichten oder Beispiele, vom Lehrer dargeboten, waren in schriftlicher Form wiederzugeben. Im Rechnen lehrte man die Kinder vom Zählen über das Einmaleins zu den vier Grundrechnungsarten. Memoriert wurden die "fürnehmsten Sprüche", Katechismusstücke und Lieder aus dem neuen Gesangbuch. Die ältesten Kinder wurden zum Nachschreiben der Predigt angehalten. Der Gesangsunterricht dient zur Einübung der Kirchenlieder. Im Gottesdienst wurde, um die neuen Melodien vertraut zu machen, ein Vers von den Lehrern und Schulkindern allein unter "sanfter Begleitung der Orgel" vorgesungen, dann setzte der allgemeine Gesang der Gemeinde ein.

Auf Beachtung der Ordnung, Stille und Reinlichkeit legte man Wert. Die fleissigen, gehorsamen und ordentlichen Kinder wurden gelobt und belohnt, die unfleissigen, ungehorsamen und unordentlichen Kinder an die öffentliche Tafel geschrieben, abgelesen, beschämt und bestraft. Die mutwillig unfleissigen Kinder wies man von der Konfirmation zurück. Mittel aus Schulstiftungen standen zur Verfügung. So bestand eine Schulstiftung in Höhe von 358 Gulden für Schulbücher, eine Stiftung von 100 Gulden für Schul- und Lehrgeld, eine Stiftung für Prämien an fleissige Kinder, eingerichtet von Ulrich Friedrich Wolf in Höhe von 200 Gulden, eine Stiftung von Philipp Jakob Ebensperger aus dem Jahre 1803 in Höhe von 500 Gulden, deren Ertrag armen, aber fleissigen Kindern für Schulbücher, Schreibhefte, Schreib- und Rechentafeln zufliessen sollte. Eine weitere Stiftung in Höhe von 225 Gulden war für die Einrichtung einer Lateinschule bestimmt.

Die Reden, die man bei der Schuleinweihung gehalten hatte, waren gedruckt und verkauft worden. Von dem Erlös bezahlte man 24 Stück des Braunschweigischen Katechismus, die in die Schulbücherei eingestellt wurden. Diese Bücherei enthielt Schriften von Rochow, Salzmann, Campe, Weckherlins Schrift "Über die Einrichtung der Schulen", Mosers ""Briefsteller für den gemeinen Mann", methodische Anweisungen für den Schreibunterricht, das Briefschreiben, den Rechenunterricht, Gutschers 'Pflichten und Rechte des Wirtemb. Bürgers", ein Historienbüchlein, eine Volksnaturlehre, das Mildheimische Liederbuch u.a. Auch der "Robinson" war zu finden.

Im Jahre 1805 hatte der Pfarrer M. Johann Christoph Elben den Fellbacher Pfarrer Friedrich Wilhelm Kohler, der sich um die Einführung der Industrieschulen verdient gemacht hatte, abgelöst. Pfarrer Elben stammte aus Zuffenhausen. Seine Mutter war die Patin von Silchers Mutter. Das Schulwesen war ihm vertraut, hatte er doch einige Zeit als Präzeptor in Güglingen gewirkt.

Pfarrer, Eltern und Gemeindeverwaltung waren mit dem Provisor Silcher zufrieden. Bei der Schulvisitation am 29, Mai 1807 erhielt er das Testimonium (Zeugnis): "Hat sehr schöne Gaben und ist auch um derselben Ausbildung sehr bemüht, ist unverdrossen fleissig, bei sanfteren Sitten und regelmässigem Wandel verspricht er einen guten Schulmann."

Der Umgang mit tüchtigen, erfahrenen Männern die Möglichkeit, fleissig Musik treiben zu können, die praktische Arbeit in der Schulstube, der Zugang zu Büchern formte und bildete den jungen Provisor. Mit Dankbarkeit schied er im Jahre 1807, wohl zu Martini, von Fellbach. In Schorndorf war er dann, bis er 1809 eine Stelle als 1.Provisor an der Mädchenschule in Ludwigsburg erhielt. Die freundschaftlichen Beziehungen zur Familie Auberlen blieben bestehen, auch als er Universitätsmusikdirektor in Tübingen war. Dankbar erinnerte sich Silcher noch später an die gediegene musikalische Ausbildung, die er bei dem Schulmeister Auberlen in Fellbach erhalten hatte. Als Musikdirektor in Tübingen beruft er sich auf diese Zeit. Am 17. Dezember 1818 schreibt er in einer Bewerbung um die Organistenstelle an der Stiftskirche in Stuttgart: "Schon in meinen früheren Jünglingsjahren, in welchen ich den mehrjährigen Unterricht des um die kirchliche Tonkunst verdienten und in derselben so kenntnisreichen Organisten Auberlen in Fellbach genoß, ist mir eine Liebe für diesen Theil der Musik eingeflösst worden, welche mich noch bis jetzt beseelt, und welche besonders den regen Eifer, den mein Lehrer in mir dafür anzufachen wusste, immer wieder auf's neue belebte, und ich darf mir schmeicheln, daß ich bei denselben mir nicht allein gute Fertigkeit in Clavier- und Orgelspiel, sondern auch eine richtige Kenntnis der Harmonie, des Generalbasses und der Setzkunst nach den Grundsätzen Voglers und Knechts erworben habe. Nicht nur während dieser Zeit, sondern auch noch besonders nachher, wo ich theils Organistendienste an der bedeutenden Orgel zu Schorndorf versah, theils in dieser Stadt und nachher in Ludwigsburg Mitglied der Kirchenmusik war, widmete ich dem mehrstimmigen Gesange grosse Aufmerksamkeit, welche durch mehrjährigen Unterricht in demselben, wobei ich die neuere, bessere, auf Bildung des Volksgesanges abzweckende Methode in Anwendung zu bringen suchte, immer erhalten und vermehrt wurde."

Silchers Nachfolger in Fellbach wurde ein Sohn des Schulmeisters, Christ. Friedrich Auberlen.

Der Schulmeister Nikolaus Ferdinand Auberlen, der als äussere Anerkennung für seine Erfolge in der Schule verschiedene Male Prämien erhalten hatte, übertrug im Jahre 1821 seinem Sohn Wilhelm Amandus Auberlen die Verantwortung für die Fellbacher Schule. Bis zum Tode des Vaters verwaltete dieser die Schule als Schulamtsverweser, übernahm 1828 die Stelle des Schulmeisters. Für drei Provisoren erhielt er von der Gemeinde 150 Gulden Zuschuß, für den vierten Provisor leistete die Hof-Kameral-Verwaltung eine Naturallieferung von 5 Scheffel Dinkel und einem Scheffel Roggen.

Schon als Schulamtsverweser hatte er die Aufsicht über die Ortsindustrieschule auszuüben. In dieser wurden zeitweise 82 Kinder und 13 Erwachsene mit dem Falzen von Druckschriften beschäftigt. Ein Schulkind konnte etwa 5 bis 6 Kreuzer an einem Tag verdienen,

Unter Schulmeister Wilhelm Amandus Auberlen wuchs die Fellbacher Schule weiter. Im Jahre 1845 musste in der Neugasse eine neue Schule gebaut werden. Sie enthielt neben Wohnungen zwei grosse Schulzimmer. Schulmeister Auberlen stand überall im besten Ansehen. "Schulmeister Auberlen verdient in jeder Beziehung die Achtung und Zufriedenheit seiner Vorgesetzten. Auch die Gemeinde erkennt seinen Fleiß und seine Geschicklichkeit und ehrt sein musterhaftes Verhalten." In seiner Klasse unterrichtete er oft 100 Schüler.

Wie sein Vater, so pflegte auch er mit Hingabe und Geschick die Musik. Besonders um das Gesangswesen mühte er sich. Am 25. November 1826 wurde ihm ein Gesangspreis in Höhe von 10 Gulden wegen "Verbesserung des Gesangs in Schule und Kirche" zuerkannt. Eine Belohnung erhielt er 1835, 1847 eine Prämie für Bemühungen um das Gesangswesen. A1s 1870 eine Sammlung weltlicher Schullieder vorbereitet wurde, prüfte eine Kommission die ausgewählten Lieder. Schulmeister Auberlen gehörte ihr an. Im Frühjahr 1867 feierte W.A. Auberlen sein 50jähriges Dienstjubiläum und erhielt aus diesem Anlaß die goldene Verdienstmedaille. 1873 trat er in den Ruhestand.

Im Jahre 1876 war die Schule zu Fellbach sechsklassig. Bernhard Dölker von Kuppingen verwaltete die Stelle des 1. Schulmeisters. An der Schule amtierten in dieser Zeit Jakob Friedrich Roller, Johann Georg Schaal. Johann Martin Schmid, Joh. Thun, Hermann Schäfer. Schulmeister Schaal hielt 1874 einen Lehrgang in Naturlehre ab.

Johann Georg Eppinger, von 1880 bis 1911 in Fellbach tätig, erwarb sich durch die Herausgabe seiner heimatkundlichen Schrift "Beschreibung, Geschichte und Führer von Fellbach" (1908) besondere Verdienste.

Eine wertvolle Weiterführung der Heimatforschung und -beschreibung ließ auf Anregung von Oberbürgermeister Dr. Graser im Jahre 1958 das gediegene Heimatbuch "Fellbach" entstehen. Das Werk enthält wesentliche Beiträge zur Schulgeschichte in alter und neuer Zeit. Die vorliegende Arbeit kann diese Darstellungen nur ergänzen.

Literatur: 

Quellen: